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14 360 Menschen im Kreis arbeiten für Niedriglohn

14 360 Menschen im Kreis arbeiten für Niedriglohn

Im Altenburger Land arbeiten rund 14 360 Menschen für einen Niedriglohn. Sie verdienen weniger als 8,50 Euro pro Stunde. Das ist das Ergebnis einer Studie vom Pestel-Institut in Hannover.

Die Betroffenen stellen rund 43 Prozent der 33 656 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die im Altenburger Land insgesamt wohnen.

 

Die Niedriglohnempfänger seien auch im Landkreis in den typischen Branchen anzutreffen, sagte Matthias Günther vom Pestel-Institut der OVZ auf Anfrage. Der Leiter der Mindestlohn-Studie nannte dabei insbesondere Gastronomie, Sicherheits- und Reinigungsgewerbe sowie Einzelhandel. Günther hat darüber hinaus auch die konkreten Einkommen der Betreffenden untersucht und ist dabei auf ein gravierendes Dumping-Lohn-Problem im Landkreis gestoßen. Denn im Durchschnitt erhalten die Niedriglohnempfänger im Altenburger Land nur 4,40 Euro pro Stunde.

 

Die Wissenschaftler haben darüber hinaus untersucht, welche positiven Effekte ein gesetzlicher Mindestlohn für die heimische Wirtschaft hätte: "Die Kaufkraft im Altenburger Land würde um 47,2 Millionen Euro pro Jahr steigen. Vorausgesetzt, jeder Beschäftigte verdient künftig mindestens 8,50 Euro pro Stunde", sagte Günther. Er erwartet, dass der Zuwachs an Kaufkraft nahezu eins zu eins in den Konsum gehen würde.

 

Für die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten sind die Ergebnisse der Studie ein klares Argument für die sofortige Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes von 8,50 Euro. Beide Gewerkschaften hatten die Untersuchung in Auftrag gegeben. "Wer den ganzen Tag arbeitet, muss mit dem, was er verdient, auch klarkommen können. Das klappt aber nicht, wenn Dumpinglöhne gezahlt werden. Und ein Dumpinglohn ist alles unter 8,50 Euro pro Stunde", sagt die Geschäftsführerin des Verdi-Bezirks Ostthüringen, Bettina Penz. "Niedriglöhner können am Leben nicht richtig teilnehmen. Das fängt schon beim Bus- und Bahnticket an und betrifft auch Ausflügen, Ausgaben fürs Kino oder Schwimmbad". Ein Niedriglohn bedeute automatisch "eine Lebensqualität dritter Klasse".

Jens Rosenkranz

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