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14 Straftaten: Altenburger Gericht verurteilt 28-Jährigen

Prügel, Bedrohungen und Rauschgifthandel 14 Straftaten: Altenburger Gericht verurteilt 28-Jährigen

Das Vorstrafenregister liest sich wie ein schlechter Kriminalroman. Sage und schreibe schon 15 Einträge stehen in der Akte des gerade 28-Jährigen Angeklagten, der nie einen richtigen Beruf erlernt hat und trotz seiner Vorstrafen bei einem Sicherheitsdienst angestellt war. Jetzt musste er wegen 14 weiterer Straftaten lange hinter Gitter.

Das Altenburger Schöffengericht verurteilte den Angeklagten zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft.

Quelle: dpa

Altenburg. Als der Staatsanwalt vor dem Schöffengericht mit der Verlesung der Anklageschrift gegen Hakan G. beginnt, braucht es ein wenig Geduld. Denn insgesamt 14 Straftaten listet der Vertreter der Anklage vor dem Altenburger Schöffengericht nun aktuell auf. Die Bandbreite reicht von gefährlicher Körperverletzung über den mehrfachen Handel mit Drogen bis hin zu Diebstahl sowie einer Schwarzfahrt im Stadtbus. Hakan G. hört sich diese Vorwürfe scheinbar ungerührt an. Teilweise hat der 28-Jährige bereits die Taten eingeräumt. Beispielsweise die Crystaldealereien oder die Faustschläge, mit denen er Bekannte an einer Bushaltestelle malträtierte, die angeblich Unwahrheiten über ihn verbreitet hatten.

Eine Tat aber wies Hakan G. mit aller Vehemenz von sich: Im Streit habe er niemals einer schwangeren Bekannten in den Bauch geschlagen, so dass sie in ärztliche Behandlung musste. „Das kann ich mir nicht erklären, wie die zu solchen Sprüchen kommen“, sagte der Angeklagte immer wieder. Nun, dass auch die vermeintlich zu Schaden Gekommene beileibe kein unbeschriebenes Blatt vor der Justiz ist, wurde in der Verhandlung schnell klar. Als Zeugin stand sie ohnehin nicht zur Verfügung, lebt sie doch derzeit in Hamburg und war erkrankt. Schwer ins Gewicht fiel dieser Anklagepunkt dann angesichts der anderes Vorwürfe aber auch nicht mehr. „Auch so komme ich um eine Haftstrafe ohne Bewährung nicht herum“, kündigte der Staatsanwalt schon vorsorglich an.

Ziemlich zäh gestalteten sich die Anhörungen des Angeklagten. An viele Details der vorgeworfenen Taten konnte oder wollte er sich nicht mehr erinnern und der Richter musste ihm oft förmlich jeden Satz aus der Nase ziehen.

Auch die Zeugen, die bei der Verhandlung tatsächlich aussagten, brachten kaum Klarheit. Irgendwie blieb immer das Gefühl, dass alle, egal, ob Zeugen oder Angeklagter, fest in einem Milieu verankert sind, in dem man auf Gedeih und Verderb zusammenhält. Auch weil es ansonsten schnell mal Schläge geben könnte, wie der Angeklagte auch schon mehrfach unter Beweis gestellt hatte. Eigentlich schon seit seinen Jugendtagen, wie der Bundeszentralregisterauszug von Hakan G. bewies. Insgesamt 15 Einträge stehen dort schon und reichen von gefährlicher Körperverletzung über Raub sowie räuberische Erpressung bis hin zu Drogendelikten.

Beim Vorsitzenden Richter Sandy Reichenbach sorgte vor allem die Aussage des in Nobitz Lebenden Kopfschütteln, dass er Jahre und bis zuletzt bei einem Sicherheitsdienst gearbeitet habe, der auch diverse Großveranstaltungen hierzulande abgesichert hat. „Ihr Strafregister und dass Sie auch schon im Gefängnis gesessen haben, störte Ihren Arbeitgeber also nicht?“, fragte Reichenbach etwas ungläubig in Richtung Angeklagten. „Kein Kommentar“, murmelte der nur.

Nun, diesmal dürfte der Aufenthalt von Hakan G. hinter Gittern etwas länger werden. Denn das Gericht sah ihn schuldig der versuchten räuberischen Erpressung, des unerlaubten Handels und Erwerbs von Drogen, der Körperverletzung und der Leistungserschleichung. Für zwei Jahre und sechs Monate, so Richter Reichenbachs Urteil, muss Hakan G. nun hinter Gitter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Jörg Wolf

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