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Altenburg 14 Asylbewerber besuchen Achtklässler im Meuselwitzer Gymnasium
Region Altenburg 14 Asylbewerber besuchen Achtklässler im Meuselwitzer Gymnasium
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17:40 08.04.2016
Anna Langheinrich, Gina Marie Zöbisch (v.l., beide 14 Jahre aus der Klasse 8a), die Flüchtlinge Mahmoud Ali (16) und Masuod Jalali (18) sowie Theresa Gerth, Luca Hüfner (r. beide 14 Jahre) lernen sich besser kennen und fertigen gemeinsam mit Händen und Fingerfarbe ein buntes Plakat mit einer Weltkarte. Quelle: Foto: Oliver Becker
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Meuselwitz

Die minderjährigen Asylbewerber aus Afghanistan und Syrien waren 2015 ohne Eltern nach Deutschland gekommen und besuchen seit rund vier Monaten einen Deutschkurs – einige sind im Meuselwitzer Bildungszentrum (MBZ) untergebracht, andere in einer Unterkunft in Schmölln.

„Wir haben die Flüchtlinge zu der Projektwoche in unsere Schule eingeladen, weil sie ein Teil dieser bunten Welt sind und es viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge im Landkreis gibt, die möglicherweise bald auf unsere Schule gehen“, sagte Jutta Maria Steinert, Schulleiterin am Gymnasium in Meuselwitz. „Vorurteile und Ängste baut man bekannterweise nur mit persönlichen Begegnungen ab“, daher unterstützt die Schulleitung das direkte Gespräch zwischen Gymnasiasten und Flüchtlingen.

Schnell wurden Gruppen gebildet und die Neuankömmlinge ausgefragt. Aus welchem Land kommst du? Gefällt es dir in Deutschland und Meuselwitz? Warum bist du geflohen? Diese und ähnliche Fragen stellten die neugierigen Schüler. Trotz der Sprachbarriere war das Interesse auf beiden Seiten groß, etwas vom anderen zu erfahren. Antworten wurden mit Händen und Füßen gegeben. „In meiner Heimatstadt – einen Tag gut, anderen Tag nicht – konnte nicht schlafen, Bomben, Krieg, kein Essen, kleine Elektrik“, erzählte der 16-jährige Mahmoud Ali aus Syrien. Er floh vor rund sieben Monaten zusammen mit seinem älteren Bruder über die Türkei nach Deutschland und ließ Eltern, Freunde und Freundin zurück. Seine Familie vermisst er, sie will nachkommen, wann, weiß er nicht. Die Mädchen an seinem Tisch fanden es spannend, sich auf diesem Weg selbst ein Bild von den Flüchtlingen zu machen. „Man lernt sich besser kennen und hat dann auch einen besseren Eindruck von den Flüchtlingen. Denn das in den Medien gezeichnete Bild ist oft schlimm“, sagte die 14-jährige Theresa Gerth. Vorfälle wie in Köln zu Silvester schürten Ängste und Vorurteile. Auch helfe der Kontakt den Flüchtlingen bei einem späteren Schulbesuch, schneller Anschluss zu finden.

Aber nicht alle werden noch die Schulbank drücken, weiß Susann Steinicke (36) Betreuerin beim MBZ: „Viele sind schon älter. Einige werden zur Schule gehen, andere nach einem erweiterten Deutschkurs eine Ausbildung beginnen.“ Der Austausch sei aber auch für angehende Azubis wichtig, um die Kontaktfreudigkeit zu fördern und ihre Sprachkenntnisse zu verbessern.

Im Anschluss an die Gesprächsrunde fertigten Flüchtlinge und Schüler zusammen mit bloßen Händen und Fingerfarbe ein Plakat mit Weltkugel, um laut Steinert symbolisch zu verdeutlichen, „dass wir alle in einer Welt leben und gut miteinander klarkommen“.

Neben dem Treffen erarbeitetem die Schüler im Rahmen der Projektwoche einen Flyer über die ehemalige Kolonie Jamaika. Mit einer Inderin wurden asiatische Gerichte gekocht und konnten die Schüler über das kulturell reiche Land Wissenswertes erfahren. Im Sportunterricht standen verrückte Sportarten aus anderen Ländern auf dem Programm. Die Schüler probierten sich im Kastanienschlagen, Baumstammwerfen und nahmen an Zumba- und Fitnesskursen teil

Von Oliver Becker

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