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Altenburg 1000-jährige Eiche fürs erste gerettet
Region Altenburg 1000-jährige Eiche fürs erste gerettet
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19:48 19.08.2014
Der uralte Baum lockt regelmäßig Touristen nach Nöbdenitz. Quelle: dpa

Ein davor erstelltes Gutachten eines anderen Sachverständigen hatte die Fällung beziehungsweise das Abschneiden der großen Äste empfohlen. Dagegen regte sich heftiger Widerstand in Nöbdenitz mit den Ziel, die Eiche zu erhalten (OVZ berichtete).

Nach erneuter gerätetechnischer Untersuchung und im Vergleich mit der letzten Begutachtung des Sachverständigen sei nun zusammenfassend festzustellen: Die 1000-jährige Eiche ist ein alter, absterbender Baum, bei dem mittelfristig mit einem Versagen gerechnet werden muss, teilt die Naturschutzbehörde mit. Insofern seien vordergründig Maßnahmen einzuleiten, die eine Gefährdung durch den Baum ausschließen.

Hierbei ist eine komplette und weitläufige Einzäunung des Baumes mit einem stabilen, mindestens 1,50 Meter hohen Stabgitterzaun entlang der äußeren Bordsteinkante vom Pfarrgarten bis zum Fachwerkhaus zu errichten. Fußgängerverkehr, Schautafeln und Treffpunkt der Eichenführung müssen verlegt werden. Als zweite Maßnahme sollte der bereits gestützte Hauptast mit einer weiteren Stütze versehen werden, um die Last zu verringern und damit ein mögliches Abbrechen zu verhindern.

Der zweite, bislang ungestützte Ast hat derzeit noch festes Holz. Aufgrund der fortschreitenden Fäule sollte letztlich überlegt werden, ob es dem Lauf der Natur überlassen wird, wann es zu einem Versagen kommt oder ob man eine Konservierung der jetzigen Baumgestalt durch eine weitere - die Ästhetik der Eiche einschränkende - Abstützung vornimmt, zitiert das Landratsamt weiter das Gutachten. In diesem Fall wäre zusätzlich eine Statikberechnung erforderlich, zudem wäre ein Eingriff ins Wurzelwerk notwendig.

Aus dem Gutachten leite die Naturschutzbehörde nun die dringende Empfehlung ab, einen Zaunes, wie in der Expertise empfohlen, zu errichten. Für die Verantwortlichen in der Gemeinde sind das mehr als gute Nachrichten. "Wir stehen zur Eiche. Nun müssen wir nur alles finanziell auf die Reihe bekommen", so Erich Zapp (Sportverein), der momentan den im Urlaub weilenden Bürgermeister im Amt vertritt. Seit vorgestern hat er das Gutachten auf dem Tisch und es in Kopie gestern sowohl an die Gemeinderatsmitglieder als auch an die Bürger des Aktionsbündnisses verteilt. "Wir freuen uns sehr darüber, dass der Gutachter so schnell fertig war", sagt der stellvertretende Bürgermeister.

Jetzt könne geklärt werden, wie es weitergehen kann. Dafür fehlen, laut Zapp aber zum einen noch Informationen darüber, wie groß die empfohlene neue Stütze sein muss. Zum anderen müsse der Gemeinderat festlegen, was konkret getan werden soll. "Die bis jetzt eingesammelten rund 5000 Euro Spenden werden wahrscheinlich nicht für alles ausreichen, was der Gutachter für notwendig hält. Und sollte es notwendig werden, den Fußweg zu verlegen, könnte es an die finanziellen Grenzen der Gemeinde gehen", nennt Zapp erste Überlegungen. Doch momentan sei es für Konkretes noch zu früh, auch weil noch nicht alle Fakten geklärt sind.

Dazu gehört auch, welche Position im Landratsamt zur an der 1000-jährigen Eiche vorbeiführenden Kreisstraße besteht. Zwar tauchten bereits nach dem ersten Gutachten im Frühjahr Gerüchte auf, das Straßenbauamt wolle den Wünschen der Nöbdenitzer entgegenkommen. "In den nächsten Tagen werden wir mit den zuständigen Stellen sprechen und alles klären", kündigt Zapp an. Darüber hinaus sei man sich natürlich in Nöbdenitz bewusst, dass die Eiche alt ist. Zapp: "Insofern ist sehr erfreulich, dass der Gutachter von 2005 bis heute kaum Verschlechterungen festgestellt hat."

Jöerg Reuter

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