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10 000 Euro-Projekt "Macbeth meets Rock" - Kaum Publikum in der Music Hall

10 000 Euro-Projekt "Macbeth meets Rock" - Kaum Publikum in der Music Hall

William Shakespeares Macbeth gehört zu den anspruchsvollsten Werken in der Literaturgeschichte. Das dachte sich auch Sandra Kuczawa, als sie vor einigen Jahren im Internet auf eine in den 1990er-Jahren entstandene Vertonung des Werkes stieß.

"Ich fand das einfach klasse und mich hat dieses Thema nicht mehr losgelassen", erzählt die Organisatorin des Projekts Macbeth meets Rock. Ihre Gedanken kreisten immer wieder darum, wie man diesen schwierigen Stoff Jugendlichen näher bringen könnte.

Ehe die Idee umgesetzt werden konnte, benötigte die Finanzbeamtin, die seit 15 Jahren ehrenamtlich mit Jugendlichen arbeitet, vor allem eines: Partner, die ihr bei der Realisierung zur Seite stehen. Sie fand sie in Heike Kirsten vom Kreisjugendring und Enrico Schwertner vom Jugendklub Rote Zora.

Danach ging alles recht schnell. Die Organisatoren bekamen Fördermittel aus dem Programm "Stärken vor Ort" in Höhe von 10 000 Euro und konnten die Idee vom modernen Macbeth in die Tat umsetzen. Drei Workshops wurden gegründet, in denen sich Jugendliche und Erwachsene von elf bis 27 Jahren kreativ austoben konnten und das Stück auf ihre Weise neu interpretieren sollten.

Am Mittwoch wurden in der Music Hall die Ergebnisse des Projektes während einer Finissage vorgestellt, doch auf die große Euphorie folgte schnell Ernüchterung. So schön die Idee auch ist, Jugendlichen mit einem Stück der Weltliteratur Werte fürs Leben zu vermitteln, konnte mit dem Thema dennoch kaum Publikum angesprochen werden. Um die 20 Leute sahen sich die Vorführungen der Tänzer, Graffitikünstler und der Band "Gedankenverbrecher" an. "Das ist für uns natürlich nicht zufriedenstellend", sagt Enrico Schwertner.

Zwar merkten die Zuschauer, dass die Teilnehmer Zeit und Fleiß in das Projekt investiert hatten, doch die Ernsthaftigkeit ist schlichtweg zu hinterfragen. Denn ein Unwissender wusste auch nach der Vorführung nicht mehr über Macbeth als vorher. Zu abstrakt waren die Darbietungen, zu laut und undefinierbar die Lieder der Band. Ohne das Bühnenbild im Hintergrund und einem Pappthron neben den Musikern wäre dieser Punkrockauftritt nie und nimmer mit Shakespeare in Verbindung gebracht worden.

Des Weiteren stellt sich die Frage, ob die 10 000 Euro Fördergelder nicht hätten sinnvoller eingesetzt werden können. Denn wenn die Musiker um 18 Uhr mit der Bierflasche in der Hand durch die Music Hall laufen, werden sie für die jüngeren Projektteilnehmer nicht gerade ein Vorbild sein. So viel zum Thema Werte vermitteln.

Die Organisatoren waren dennoch zufrieden mit der Umsetzung ihres Projektes und planen eine Fortsetzung. "Ich denke, mit einem anderen Werk könnte man so etwas ähnliches noch einmal durchführen", erklärt Schwertner. Aber dann bitte etwas weniger verwirrend.

Monique Pucher

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