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Altenburg 1000 Höfe und viel Kultur: Altenburger Land in der Selbstfindung
Region Altenburg 1000 Höfe und viel Kultur: Altenburger Land in der Selbstfindung
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18:30 14.02.2017
Touristiker und Politiker aus dem gesamten Landkreis diskutierten im Goldenen Pflug mit Tourismusberater Oliver Melchert (rechts). Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Wofür steht das Altenburger Land? Wie lässt sich auf den Punkt bringen, was die Region zu bieten hat? Um Antworten auf diese Fragen zu suchen, trafen sich zu Wochenbeginn zum zweiten Mal Touristiker und Politiker aus dem gesamten Landkreis zu einem Workshop im Goldenen Pflug. Ziel des Gedankenaustauschs: die Kreation einer griffigen Marke Altenburger Land, mit der sich die Region bei Reiselustigen konzertiert bewerben lässt. Nach rund sechs Stunden Diskussion und Beratung waren einige Eckpfeiler gesetzt, fürs finale Ergebnis allerdings wird zeitnah ein dritter Termin anberaumt.

Der typische Landkreis-Tourist mit Übernachtungsabsicht – so viel wurde beim Workshop deutlich – kommt in Familie oder mit Partner. Das zeigt die Erfahrung. Die Paare sind in der Regel über 50 beziehungsweise im Rentenalter, kommen erfahrungsgemäß oft aus Gegenden in Deutschland, in denen Genuss eine große Rolle spielt, und wollen auch im Urlaub Genuss erleben – kulinarisch, aber auch kulturell. Sie kommen mit Zug oder Auto, haben im Internet gebucht, zuvor aber angerufen, um Anregungen zu holen. Die Familien beziehen ihr Zimmer in der Regel mit wenigstens einem schulpflichtigen Kind, haben den Aufenthalt online gebucht, reisen mit dem Auto an und wollen Zeit zusammen verbringen. „Das bedeutet, es muss für jeden was dabei sein. Und wenn wir mal durchgehen, was der Landkreis alles zu bieten hat, ist die Familie im Landkreis zwei Wochen beschäftigt“, sagt Lisa Piller von der Tourismusinformation Altenburger Land. „Die kulturinteressierte Mutter zieht es aufs Altenburger Schloss, den technikaffinen Vater zur Flugwelt in Nobitz, und Ausflüge mit der Kohlebahn, mit dem Fahrrad oder nach Pahna sind sowieso für alles was.“

Typische Zielgruppen, sogenannte Personas zu skizzieren, das war ein Hauptthema im Workshop. „Auch wenn es immer wieder Ausnahmen von der Regel gibt, ist es wichtig zu wissen: Auf welchen Gast richte ich mich ein, welche Vorlieben hat er, wen hat er in Begleitung?“, schildert Oliver Melchert. Der Tourismus- und Regionalberater aus Hannover leitete den Workshop, hat in puncto touristische Selbstfindung bereits reichlich Erfahrung. „Die Region mit all ihren vielfältigen Angeboten braucht ein gemeinsames Leitmotiv – möglichst praxisnah, damit sich alle Akteure darin wiederfinden und es konkret mit Produkten untersetzen können“, erklärte Melchert.

Das Leitmotiv, die Marke, sie sollte etwas mit Kultur zu tun haben, darin herrschte beim Touristikertreffen eine gewisse Einigkeit. Denn an Kultur ist das Altenburger Land reich. „Was uns auszeichnet, sind Bauten und Brauchtum aus Jahrhunderten, in ausgeprägter Authentizität“, unterstrich Altenburgs Schloss- und Kulturdirektor Christian Horn. „Dazu zählen auch die rund 1300 Höfe, darunter 700 Vierseithöfe, die im Landkreis zu finden sind“, ergänzte Martin Burkhardt vom Verein Altenburger Bauernhöfe. „Das Land der 1000 Höfe“ ist deshalb ebenfalls ein Prädikat das beim Workshop auf positive Resonanz stieß. „Unter dieser Begrifflichkeit lässt sich vieles einsortieren, was den Landkreis ausmacht“, fand der Wirtschaftsförderer des Altenburger Landes, Wolfram Schlegel. „Die typischen Höfe sind ein plastisches zentrales Objekt, mit dem sich werben und zugleich die Brücke von der ländlichen zur Hochkultur schlagen lässt“, urteilte Schmöllns Bürgermeister Sven Schrade (SPD).

Und der Skat, der die Skatstadt berühmt gemacht hat? Auch darüber wurde intensiv diskutiert. Er ist bekannt, aber nicht der Inbegriff eines Urlaubserlebnisses. Altenburgs OB Michael Wolf (SPD) empfahl zudem, die Urlaubsregion Altenburger Land nicht nur in Thüringen einzubetten, sondern auch das zum Teil viel enger verbundene Sachsen mit einzubeziehen.

Teil drei des Workshops dürfte noch einmal spannend werden.

Von Kay Würker

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