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Altenburg 143 Schüler beschweren sich im Ministerium wegen Unterrichtsausfall und Lehrermangel
Region Altenburg 143 Schüler beschweren sich im Ministerium wegen Unterrichtsausfall und Lehrermangel
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19:00 03.02.2017
Am Lerchenberggymnasium protestieren Schüler wegen Unterrichtsausfall. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Am Lerchenberggymnasium brennt erneut die Luft. Erstmalig in der Geschichte des Altenburger Landes haben Schüler der 10. bis 12. Klassen mit einer Unterschriftensammlung auf Lehrermangel und Unterrichtsausfall reagiert. In dieser Woche wurde diese gemeinsam mit einem Beschwerdebrief dem Thüringer Bildungsministerium zugeschickt. An der Aktion beteiligten sich 143 Schüler der Oberstufe. Bereits im Vorfeld hatten die OVZ Informationen von Schülern, die Angst hatten, wegen des Ausfalls durchs Abitur zu fallen.

In dem Schreiben, das der OVZ vorliegt, listen die Verfasser eine Reihe von Problemen auf. Unter anderem längeren Französisch-Ausfall wegen der langfristig fehlenden Lehrerin in Klasse 11 oder krankheitsbedingt fehlende Betreuerinnen in fünf Seminarfachgruppen in Klasse 12. Wegen einer langfristig erkrankten Lehrerin sei ein Mathe-Kurs in der Klasse 12 auf zwei andere Kurse aufgeteilt worden, wonach nun bis zum Abitur jeweils 30 Schüler zusammen unterrichtet werden. Anfang dieses Jahres wurde eine weitere Mathe-Lehrerin krank, wodurch der Unterricht in einem der bereits zusammengelegten Kurse nun ganz ausfällt. Auch in Geografie mussten zwei Kurse zusammengelegt werden. Ebenso in Deutsch, wo außerdem über drei Wochen gar kein Unterricht stattfand.

„Uns Schülern fehlt durch den Ausfall der Lehrer, die nicht durch andere Lehrer ersetzt werden können, der Unterrichtsstoff, der am Ende des Schuljahres als Kenntnisstand vorausgesetzt wird“, heißt es. Ein realistischer Jahres- beziehungsweise Schulabschluss sei zum jetzigen Zeitpunkt Utopie. Die Schüler fordern ausreichend Lehrer, „und das nicht erst in fünf Jahren, sondern sofort.“ Denn es würden auch keine Entschuldigungsschreiben an die Universitäten verschickt, in denen um Nachsicht für die Schüler des Lerchenberggymnasiums gebeten wird, weil dort der Bildungsauftrag nicht erfüllt wurde.

Schulleiterin Simone Preißler zeigte sich sowohl vom Schreiben als auch von der Unterschriftensammlung überrascht. Beides kannte sie nicht, sagte sie der OVZ. Wie in anderen Schulen herrsche auch am Lerchenberggymnasium wegen des Ausfalls von Kollegen eine angespannte Situation. Von 50 Lehrern seien 14 krank. Deswegen sei es auch zu Unterrichtsausfall gekommen, wobei versucht wurde, diesen so gering wie möglich zu halten. Deshalb seien Kurse zusammengelegt worden. Ein solches Mittel halte sie für besser, als Unterricht ausfallen zu lassen, sagte die Direktorin. Auch dass 30 Teilnehmer in einem Kurs säßen, sei noch vertretbar.

Allerdings bezeichnete sie Teile der Beschwerde als falsch oder übertrieben. So sei beispielsweise Französisch nicht für längere Zeit, sondern nur kurz ausgefallen. Dass kein Mathe-Unterricht in Klasse 12 stattfand, stimme ebenfalls nicht. Ebenso gebe es am Gymnasium keinen Lehrmangel, sondern eben nur Ausfälle wegen Krankheiten. Ihr sei bekannt, dass dies an anderen Schulen, wie am Friedrichgymnasium oder in Schmölln, noch extremer sei.

Dass es am Lerchenberggymnasium brodelt, ist nicht neu. Zuletzt hatten sich genau vor zwei Jahren Schüler und Eltern über Ausfall beschwert, weil tatsächlich Fachlehrer fehlten. Dieses Problem sei behoben, sagte Simone Preißler. Wenn alle Lehrer da sind, können alle Stunden und Kurse normal gegeben werden.

„Wir haben Verständnis für die Unterschriftensammlung der Schülerinnen und Schüler. Wenn sich junge Menschen Sorgen um ihre Abiturvorbereitung machen, nehmen wir das sehr ernst“, kommentierte Ministeriumssprecher Frank Schenker die Aktion. Allerdings seien von der Grippewelle auch Schulen betroffen. Man erwarte durch die Winterferien eine gewisse Entspannung, weil sich angeschlagenen Kollegen erholen können und sich das Ansteckungsrisiko reduziert.

Von Jens Rosenkranz

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