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130 Flüchtlingskinder gehen nach den Winterferien in Altenburger Schulen

Stadtverwaltung regelt Verteilung 130 Flüchtlingskinder gehen nach den Winterferien in Altenburger Schulen

Nach den Winterferien können viele der in Altenburg lebenden Flüchtlingskinder in die Schule gehen. Insgesamt sind 130 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 15 Jahren auf die Grund- und Regelschulen im Stadtgebiet aufgeteilt worden. Allerdings fehlen noch immer Lehrer, die die Schüler – vor allem die älteren in den sogenannten „Starterklassen“ – in Deutsch unterrichten.

In die Grundschule „Wilhelm Busch“ in Altenburg-Nord gehen derzeit die meisten Flüchtlingskinder

Quelle: Agentur

Altenburg. Nach den Winterferien ab dem 8. Februar können viele der in Altenburg lebenden Flüchtlingskinder in die Schule gehen. Insgesamt sind 130 Mädchen und Jungen im Alter von sechs bis 15 Jahren auf die Grund- und Regelschulen im Stadtgebiet aufgeteilt worden. Darüber hat Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) in dieser Woche auf einer Pressekonferenz informiert. Möglich wird dies, weil die Stadtverwaltung die Sache in die eigenen Hände genommen hat. Sowohl vom Schulamt Ostthüringen als auch vom Landratsamt lasse die zugesagte Unterstützung seit Monaten auf sich warten, erklärte Wolf. „Doch wir können nicht weiter warten, wenn wir Chaos in unserer Stadt verhindern wollen.“ Denn eine Integration sei nur möglich, wenn die Kinder in die Schule gehen und auch die deutsche Sprache lernen.

Deshalb hat die Stadtverwaltung sich auf folgende unbürokratische Verfahrensweise mit dem Schulamt geeignet: Die Stadt erhält von der Ausländerbehörde des Landkreises die Namen der Kinder und ihr Alter und weist sie wohnortnah den entsprechenden Schulen zu. Die Verteilung wird den Direktoren und dem Schulamt mitgeteilt, wobei letzteres ein Veto-Recht hat. Zwar besuchen schon jetzt Kinder aus Asylbewerber-Familien Grundschulen in Altenburg, doch angesichts der vielen Neuankömmlinge der vergangenen Monate war es nötig, sich auf ein rasches Verfahren zu einigen, so Wolf.

In Trägerschaft der Stadt befinden sich vier Grundschulen, eine Gemeinschaftsschule sowie zwei Regelschulen. Erklärtes Ziel der vereinbarten Kooperation ist es, die ausländischen Schüler gemäß den an den Schulen vorhandenen Kapazitäten zu verteilen. Da aber auch Wohnortnähe wichtig ist, hat derzeit die Grundschule „Wilhelm Busch“ in Altenburg-Nord die mit Abstand meisten Kinder.

Je jünger die Schüler sind, desto leichter gelingt das Erlernen der deutschen Sprache. An der Busch-Schule unterstützen seit dem Vorjahr zwei zusätzliche Lehrkräfte die Jungen und Mädchen speziell beim Erwerb der deutschen Sprache. Schwieriger stelle sich die Situation bei älteren Schülern dar, so Wolf. Sie müssten eigentlich eine Regelschule besuchen, könnten dem Fachunterricht aber ohne Grundkenntnisse der deutschen Sprache nicht folgen. Für sie ist die Einrichtung einer so genannten „Starterklasse“ an der Regelschule „Dietrich Bonhoeffer“ in Altenburg-Nord geplant. Dort sollen, ebenfalls mit Beginn des neuen Schulhalbjahrs, Flüchtlingskinder ab dem zehnten Lebensjahr mit so guten Deutsch-Grundkenntnissen ausgestattet werden, dass sie – je nach Lernfortschritt – nach einiger Zeit am regulären Unterricht einer Regelschule teilnehmen können.

Doch noch immer fehlen die für den Deutsch-Unterricht an den Grundschulen und für die Starterklasse die notwendigen Lehrer, räumte der Oberbürgermeister ein. „Wir erwarten vom Schulamt, dass dieses Problem schnellstmöglich geklärt wird.“ Einen Grund für mangelnde Bewerbungen sieht Wolf darin, dass es in Thüringen nur 0,75-Stellen ohne Nachhaltigkeit, in Sachsen oder anderen Bundesländern aber Vollzeitstellen sind.

Zurzeit leben den Angaben zufolge 309 Flüchtlinge im Alter von fünf bis 21 Jahren in Altenburg. Für jugendliche Flüchtlinge ab 16 Jahren sollen Wege in die Berufsschule geebnet werden. Den Draht zu den Berufsschulen hält der Integrationsbeauftragte der Stadtverwaltung, Dezernent Robby Tänzer. Unklar ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt die Integration der Kleinsten, die eigentlich einen Kindergarten besuchen müssten. „Hier tappen wir noch total im Dunkeln“, bedauerte Wolf.

Von Ellen Paul

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