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12 Tenöre verwandeln Brüderkirche in ein Tollhaus

12 Tenöre verwandeln Brüderkirche in ein Tollhaus

Die Altenburger sind ein verrücktes Völkchen. Gerade haben sich die Türen für zehn erlebnisreiche Musikfestivaltage geschlossen, da öffnen sich die Tore der Brüderkirche und gewähren knapp 1000 Besuchern Einlass für ein Konzert der 12 Tenöre.

Imposante Lichtshow und grandiose Stimmen: Die 12 Tenöre in der Brüderkirche.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Von Manfred Hainich

Das volle Haus und die 12 Tenöre genügten, um die Brüderkirche in ein musikalisches Tollhaus zu verwandeln. Denn die in Schwarz gekleideten Herren können nicht nur gut singen, sondern auch gut moderieren, gut tanzen und eine gute Show abziehen, die wohl in der bisherigen Geschichte dieser Stadtkirche einmalig ist. Die zwölf Sänger begeistern nicht nur optisch und musikalisch, sondern vor allem durch ihre mitreißende Energie auf der Bühne. Sie kennen nur ein Ziel: das Publikum anzustecken mit ihrer Leidenschaft für die Musik. Und sie wollen mit diesem Programm die allgemeine Meinung widerlegen, dass Tenöre nur für Opernarien geeignet seien.

Diese gibt es mit dem Trinklied "Libiamo" aus Verdis La Traviata und dem nun schon sehr populären "Nessun dorma" aus Puccinis Turandot durchaus, wobei die Sänger den finalen Höchstton wie in "O sole mio" auch nicht wagen. Sie singen das übliche Operettenlied "Dein ist mein ganzes Herz" und das Lied von der Veronika und ihrem Lenz. Das alles ist sehr respektabel. Aber das war es dann auch schon mit dem üblichen Tenorrepertoire.

Alle anderen der knapp 30 Titel waren Coverversionen von bekannten Popsongs und Liedern. Dabei bewiesen die Sänger, zu welch unglaublichen Leistungen die menschliche Stimme fähig ist. Sie geben ihren Songs einen großen Facettenreichtum und einen solchen Klang, so dass ihre Stimmen fast ein Orchester ersetzen können. Unterstützung erhalten sie dabei von drei Spitzenmusikern am Klavier, Keyboard und am Schlagwerk, die nicht aus einer Mädchenband stammen, wie in den Vorschauen auf das Konzert angegeben.

Sie verbinden klassisch geprägte Lieder mit rhythmisch orientierter moderner Rockmusik - unter anderem von den Beatles, Queen, Michael Jackson - und treffen so den Geschmack des Publikums unterschiedlichen Alters. Natürlich gibt es im Programm Titel, die das Publikum rhythmisch wie musikalisch in Ekstase versetzte - mit Hits wie "Kalinka", "You raise me up", "Good Vibrations" und dem Schlusstitel "We will rock you". Das führte dann zu ausgelassenem Jubel mit Schreien und trampelnden Füßen, dass man fürchten konnte, das Kirchengemäuer könnte erbeben.

Zugegeben, in Verbindung mit einer beeindruckenden Lichtshow war dieses Konzert ein grandioses Ereignis für Auge und Ohr. Doch hätte man sich bei einem Auftritt von 12 Tenören einen A-cappella-Chor und einige besinnlichere Lieder mehr gewünscht. Wie als die Sänger im Kreis vereint das jiddische Lied "Now we are free" vortrugen und sich eine wohltuende Stille in der Kirche breit machte.

Man muss sich fragen, ob mit diesem Konzert nicht die Grenze, was für ein Gotteshaus erträglich ist, überschritten wurde. Die Brüderkirche wurde seit Langem auch für Veranstaltungen nicht religiösen Charakters geöffnet, was gut ist. Wenn aber das Gotteshaus in einen Rockpalast mit all seinen einfach dazugehörigen Eigenheiten wie Schreien mit höchstmöglicher Lautstärke und trampelnden Füßen auf einem Holzfußboden verwandelt wird, dann sollte überlegt werden, ob es nicht bessere Orte für solche Veranstaltungen gibt. Altenburg hat den Goldenen Pflug, in dem auch mehr als Tausend Besucher Platz finden.

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