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Entzündungen und Durchfall: Futtermittelallergie bei Katzen

Tiere Entzündungen und Durchfall: Futtermittelallergie bei Katzen

Auch bei Katzen können bestimmte Stoffe Allergien und damit verbundene Beschwerden auslösen. Halter sollten mit den Tieren unbedingt zum Arzt gehen. Oft hilft es, über eine spezielle Diät für die kleinen Vierbeiner nachzudenken.

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Stefanie Handl ist Fachtierärztin für Ernährung und Diätetik aus Wien und hat Rezepte für allergische Katzen entwickelt.

Quelle: Stefanie Handl

Berlin. Es gibt Katzen, die vertragen von heute auf morgen ihr normales Futter nicht mehr. Das kann eine Unverträglichkeit sein, in manchen Fällen leiden die Tiere aber an einer Allergie. Häufige Symptome sind chronischer Durchfall und Erbrechen.

Daneben kann eine Allergie Hautprobleme auslösen. Juckreiz, Entzündungen, Pusteln, Haarausfall treten auf - und das nicht nur an einer Stelle, sondern mitunter am ganzen Körper, erklärt Regina Fengler von der

Tierarztpraxis am Wasserturm in Berlin. Um die Ursache zu finden, muss man alle anderen Krankmacher ausschließen.

Denn häufiger leiden Katzen unter Flöhen, Milben oder Parasiten. "Eine echte Futtermittelallergie kommt selten vor", sagt Julia Fritz aus München von der tierärztlichen Ernährungsberatung

napfcheck.de. Die Spezialistin für Tierernährung und Diätetik schätzt, dass etwa ein Prozent aller Katzen in Deutschland davon betroffen ist.

Im Prinzip kann eine Allergie jederzeit auftreten. "Jahrelang ist nichts gewesen, plötzlich reagiert der Körper", sagt

Stefanie Handl, Fachtierärztin für Ernährung und Diätetik aus Wien. Eine Allergie sei eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf eine harmlose Substanz. In der Regel ist das ein Eiweiß. Kommt der Körper damit in Berührung, behandelt er sie fälschlicherweise als krankmachenden Organismus.

Heilbar ist eine Allergie nicht. Für Katzen gibt es auch keinen vergleichbaren Bluttest zur Allergiebestimmung wie für Menschen. Deshalb kann der Halter nur eine sogenannte Ausschlussdiät mit dem Tier machen. "Man füttert der Katze etwas, was sie noch nie zuvor bekommen hat", sagt Fritz. Das kann ein hypoallergenes, also allergieminderndes Spezialfutter sein oder selbst zubereitetes Futter etwa mit Pferde-, Känguruh- oder Straußenfleisch. Diese eine Zutat wird dann für zehn bis zwölf Wochen gefüttert.

"Wichtig ist es, in dieser Zeit nichts anderes, auch keine Leckerli, zu füttern", erklärt sie. Alle Menschen, die mit dem Tier zu tun haben, sollten deshalb über die laufende Diät informiert sein. Außerdem ist es besser, Freigänger-Katzen in dieser Zeit im Haus zu behalten, um unkontrolliertes Fressen zu vermeiden.

Das Ausheilen der Haut dauert mindestens einen Monat, beim Magen-Darm-Trakt geht es relativ schnell. Sind die Symptome verschwunden, können unter ärztlicher Aufsicht nach und nach verschiedene Eiweißlieferanten einzeln ausprobiert werden. Bekommt die Katze wieder Probleme, ist das sogenannte Allergen gefunden. Auf Futter mit diesem Inhalt muss dann verzichtet werden.

Allerdings wollen Katzenhalter selten die Diät bis zum Ende durchführen. "Die meisten sind froh, wenn es ihren Tieren wieder gut geht, so dass sie auf eine vollständige Ausschlussdiät verzichten", sagt Handl. Sie bleiben ohne weiteren Test bei hypoallergenem oder selbst gekochtem Futter. Damit fehlt eine endgültige Diagnose.

Eine Ernährungsberatung beim Tierspezialisten kostet zwischen 75 und 150 Euro. Zuerst werden Größe, Gewicht, Alter, bisherige Fütterung und Erkrankungen abgefragt. "Dann klärt man im Gespräch, was man versuchen kann, und die Futtermengen werden berechnet", sagt Fritz. Oft reichen ein oder zwei weitere Termine aus, die als Folgeberatung weniger kosten.

Dem Halter bleibt es überlassen, ob er Spezialfutter kauft oder selbst kocht. In ganz seltenen Fällen hilft der Katze letztlich allerdings nur die Hausmannskost. Wichtig ist dabei, nach ein paar Wochen Vitamine und Mineralien hinzuzufügen. Diese gibt es als Pasten- oder Ölkonzentrat, das speziell für Allergiker geeignet ist.

dpa

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