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Mauersegler und Jungstörche: Aufbruch in den Weg gen Süden

Tiere Mauersegler und Jungstörche: Aufbruch in den Weg gen Süden

Die hohen Rufe der Mauersegler sind verklungen, die gefiederten Stadtbewohner sind verreist. Andere Zugvögel brechen erst im September gen Süden auf. Einige aber bleiben hier - Vogelkundler sehen darin Hinweise auf eine evolutionäre Anpassung.

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Jungstörche gehören neben den Mauerseglern zu den Vögeln, die als erstes in den Süden fliegen.

Quelle: Boris Roessler

Frankfurt. Mit dem ersten Hauch von Herbst beginnt die Reise der Zugvögel: Mauersegler und Jungstörche haben sich bereits auf den Weg gemacht, wie Matthias Werner von der staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland bestätigte.

Hundehalter sind gebeten, Rastplätze mit großen Scharen von Vögeln zu meiden, damit sich diese dort ungestört ausruhen können. "Die Mauersegler sind weg", sagte Laura Kettering vom Naturschutzbund (Nabu) in Rheinland-Pfalz. Das habe sie direkt an der Wand ihrer Geschäftsstelle in der Mainzer Innenstadt beobachten können. Die Mauersegler haben eine rund 10 000 Kilometer lange Reise nach Afrika vor sich. Erst Anfang Mai kehren sie als letzte Zugvogelart wieder nach Deutschland zurück.

Einige Störche bleiben auch länger, und ein paar wenige überwintern in den hiesigen Breiten. "Das gab es schon immer", erklärte Werner. Auch fliegen die meisten Weißstörche aus Hessen und Rheinland-Pfalz nur noch nach Spanien, die Zahl der Afrikazieher ist zurückgegangen.

Zunehmend werden bei bestimmten Vogelarten, die früher als reine Zugvögel galten, Individuen beobachtet, die versuchen, in Hessen oder Rheinland-Pfalz zu überwintern. Als Beispiel nannte Werner die Mönchsgrasmücke, die den Winter früher stets im Mittelmeerraum verbrachte. Wenn die hier bleibenden Vögel die kältere Jahreszeit überlebten, hätten sie einen Wettbewerbsvorteil, weil sie als erste die besten Reviere besetzen könnten. Es gebe durchaus Hinweise auf eine evolutionäre Anpassung an veränderte Umwelt- und Klimabedingungen, sagte Werner.

Allen Vogelarten machte in diesem Jahr das lange Zeit zu kühle und feuchte Frühjahr zu schaffen. Auch Meisenvögel hatten Mühe und Not, die Brut aufzuziehen. Bei den Störchen setzte der Starkregen gerade dann Nester unter Wasser, als Jungtiere erst kurze Zeit geschlüpft waren. "Den Kleinen war dann kalt, da gab es Verluste", sagte Nabu-Sprecherin Kettering. Die Populationen könnten das aber ausgleichen.

Rund 80 der 250 in Deutschland brütenden Vogelarten sind Langstreckenzieher, die mehr als 4000 Kilometer zurücklegen. Star, Hausrotschwanz, Kiebitz und etwa 40 weitere Arten sind Kurzstreckenzieher und fliegen nach Westeuropa oder in den Mittelmeerraum.

"Bei den Schwalben dauert der Zug in den Süden noch ein bisschen", sagte Kettering. "Sie machen sich Anfang September auf den Weg und läuten damit auch wirklich den Herbst ein."

dpa

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