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100-köpfige Gruppe von Sinti und Roma kampiert eine Woche auf LEG-Gelände ohne Wasser und Strom

100-köpfige Gruppe von Sinti und Roma kampiert eine Woche auf LEG-Gelände ohne Wasser und Strom

Der einwöchige Camping-Aufenthalt einer etwa 100-köpfigen Gruppe von Sinti und Roma hat für Unruhe im Gewerbegebiet Weißer Berg gesorgt.

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Müllsäcke, verdreckte Wiesen und zerfahrene Bordsteine sind die Hinterlassenschaften von rund 100 Roma, die eine Woche lang im Gewerbegebiet Weißer Berg campieren.

Altenburg/Rositz. Die Autokarawane mit etwa 25 bis 30 teils zweiachsigen Wohnwagen war am 10. September eingetroffen und hatte eine mehrere Hektar große Wiese auf dem noch ungenutzten Teil des Gewerbegebietes am Rande der Skatstadt in Beschlag genommen. Das Rathaus geht davon aus, dass dies unangemeldet geschah, wie aus der Antwort auf eine OVZ-Anfrage hervorgeht. Eine offizielle Anfrage nach einem Quartier habe es nicht gegeben, man sei von der Polizei von der Ankunft der Menschen informiert worden, sagte Rathaus-Pressesprecher Christian Bettels.

Dass sich dieses Gelände zum Campen nicht eignet, muss Polizei und Rathaus klar gewesen sein. Denn zum Beispiel gibt es dort keinerlei Abfall-Kübel. In Gesprächen zwischen Beamten und Campern konnte erreicht werden, dass die Roma sich auf eigene Kosten einen großen Abfallbehälter besorgten, um ihren Müll zu entsorgen, heißt es in der Rathausmeldung.

Das aber war nur der kleinste Teil des Problems, obwohl die Roma dennoch mindestens 20 Müllsäcke auf dem Gelände zurückließen. Vor Ort gibt es auch keinen Stromanschluss, vor allem aber kein Wasser. Dies hatte zur Folge, dass die Menschen schon am Wochenende die Tankstellen des Gebietes mit Kanistern stürmten. Ab Montag merkten auch ansässige Händler den Notstand. Massenhaft drängten sich die Roma in den begrenzt vorhandenen Sanitäreinrichtungen und versuchten tagtäglich, ihre Wasserbehälter aufzufüllen.

Von den vielen fremden Leuten verängstigt, engagierten mindestens zwei Verkaufseinrichtungen Sicherheitspersonal. Tankstellen reagierten auf den Ansturm stellenweise damit, dass die Türen zugeschlossen und der Verkauf nur noch über den Nachtschalter abgewickelt wurde. Dass die Leute auf dem Gelände über eine Woche ohne Wasserversorgung und auch ohne Strom lebten, brachte einige der Gewerbetreibenden in Rage. Dies sei fahrlässig und grenze an Menschenverachtung, sagte ein Betroffener, der mit dieser Auffassung aber lieber nicht genannt werden wollte.

Allerdings wurde in der Woche auch kräftig Umsatz gemacht. Man brauchte täglich Lebensmittel, die Kinder holten Eis, viele Familien kauften Decken, Kerzen und Teppiche, wie die OVZ erfuhr. Die Menschen hätten sich höflich und anständig verhalten, es kam zu keinen größeren Zwischenfällen, hieß es.

Das bestätigt auch der Vize-Polizeichef des Altenburger Landes, Dirk Rosenkranz, der von einem weitgehend störungsfreien Aufenthalt und von keiner einzigen Anzeige sprach. Das Lager zu räumen, sei für die Polizei nicht infrage gekommen, da es sich bei den nicht sesshaften Personen um eine sogenannte anerkannte "Landfahrbewegung" handele, die man schließlich nicht verjagen könne.

Die Fläche gehört dem Freistaat und wird von der Landesentwicklungsgesellschaft verwaltet. Diese habe Anfang der Woche von den Roma erfahren und in Gesprächen sowohl mit ihnen als auch mit Polizei und Rathaus darauf gedrungen, dass das Gelände verlassen werde, sagte LEG-Sprecher Holger Wiemers der OVZ. Eine zwangsweise Räumung lag allerdings nicht im Interesse der LEG, hätte jedoch nicht verhindert werden können, wenn der Aufenthalt der Camper länger als diese eine Woche gedauert hätte.

Die LEG hat mit den im Altenburger Land unpopulären Roma Erfahrung. Im Juli 2009 hatte eine Wohnwagenburg auf dem Gelände der LEG in unmittelbarer Nähe des Feuerwehrgebäudes der Gemeinde Rositz für Unmut und Unruhe unter den Bürgern gesorgt, auch wegen Lärms und Verunreinigungen (OVZ berichtete).

Die LEG will aus beiden Aufenthalten nun ihre Lehren ziehen. "In Zukunft werden wir eine solche Nutzung nicht mehr dulden", kündigt Wiemers an. Ohnehin geschah dies allein aus humanitären Gründen, wie es auch in der Rathaus-Meldung hieß.

Offenbar dauerte der Altenburger Aufenthalt der Roma einen Tag länger als geplant. Eine junge Frau soll im Klinikum des Kreises ein Kind auf die Welt gebracht haben, heißt es. Baby und Mutter seien dem Augenschein nach wohlauf. Die Karawane zog dann am Sonntag weiter.

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