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Fest im Sattel: So gelingt der sichere Umgang mit Pferden

Tiere Fest im Sattel: So gelingt der sichere Umgang mit Pferden

Reiten ist ein schönes Hobby, bei dem es jedoch viel zu beachten gibt. Schließlich sind Pferde Fluchttiere, die bei vermeintlicher Gefahr erst einmal davonlaufen. Und sie haben viel Kraft.

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Wer sicher ausreiten möchte, nimmt am besten einen Begleiter mit - und lässt beim Reiten genug Abstand zum anderen Pferd.

Quelle: Karl-Josef Hildenbrand

Warendorf. Mit Pferden kann einiges passieren, deshalb ist Sicherheit im Reitsport ein wichtiges Thema. Es gibt Zubehör, mit dem sich Reiter schützen können. Doch das alleine reicht nicht. 

Kleidung: Wer das Reiten erst einmal ausprobieren möchte, muss sich nicht komplett einkleiden. Jeans sind allerdings ungünstig. "Sie haben meistens eine Naht an der Innenseite. Da scheuert sich der Reiter auf, und das ist sehr schmerzhaft", erklärt Kathrin Steinmeier, Inhaberin der Reitschule "Lautlos" im hessischen Weilrod. Die Schuhe sollten möglichst knöchelhoch und nicht überbreit sein sowie einen kleinen Absatz haben. Schließlich muss der Schuh in den Steigbügel passen, der Absatz verhindert ein Durchrutschen. Gut geeignet sind in der Regel Wanderschuhe. 

Ganz wichtig: eine Reitkappe. Sicherheitswesten sind dagegen kein Muss. "Die Oberbekleidung sollte recht körpernah sein", sagt Thies Kaspareit vom deutschen Reiterverband im westfälischen Warendorf. Das hat mehrere Gründe: Zum einen kann der Reiter mit weiter Kleidung am Sattel hängen bleiben. Außerdem können sich die Pferde erschrecken, wenn die Kleidung flattert. Sinnvoll sind auch Handschuhe, damit lässt sich der Zügel besser greifen. 

Reiten in der Halle oder auf dem Außenplatz:  Hier gelten die sogenannten Bahnregeln, die jeder Reiter kennen muss. Die wichtigste: Wer links herum reitet, muss den anderen nicht ausweichen - außer, er reitet Schritt. Dann muss er den "ersten Hufschlag" - so nennen Reiter den Weg an der Außenseite der Bahn, ebenfalls freihalten. "Dort darf auch nicht angehalten werden", erklärt Christina Hammann, Bereiterin aus Westerkappeln in Nordrhein-Westfalen. 

Bei gutem Wetter ist es schöner, auf dem Außenplatz zu reiten. Dort erkennen manche Reiter ihr Pferd aber kaum wieder. Viele Tiere sind draußen viel gehfreudiger und lassen sich leichter ablenken. Hier gibt es viel mehr Reize für sie als in der Halle: Mal fliegt aus einer Hecke ein Vogel hoch, dann fährt ein Traktor vorbei. Für Pferde ist so etwas hoch interessant. Das Reiten auf dem Außenplatz ist eine gute Zwischenstufe auf dem Weg zum Geländereiten. "Dort haben Reiter und Pferd schon die ganzen Außeneindrücke, sind aber noch innerhalb einer sicheren Umzäunung", sagt Steinmeier. 

Ausreiten:  Viele Pferdeliebhaber lieben das Reiten in der Natur. Die Experten empfehlen allerdings Sicherheitsvorkehrungen. So sollte der Reiter schon sicher im Sattel sitzen und sein Pferd beherrschen. Am wohlsten fühlen sich die Tiere, wenn mindestens ein Artgenosse mit dabei ist. Schließlich sind Pferde Herdentiere. Auch für den Reiter hat das Vorteile. Sollte etwas passieren, ist immer ein potenzieller Helfer mit dabei. "Es ist auch ratsam, ein Handy mitzunehmen", empfiehlt Kaspareit. 

Vorsicht beim Überqueren von Straßen und beim Reiten durch Ortschaften: Hier können sich Pferde schnell erschrecken. "Der Geländeritt beginnt stets mit zehn Minuten Schritt", sagt Steinmeier. Das Nachgurten sollte auf keinen Fall vergessen werden. Generell wird bei einem Ausflug ins Gelände sehr viel Schritt geritten. Viele Pferde haben einen Stalltrieb - wenn es nach Hause geht, werden sie auf einmal sehr flott. Wer sein Pferd noch nicht so gut kennt, sollte deshalb Richtung Heimat nicht galoppieren. 

Umgang mit dem Pferd:  Geführt werden sollte das Pferd nie direkt am Halfter, sondern immer mit Strick. "Dieser darf niemals um die Hand gewickelt werden", warnt Kaspareit. Empfehlenswert ist das Tragen von Handschuhen. Halter sollten das Tier nicht an beweglichen Teilen und nicht am Trensenzügel anbinden. Beim Säubern der Hufe immer mit dem Rücken zum Pferdekopf stehen - den eigenen Kopf mit etwas Abstand zum Huf. Wichtig sind stabile Schuhe. Schließlich kann es immer passieren, dass sich das mehrere hundert Kilogramm schwere Pferd auf den menschlichen Fuß stellt. 

Pferde unter sich:  Im Idealfall stehen die Pferde auf den Weiden nach Geschlechtern getrennt - das verspricht ein harmonisches Zusammensein. Pferde haben als Herdentiere eine feste Rangordnung. Bei einem Neuankömmling gibt es erst einmal Rangkämpfe, die meist jedoch harmlos verlaufen. "Ideal ist es, den Neuen mit einem Pferd aus der Gruppe auf eine Extra-Koppel zu stellen", sagt Steinmeier. Dann kommt noch der Herdenchef hinzu.

Wenn sich die Drei gut vertragen, können sie zusammen in die Gruppe. Alternativ kann das neue Pferd zum Beschnuppern auch auf die Nachbarkoppel gestellt werden. Ein Vorteil ist es, wenn auf den Weiden viel Gras ist. "Wenn die Pferde was zu fressen haben, ist meistens Ruhe", sagt Steinmeier. 

dpa

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