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Altenburg 16. Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinair eröffnet
Region Altenburg 16. Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinair eröffnet
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19:00 08.05.2016
Die Ruhe vor dem Sturm: Am Freitag zeigt sich der Garbisdorfer Kunstacker noch als ländliche Idylle. Bis zum 21. Mai wollen 15 Künstlerinnen und Künstler totes Holz zum Leben erwecken. Quelle: Klaus Peschel
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Garbisdorf

Der Stamm ruft. Das Schweigen der Kettensägen hat ein Ende. Mit einer Vernissage in der Galerie Pferdestall im Kulturgut Quellenhof in Garbisdorf wurde am Freitagabend das 16. Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinair eröffnet. Für die Teilnahme am diesjährigen Symposium gab es 21 Bewerbungen. Maximal können 15 Künstlerinnen und Künstler auf der Wiese vor dem Gehöft arbeiten. „Vor einer solch schwierigen Situation stand die Jury zum ersten Mal“, sagte Günter Lichtenstein zur Ausstellungseröffnung. So viele Bewerbungen habe es bisher noch nie gegeben.

Die Jury traf nach langer Debatte eine Entscheidung. Den sechs Holzbildhauern wurde eine Absage erteilt, die sich in den vergangenen drei Jahren hintereinander an den Pleinairs beteiligten. Eine Entscheidung, die auch bei den betroffenen Künstlern auf Verständnis stieß, sagte Günter Lichtenstein. So sind in Vergleich zum vergangenen Jahr diesmal neun Neue dabei. Darunter zwei, die zum ersten Mal auf dem Garbisdorfer Kunstacker zur Kettensäge greifen. Das sind Kornelia Thümmel aus Dresden und Volker Sesselmann aus Steinach in Thüringen.

Noch schwiegen am Freitagabend die Kettensägen. Peter Schönhoff schwieg nicht. Der 78-Jährige man kann ihn als Nestor des Göpfersdorfer Pleinairs bezeichnen – hielt die Eröffnungsrede. Zur Säge greift er schon seit Langem nicht mehr. Doch er war schon beim ersten Pleinair im Jahr 2001 mit dabei. Als Holzbildhauer schuf er aus den Stämmen große Federn. Über die Jahre hinweg.

Das nicht ohne Grund. Denn nicht nur skulptur- und bildgewaltig ist der Mann aus Niederschindmaas bei Glauchau, er ist auch wortgewaltig. Das zeigte er schon mehrfach in der Galerie Pferdestall. Bei Lesungen aus seinen Büchern und Ausstellungseröffnungen. So auch am Freitag. Seine Künstlerkollegen bezeichnete er respektlos voller Respekt als „eine kleine Herde willfähriger Holzhacker“, die ganz eifrig zeigt, was sie im Einzelnen noch so alles macht. „Das machen die jeden Tag“, sagte Peter Schönhoff, „und einmal im Jahr zeigen die hier in Garbisdorf, was sie sich alles so ausdenken.“

Er meinte damit die grafischen Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler, die seit Freitag in der Galerie Pferdestall zu sehen sind. Das Holzbildhauersymposium im Wieratal gehört zu den wenigen in Deutschland, zu deren Eröffnung und über die Zeit des Freiluftspektakels die Künstler sich auch mit ihren grafischen Arbeiten zeigen können. Auch zeichnet sich das jährliche Pleinair dadurch aus, dass eine Grafikmappe herausgegeben wird. Die Arbeiten für dieses Jahr sind in der Ausstellung zu sehen. Günter Lichtenstein riet zu Vorbestellungen, da im vergangenen Jahr die Auflage der Nachfrage schon nicht mehr gerecht wurde.

Es war am Freitagabend die Ruhe vor dem Sturm. Die Eichenstämme lagen oder standen noch naturbelassen auf der Wiese. Ein schöner Anblick. Keine Kettensäge stand unter Strom. Die Künstler schon. Sie flanierten um das Holz der Eichen aus dem Leinawald. In Vorfreude. Peter Schönhoff würzte seinen Text mit Philemon und Baucis aus der griechischen Mythologie. Zeus verwandelte das alte Ehepaar, das auch nach dem Tod zusammen bleiben will, aus Dankbarkeit für empfangene Gastfreundschaft in eine Eiche und in eine Linde. Beide haben Nachfahren im Leinawald. Behauptet jedenfalls Peter Schönhoff. Und er lässt Philemon und Baucis eine e-mail nach Garbisdorf schicken: Beide wünschen ihren Nachkommen viel Glück und beten, dass auf dem Holzbildhauer-Pleinair etwas Ordentliches aus ihnen werde. Ob das passiert, wissen wir in zwei Wochen. Am 21. Mai ist die Finissage mit viel Musik und der Versteigerung kleiner Holzplastiken, Gute Geister genannt. Zwischendurch ist am Pfingstwochenende auf dem Quellenhof Tag des offenen Ateliers mit Grafikbörse. Ansonsten ist auf dem Kunstacker an jedem Tag etwas los und Besucher sind immer willkommen.

Von Klaus Peschel

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