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Altenburg 100 spannende Jahre – ein guter Grund zum Feiern für Liesbeth Kosky
Region Altenburg 100 spannende Jahre – ein guter Grund zum Feiern für Liesbeth Kosky
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01:31 02.06.2018
Liesbeth Kosky hat sich für ihren 100. Geburtstag fein gemacht. Quelle: Jörg Reuter
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Meuselwitz

Wer mit Liesbeth Kosky redet, der bekommt richtig Lust aufs Altwerden. Körperlich und geistig gut beisammen, scherzte sie am Mittwoch bei bester Laune und empfing in ihrer Wohnung einen Gast nach dem anderen. Denn die Meuselwitzer Seniorin feierte ihren 100. Geburtstag. Klar, dass sich da die Gratulanten die Klinke in die Hand gaben. „So alt wird ja auch nicht jeder“, meinte sie durchaus stolz und fügte an: „Toi, toi, toi, ich bin noch keinem zur Last gefallen. Ich lebe hier nach wie vor alleine.“ Damit das noch lange so bleibt, wünschte sie sich vor allem Gesundheit.

Geboren und aufgewachsen ist Liesbeth Kosky in Schlesien bei Breslau. Als junge Frau war sie in der alten Heimat in der Landwirtschaft tätig. Doch die Katastrophe des Zweiten Weltkrieges mit dem bekannten Ausgang war längst im Gang. Auch sie musste flüchten. Wenn sie heute so zurückdenkt, folgten nun die schwersten Jahre ihres Lebens.

Gewissermaßen mit Glück im Unglück, gehörte die damals 26-Jährige zu jenen, die nicht zu Fuß gen Westen zogen, sondern mit der Bahn fahren konnten. Zunächst landete sie 1944 in Magdeburg. Nach einiger Zeit ging es dann weiter nach Meuselwitz, wo sie seitdem lebt. „Das war eigentlich unverhofft, wir wussten ja nicht, wohin“, erinnerte sich die 100-Jährige.

Jedoch scheint es so, als habe trotz der harten Zeit und dem Flüchtlingsschicksal alles seine Richtigkeit gehabt. Denn kaum war sie in dem Städtchen an der Schnauder gelandet, lernte sie einen tollen Jugoslawen kennen, der bald ihr Ehemann wurde. „Ja, und 1945 kam dann schon mein erstes Kind zur Welt“, dachte sie am Mittwoch noch einmal zurück.

Letzten Endes zog das Ehepaar vier Kinder groß, die Liesbeth Kosky inzwischen acht Enkel und sechs Urenkel geschenkt haben. „Na, wenn die heute alle kommen, ist der Lindenhof voll“, sagte sie schmunzelnd, während mit jedem Klingeln mehr Familienmitglieder ankamen.

Bis zur Rente habe sie dann in einer Gärtnerei gearbeitet, erzählte sie weiter aus ihrem Leben, nachdem sie die nächsten guten Wünsche zu zwei Mal 50 Jahren empfangen hatte. Auch wenn Landwirtschaft und Gärtnerei nicht so weit auseinander liegen – einfach war es nicht und eine ziemliche Umstellung. „Aber irgendwann hat es mir dann richtig gut gefallen.“ Weit herumgekommen ist sie in den Jahren nicht. Mit vier Kindern sei das nicht einfach gewesen, weil selbst zu DDR-Zeiten eine große Familie nicht überall willkommen war. Schöne Stunden verbrachten die Koskys aber in ihrem Garten.

Das Hobby ihrer Jugend war Sport. Noch in Schlesien habe sie erfolgreich angefangen mit Turnen und Leichtathletik. „Aber als die Kinder dann da waren, hatte ich keine Zeit mehr für viel Sport.“ Genügend Zeit hatte sie aber später als Rentnerin, die sie nach der Wende fürs Reisen nutzte. Unter anderem besuchte sie drei Mal Verwandte ihres 1995 verstorbenen Mannes in den USA.

Von Jörg Reuter

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