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Irrtümer rund um den Floh: Was Hundehalter wissen müssen

Tiere Irrtümer rund um den Floh: Was Hundehalter wissen müssen

Sie sind der Alptraum aller Haustierhalter: Flöhe. Die Parasiten können Juckreiz, Allergien und Krankheiten verursachen. Über die Plagegeister kursieren viele Gerüchte. Doch was ist wahr?

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Haben sich Flöhe eingenistet, quält Hunde oft ein heftiger Juckreiz. Foto: Markus Scholz

Hamburg. Legenden zufolge sind

Flöhe ausschließlich bei warmem Wetter unterwegs und springen dann munter von Hund zu Hund. Falsch! Flöhe bevorzugen zwar Temperaturen von 25 bis 30 Grad Celsius und bei niedriger Außentemperatur ist ihre Vermehrung eingeschränkt.

Doch die Parasiten haben ganzjährig Saison. Meist bleiben Flöhe ihr bis zu 100 Tage währendes Leben einem Wirt treu. In der Regel sammeln Hunde ihren Floh in der Umgebung auf, etwa beim Gassigehen. Ein erwachsener Floh kann geschützt in seinem Kokon bis zu einem Jahr ohne Nahrung überleben und darauf warten, dass sich ein Wirt nähert. Was einen weiteren Mythos entkräftet: Dass Flöhe ohne Blutmahlzeit schnell sterben.

Laut Legende nisten Flöhe sich nur in schmutzigen Wohnungen ein. Doch ihr winziger Nachwuchs findet auch in einem blitzblanken Apartment Unterschlupf in Bodenritzen, im Teppich, zwischen Sofakissen und in den Körbchen von Hund und Katze. Staubsaugen und Putzen reduziert zwar die Anzahl der Flöhe, beseitigt sie aber nicht.

"Mein Terrier-Mix Keule und ich hatten unwissentlich einen verflohten Hund zu Besuch", sagt Hundehalter Thomas Germeshausen aus Birkungen in der Nähe von Göttingen. "Und kurze Zeit später wimmelte es in der Wohnung von Flöhen. Trotz intensiven Putzens hat es fast neun Wochen gedauert und den zweifachen Einsatz von Verneblern gebraucht, die Parasiten loszuwerden."

Um ein akutes Flohproblem in den Griff zu bekommen, müssen alle Tiere im Haushalt behandelt werden. Außerdem müssen Betten, Polstermöbel und Teppiche gereinigt werden, erklärt Katharina Raue. Sie leitet die Abteilung Diagnostik und Dienstleistung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover. "Nach dem Staubsaugen muss der Saugbeutel verschlossen und umgehend entsorgt werden."

Die Aussage, ein Floh allein sei kein Grund zur Sorge, gehört ins Reich der Ammenmärchen. "Die ausgewachsenen Flöhe sind nur die Spitze des Eisbergs", bestätigt Raue. Über 90 Prozent der Population befinden sich als Eier, Larven und Flohpuppen in der Umgebung.

Der in Deutschland ganzjährig am häufigsten auftretende Floh ist nicht wie häufig angenommen der Hunde- sondern der Katzenfloh. Von seinem Namen darf man sich nicht täuschen lassen: Da dieser Floh nicht wirtsspezifisch ist, befällt er auch Hunde, Ratten und Menschen.

Meist wird unterschätzt, dass Flohbefall für Tier und Mensch medizinische Folgen haben kann. Flohstiche können zu Hautirritationen führen und Bakterien sowie Bandwürmer (Gurkenkernbandwurm) übertragen.

Ein Floh saugt während einer Saugzeit von zwei bis zehn Minuten das bis zu 20-fache Fassungsvermögen seines Magens. So kann ein starker Parasitenbefall bei jungen oder schwachen Tieren zu Blutarmut oder gar zum Tod führen. Zu den bakteriellen Erkrankungen gehört die Bartonellose, auch: Katzen-Kratz-Krankheit. Auch Menschen können sich damit anstecken.

Dem Füttern von Knoblauch, Einreiben mit Zwiebel oder Tragen eines Bernsteinhalsbandes wird abschreckende Wirkung auf Flöhe nachgesagt, beeindruckt diese aber gar nicht. Knoblauch und Zwiebel sind für Hunde sogar giftig. "Wir empfehlen Mittel wie die Anti-Floh-Pille, Halsbänder und Spot-ons, die direkt am Tier aufgetragen werden", sagt Christine Throl, Sprecherin von "Öko-Test".

Spot-on-Präparate wirken rund vier Wochen, Tabletten und Halsbänder können Flöhe über Monate abtöten. Weiterer Vorteil: Sie schützen auch gegen andere Parasiten wie Zecken. Nach Ablauf des Zeitraums muss die Behandlung wiederholt werden. Generell sollte vor dem Einsatz von Flohmitteln ein Tierarzt konsultiert werden.

dpa

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