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100 Meuselwitzer informieren sich bei erster öffentlicher Flüchtlingsdebatte

Asylkrise 100 Meuselwitzer informieren sich bei erster öffentlicher Flüchtlingsdebatte

Bis auf den letzten Platz war am Donnerstag der Bürgertreff gefüllt. Mehr als 100 Meuselwitzer waren zur öffentlichen Sitzung der Stadtratsfraktion UWG-SPD gekommen, um ihre Sorgen, aber auch Fragen zum Thema Flüchtlingspolitik loszuwerden.

Bei der ersten öffentlichen Flüchtlingsdebatte in Meuselwitz gab es große Ressonanz. (Symbolbild)

Quelle: Mario Jahn

Meuselwitz. Fraktionschef Klaus-Peter Liefländer stellte zunächst klar, dass die Veranstaltung keine Demonstration sei und man sich mit den Bürgern in ruhigem und ordentlichem Ton unterhalten wolle. Daran hielten sich während sich der Veranstaltung dann auch alle.

Für diese öffentliche Sitzung hätte sich seine Fraktion entschieden, weil sich deren Mitglieder schlecht über das hoch emotional belastete Thema Flüchtlinge informiert fühlten. „Mit so viel Resonanz aus der Bevölkerung hatten wir allerdings nicht gerechnet“, sagte er angesichts zweier komplett besetzter Räume

In seinen kurzen, einleitenden Worten ging er nicht nur auf die steigenden Flüchtlingszahlen ein. Er verwies auch darauf, dass 2014 rund 68 Prozent der Flüchtlinge zu Unrecht in Deutschland waren. „Das ist aber nicht das Problem der Flüchtlinge, sondern der Asylpolitik in unserem Land“, so Liefländer, der auch betonte: „Denjenigen, die Hilfe brauchen, muss geholfen werde.“  

Landrätin Michaele Sojka (Linke), die die Fraktion eingeladen hatte, informierte darüber, dass im Altenburger Land in diesem Jahr aktuell 654 Asylbewerber aufgenommen wurden. Bis zum Jahresende, könnten es insgesamt 1200 werden. Sie schilderte die Verfahrensweise zur Unterbringung, und begründete ihre Strategie, die Flüchtlinge möglichst alle in Wohnungen und nicht in großen Gemeinschaftsunterkünften oder gar Zelten unterzubringen.

„Ich gehe davon aus, dass nach Meuselwitz 100 Asylbewerber kommen könnten. Das passiert aber nicht auf einmal“, betont sie. Ob die Pläne zur Unterbringung von Flüchtlingskindern in einem Hotel in Wintersdorf betrifft (die OVZ berichtete), weiter vorangetrieben werden, konnte sie nicht sagen.

Ihre Fragen und Sorgen loszuwerden, davon machte dann rund ein Dutzend Bürger Gebrauch. Neben Fragen nach der Anzahl der Asylbewerber, die nach Meuselwitz kommen, wollten die Leute vor allem wissen, wo deren Unterbringung erfolgt. Dabei kam die Forderung auf, rechtzeitig informiert zu werden, wenn in der Nachbarschaft Flüchtlinge einziehen.

Aufgeworfen wurden aber auch Fragen nach der Sicherheit und danach, wo die Lehrer herkommen sollen, die die Flüchtlingskinder zusätzlich unterrichten. Mehrere Meuselwitzerinnen brachten zudem ihre Sorgen darüber zum Ausdruck, dass so viele junge Männer auf der Flucht seien. Die Bürger bewegte aber auch die Frage, wie die Menschen, deren Asylanträge abgelehnt werden, wieder nach Hause gebracht werden sollen.    

Die Landrätin versucht auf alle Fragen zu antworten. Weil aber manches nicht in der Verantwortung des Landkreises liegt, verwies sie mehrfach auf Flüchtlingspolitik der Bundesregierung, die vor Ort umzusetzen ist. Nach knapp eineinhalb Stunden Dialog gab es im Saal nicht nur zufriedene Gesichter. Fraktionschef Liefländer bot den Bürgern an, sie bei Veranstaltungen weiter zu unterrichten.

Marlies Neumann

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