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Altenburg 1946 getraut – Falkenhainer Paar ist seit 70 Jahren verheiratet
Region Altenburg 1946 getraut – Falkenhainer Paar ist seit 70 Jahren verheiratet
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18:00 12.07.2016
Elsbeth und Heinz Bock sind seit 70 Jahren ein Paar. Am Dienstag feierten sie ihre Gnadenhochzeit. Quelle: Foto: Mario Jahn
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Falkenhain

Eine Rosengirlande und gleich zwei große „70“ künden schon an der Haustür in Falkenhain vom seltenen Ehejubiläum: Elsbeth und Heinz Bock begingen am Dienstag ihre Gnadenhochzeit. Zur Feier des Tages hatte der 94-Jährige einen Strauß roter Rosen für seine Angetraute besorgt. Nach dem Rezept einer so langen Ehe befragt, muss er nicht lange überlegen: „Wir haben uns stets gegenseitig geachtet, waren ehrlich zueinander, und hatten wir uns mal in den Haaren, haben wir uns immer wieder zusammengerauft.“

Das Paar lernte sich nach dem Krieg in Schleswig-Holstein kennen. „Ich war hier interniert, und meine Frau hatte es nach der Flucht aus Ostpreußen in die Gegend verschlagen“, erzählt der Ur-Falkenhainer. „Begegnet sind wir uns beim Tanz auf der Tenne in der Kohlscheune“, weiß Elsbeth Bock noch genau. 1946 machten sich die beiden auf den Weg in sein Heimatort Falkenhain. Das war abenteuerlich und nicht ungefährlich, denn ihm fehlten die nötigen Papiere. Nach der Ankunft wohnten sie zunächst bei seinen Großeltern.

Das Ja-Wort gaben sich die beiden dann in der Kirche und im Standesamt Zipsendorf. In den Nachkriegsjahren gab es nicht viel, aber ein eigenes Hochzeitkleid trug die Braut schon. „Mein Vater hat den rosa Stoff aus Frankreich mitgebracht, genäht wurde es in Falkenhain. Der Haarschmuck und die Schuhe waren allerdings geliehen“, berichtet die 91-Jährige. Augenzwinkernd fügt sie hinzufügte, dass ihr Sohn, der im Februar 1947 zur Welt kam, bei der Hochzeit schon dabei gewesen sei.

Der inzwischen 69-Jährige blieb das einzige Kind der Eheleute, die sich über zwei Enkel und eine Urenkelin freuen. Das Ehepaar hat, wie es sagt, all die Jahre bescheiden und solide gelebt. Heinz Bock, der vor dem Krieg in der Zeitzer Kinderwagenfirma Lackierer gelernt hatte, verschlug es – wie viele andere in der Region – in den Bergbau. Dort war er bis zur Rente vor allem als Lokfahrer tätig. „Meine Frau war Hausfrau, hat sich um unseren Sohn, den Haushalt und den Garten gekümmert“, erzählt er.

Das Haus in Falkenhain, in dem sie nach der Hochzeit zur Untermiete wohnten, kauften sie später. Es ist nach wie vor ihr Zuhause. Den Hausgarten hatte die nette gesprächige Frau viele Jahre zu ihrem Hobby gemacht. Weil ihr die Knie seit Jahren zu schaffen machen und sie nicht mehr laufen kann, musste der kleine drahtige Mann die Arbeit übernehmen. Doch der Ehejubilar kümmert sich nicht nur um den Garten, er hat auch die häusliche Pflege seiner Frau übernommen. Zum Saubermachen nimmt er allerdings die Hilfe der Johanniter in Anspruch. Und vom DRK kommt täglich das Mittagessen. Einkäufe erledigen die Nachbarn oder die Verwandtschaft, die in der Nähe wohnt.

Gefeiert wurde der 70. Hochzeittag am Dienstag mit Verwandten und Bekannten in der Gaststätte in Falkenhain.

Von Marlies Neumann

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