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Altenburg 105 Jäger bei Drückjagd im Leinawald dabei
Region Altenburg 105 Jäger bei Drückjagd im Leinawald dabei
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17:10 04.12.2018
105 Jäger nahmen an der Jagd teil und schossen vor allem Rehe und Wildschweine. Quelle: Andreas Ott
Nobitz

Im Leinawald fielen am Samstag etliche Schüsse, denn 105 Jäger schossen auf Wildschweine und Rehe. Die Drückjagd wurde nicht willkürlich durchgeführt, sondern hat mehrere Gründe.

Morgendämmerung im Leinawald: 105 Jäger nehmen Platz auf den Hochsitzen des Waldes. Sie warten darauf, dass die 70 Treiber und einige Stöberhunde den Wald zu einem wilden Ort werden lassen. Vor allem Wildschweine sind eher bei Nacht anzutreffen, daher müssen sie aufgescheucht werden, damit ein Jäger sie schießen kann. Dafür eignet sich eine Drückjagd. Auf 1800 Hektar wird das Wild aufgescheucht. Wildschweine und Rehe suchen sich auf kürzeren Strecken einen Unterschlupf, wo sie sich verstecken können, sodass es für den Jäger einfacher wird, ein Tier zu treffen.

Bevor es losgeht, werden alle Beteiligten noch in die Sicherheitsmaßnahmen eingewiesen. Es soll keine Unfälle geben, bei denen Menschen verletzt werden, sodass die Beteiligten in orange eingekleidet sind.

Seuchen zur natürlichen Auslese

Innerhalb der nächsten zweieinhalb Stunden werden 111 Wildschweine und 48 Rehe getötet. Dies hat mehrere Gründe. „Wenn die Population einer Tierart zu groß ausfällt, entwickelt die Natur Seuchen zur natürlichen Auslese“, erklärt Forstleiter Karsten Schröder, der die Jagd am Samstag geleitet hat. So zum Beispiel die Afrikanische Schweinepest, die für Menschen zwar ungefährlich, für Schweine jeder Art aber umso gefährlicher ist. Daher fordert sogar das Ministerium Jäger dazu auf, Wildschweine und Co zu jagen.

Länger als die zwei Stunden darf das Wild nicht unbearbeitet liegen bleiben, denn das Fleisch wird nicht weggeworfen, sondern zum Verzehr verkauft. Die Jäger sind während der Drückjagd dazu angehalten, sich tierschutzgerecht zu verhalten. Kein Tier soll unnötig leiden, daher muss jeder Schuss ein tödlicher Schuss sein. Für den Fall, dass es doch zu einer Verletzung, nicht etwa zu einer Tötung kommt, werden Schweißhunde eingesetzt. Schweiß ist in der Jägersprache das Wort für Blut. Diese Hunde folgen den Blutfährten und suchen nach dem vermeintlich verletztem Wild, damit die Jäger dem Leiden des Wildschweines oder Rehes ein Ende setzen können. So haben die Beteiligten Samstag Nachmittag und Sonntag die Hunde den Wald auf Blut absuchen lassen.

Je höher der Schaden, desto mehr wird gejagt

Weiterhin ist bei zu viel Wild im Wald die Chance für die nächste Waldgeneration gering. Die Baumfrüchte, die hinunterfallen und zu neuen Bäumen heranwachsen, werden von den Tieren gefressen, sodass es erst gar nicht zu neuen Pflanzen kommen kann. „Nicht nur Pflanzen im Wald sind davon betroffen, auch Landwirte hätten Probleme mit ihrer Ernte“, sagt Schröder. In den Sommermonaten suchen Wildschweine Unterschlupf in den umliegenden Feldern, wo sie sich weitervermehren und nach Nahrung suchen.

Wie aber wissen Jäger, dass die Population des Wildes zu groß ausfällt? „Wir können natürlich nicht abzählen, wieviel Wild sich im Wald herumtreibt. Manche Tiere sieht man gar nicht und viele würden wir doppelt sehen“, erzählt Schröder. Deshalb gilt: Je höher der Schaden am Wald, desto mehr muss gejagt werden.

Von Nicole Grziwa

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