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Mein Hund ist ein Nimmersatt und bettelt ständig um Futter

Konsequent ignorieren Mein Hund ist ein Nimmersatt und bettelt ständig um Futter

Jeder Hundehalter kennt gefräßige Hunde, die permanent auf der Suche nach etwas Fressbarem sind und ihre Besitzer um Futter anbetteln. Aber haben diese Hunde wirklich ständig Hunger? Wahrscheinlich nicht, das Verhalten kann regelrecht antrainiert werden, sagt Tierärztin Stefanie Schmidt.

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Quelle: André Kempner

Hunger verspüren Hunde, wenn eine Energie- oder Nährstoffmangelsituation eintritt. Durch die Nahrungsaufnahme wird eine mangelbedingte Gefährdung des Körpers abgewendet. Anders verhält es sich mit dem Appetit. Dieser ist rein psychisch gesteuert und entspringt keiner reellen Mangelsituation. Das Gehirn hat lediglich die Information gespeichert, dass die Nahrungsaufnahme ein positives Körpergefühl hervorruft, und verlangt in bestimmten Situationen danach.

Hunde, die betteln, suchen die Nähe ihres Besitzers, stupsen ihn mit der Pfote an oder bellen vielleicht auch. Bei einigen Hunden äußert sich das Betteln eher still durch das Warten unterm Esstisch oder den berühmt-berüchtigten Hundeblick. Doch hier ist Vorsicht geboten: Häufig ist das beabsichtigte Ziel des Hundes reine Interpretationssache. Echter Hunger ist bei Hunden, die mindestens zweimal täglich gefüttert werden, zwischen den Mahlzeiten kaum zu erwarten. Das Betteln kann aus vielen anderen Gründen resultieren, beispielweise Suche nach Aufmerksamkeit, Langeweile oder einfach aus Gewohnheit. Hier spielt auch wieder der Appetit eine große Rolle, der häufig unbewusst antrainiert wurde.

Die meisten Hunde reagieren sehr stark auf Nahrungsreize. Der Drang, sich ausreichend mit Nahrung zu versorgen und Reserven für schlechte Zeiten anzulegen, ist angeboren. Der Besitzer geht dann natürlich davon aus, dass es echter Hunger ist, der seinen Hund zum Bettelverhalten veranlasst hat. Insbesondere kastrierte Hunde weisen durch die hormonellen Veränderungen verstärkten Appetit auf, der durch „Erfolgserlebnisse", also das tatsächliche Erhalten von Futter, noch verstärkt, geradezu antrainiert wird.

Hunde, die häufig zwischen den Mahlzeiten Leckerbissen zugesteckt bekommen, werden oft mit Energie überversorgt. Auch versteckte Energieträger wie beispielsweise Kauknochen tragen zur Energiezufuhr bei, werden aber häufig gar nicht berücksichtigt. Eine Überversorgung mit Energie führt in den meisten Fällen zu Übergewicht. Übergewicht fördert die Entstehung anderer Probleme wie Gelenkerkrankungen, Stoffwechselstörungen oder Hauterkrankungen und senkt erwiesenermaßen die Lebenserwartung von Hunden. Außerdem können Leckerli oder Lebensmittelreste vom Tisch auch Fehlversorgungen mit bestimmten Nährstoffen hervorrufen.

In einigen Fällen kann der vermehrte Appetit eines Hundes auch eine Erkrankung als Ursache haben. Liegen Verdauungsstörungen wie beispielsweise eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse oder ein Parasitenbefall im Darm vor, kann sich dies in gesteigertem Appetit äußern. Jedoch werden die Tiere dadurch nicht übergewichtig, sondern nehmen eher ab. Anders sieht es bei Stoffwechselerkrankungen aus, die das hormonelle Gleichgewicht des Körpers stören: Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) oder Morbus Cushing (Überfunktion der Nebennierenrinde) führen häufig zu einem gesteigerten Appetit mit Gewichtszunahme.

Wenn sich bei Hunden plötzlich der Appetit steigert, sich die Futtergier durch Erziehung nicht eindämmen lässt oder weitere Symptome hinzukommen, sollten Hundehalter immer ihren Tierarzt konsultieren. Auch bestimmte Arzneimittel, beispielsweise Medikamente gegen Epilepsie oder cortisonartige Präparate, führen zur Appetitsteigerung und/oder zum verstärkten Fettansatz. Jedoch ist es gerade bei Hunden, die durch Erkrankungen oder Medikamentengabe eine Prädisposition für Übergewicht haben, besonders wichtig, dem Drang des Hundes nach Futter nicht nachzugeben. Denn gerade wenn bereits andere Erkrankungen vorliegen, ist Übergewicht zu vermeiden, um die zugrunde liegende Krankheit nicht noch zu erschweren. Stattdessen sollte ein geeignetes Futtermittel mit verringertem Energiegehalt ausgewählt werden. Auch hier kann ein adäquates Ablenkungsprogramm Wunder bewirken.

Stefanie Schmidt, Tierärztin beim Leipziger Hundefutterhersteller Futalis

 

 

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