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Altenburg 13 Mädchen und Jungen auf der Suche nach dem Werwolf
Region Altenburg 13 Mädchen und Jungen auf der Suche nach dem Werwolf
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00:19 30.07.2017
Ferienlageratmosphäre vor dem Quellenhof in Garbisdorf: Produzentin Claudia Weingart (hinten links) und Vereinschef Klaus Hiller (hinten rechts) mit ihrem Filmteam. Quelle: Klaus Peschel
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Garbisdorf

Im Kulturgut Quellenhof in Garbisdorf ist eigentlich immer etwas los. Doch während der Sommerferien hieß es dort eine Woche: „Werwolf, die Erste … Und Action“. 13 Mädchen und Jungen aus dem Altenburger Land im Alter von neun bis 15 Jahren waren mit Kamera und Mikrofon auf der Jagd nach dem unheilvollen Raubtier.

Der Grund für dieses ungewöhnliche Prozedere: Seit 2012 gibt es im Quellenhof jährlich einen Filmworkshop für Kinder und Jugendliche. Er findet immer in den Sommerferien statt und ist fester Bestandteil der Projekte der Land-Cineasten. Das ist ein Verein, der sich der Förderung kultureller Veranstaltungen auf dem Lande verschrieben hat. Im Mittelpunkt steht dabei die Filmkunst.

Vereinsvorsitzender Klaus Hiller zum Workshop für Kinder und Jugendliche: „Das ist wie Ferienlager. Übernachtet wird in Zelten, es gibt kein Fernsehen, kein Internet, und die Handys werden am ersten Tag eingesammelt. Dafür gibt es frisches Wasser aus der Quelle, eine Tischtennisplatte und viel frische Luft.“

Filme werden natürlich auch gedreht. Und dafür fließt aus der Quelle des Quellenhofes auch schon einmal Blut. „Das ist aber nur Theaterblut“, versicherte Claudia Weingart. Sie ist selbstständige Filmproduzentin in Berlin und leitete zum vierten Mal den Workshop. Es ist die Arbeit mit Kindern, die sie reizt, immer wieder nach Garbisdorf zu kommen. Ansonsten sind die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit Werbung und Musikvideos.

Im vergangenen Jahr entstand in Garbisdorf der Trailer „Werwolf“. Er ist zwei Minuten lang und bei den Land-Cineasten im Internet zu sehen. Ein Werbeclip für einen Film zu drehen, den es noch gar nicht gibt, das hat wohl noch nicht einmal Hollywood fertiggebracht. In diesem Jahr sollte zum Trailer nun auch der Film entstehen, waren sich die Mädchen und Jungen einig. Vier der Protagonisten des Trailers kamen deshalb erneut zum Ferienworkshop. Und die neun Neuen waren schnell von dem ungewöhnlichen Projekt zu überzeugen.

Weingart erinnerte sich: „Schon im Vorjahr griffen die Kinder in jeder freien Minute zu den Karten und spielten Werwölfe von Düsterwald. Irgendwann kam einer auf die Idee, lasst das Spiel doch Wirklichkeit werden. Und alle waren begeistert.“ So entwickelte sich aus einem Spiel heraus eine Fantasiewelt, die nun in einen Spielfilm eingeht.

Am ersten Tag wurde gemeinsam die Story entwickelt. Es gab ein Auswahlverfahren, in dem die jungen Filmemacher darüber entschieden, wer für welche Rolle am besten geeignet ist. Am zweiten und dritten Tag wurde intensiv gedreht. Am vierten Tag kam der große Regen. Die Zelte waren zum Glück dicht. Weitgehend. Am fünften Tag, einem Freitag, kamen die Eltern. Am Abend saß man gemeinsam am Lagerfeuer und hatte viel zu erzählen. Am Sonnabend war Abreise. Im Gepäck hatten die Kinder auch Kenntnisse über Kameraführung, Drehbuch und Requisite.

Ihren gemeinsamen Film haben sie aber noch nicht mit nach Hause nehmen können. Er ist noch im Entstehen. „Einen zwei Minutenfilm kann man in Garbisdorf produzieren“, so Claudia Weingart. „Einen Kurzfilm von zehn Minuten Länge, das geht hier nicht“. So nahm sie das Material aus intensiven Drehtagen mit nach Berlin. Ob der Film dann schlicht und einfach „Werwolf“ heißt oder einen anderen Namen tragen wird, das ist noch offen. Auch ob die Geschichte gut ausgeht oder nicht, wird noch nicht verraten. Fest steht aber: Der Film wird am letzten Oktoberwochenende in Garbisdorf zu sehen sein.

Anlässlich der jährlich stattfindenden Quellinale, einem zweitägigen Kurzfilmfestival im Quellenhof, soll er seine Premiere haben. Die Kinder und deren Eltern sind dazu eingeladen. Klaus Hiller, danach befragt, ob ein Film über einen Werwolf in Garbisdorf ein schlechtes Licht auf die Gemeinde werfe, meinte lächelnd: „Wir freuen uns über jeden, der herkommt, um hier den Werwolf zu suchen.“

Von Klaus Peschel

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