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Naturschutz-Experten: Igel in Ruhe lassen

Umwelt Naturschutz-Experten: Igel in Ruhe lassen

Aufzuchtstationen kümmern sich vor dem Winter um gefundene Igel. Dort werden sie aufgepäppelt und notfalls medizinisch betreut. Das ist aber nicht unbedingt notwendig, meinen Naturschutzexperten.

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Gemütlich eingerollt: In der Igelstation in Neuzelle werden die kleinen Tiere gut gepflegt.

Quelle: Patrick Pleul

Potsdam. Scheinbar hilflose Igel sollten aus Sicht von Naturschutzexperten nicht einfach eingesammelt werden. "Es ist zu dieser Jahreszeit ganz normal, dass die Tiere auch tagsüber zu sehen sind", sagte die Geschäftsführerin des Brandenburger Naturschutzbundes Nabu, Christiane Schröder.

Die Tiere müssten sich jetzt ausreichend Winterspeck anfressen, um die kalten Monate zu überstehen. Nur wenn ein Igel noch im November draußen herumirre, sollte er versorgt oder einer

Igelstation übergeben werden, sagte die Nabu-Expertin.

Igel stehen nicht auf der Liste der gefährdeten Tiere. Bedroht werden sie vor allem durch den Straßenverkehr. Natürliche Feinde sind auch Waschbären, die Igel fressen.

In Brandenburg werde derzeit eine Karte zur Verbreitung dieser Kleinsäuger erarbeitet, sagte Thomas Frey, Sprecher des Landesumweltamtes. Informationen zu Fundorten - egal ob tot oder lebendig - werden erfasst. Demnach leben die meisten in Städten wie Potsdam, Prenzlau oder Cottbus. Der Fläming sei bislang noch ein weißer Fleck, sagte er. Möglicherweise fehlten aber auch nur Daten aus dieser Ecke des Landes.

"Die Tiere kommen gut ohne menschliche Hilfe über den Winter", sagte Andreas Piela, Abteilungsleiter Naturschutz beim Umweltministerium. "Wir können nicht jede Art durchfüttern."

Es sei aber nicht abzulehnen, wenn sich Menschen um Wildtiere kümmerten, sagte Piela. Wichtig sei aber, für den Lebensraum der Igel zu sorgen, damit sie ohne Problem über den Winter kommen. Im Laub oder im Komposthaufen finden sie Unterschlupfmöglichkeiten.

dpa

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