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20 Jahre Hartnäckigkeit für Romschützer Dorfkirche

Denkmalpreis 20 Jahre Hartnäckigkeit für Romschützer Dorfkirche

Seit Jahren hat sich Oskar Hasenbein intensiv darum gekümmert, dass die Romschützer Dorfkirche saniert werden kann. Nun sind die Arbeiten fast abgeschlossen – Lohn ist auch der Thüringer Denkmalschutzpreis. Doch Hasenbein hat schon die nächsten Projekte im Auge.

Machte sich für die Sanierung der Romschützer Dorfkirche stark: Oskar Hasenbein vor dem Gotteshaus.

Quelle: Mario Jahn

Erfurt/Romschütz. Es ist so dunkel, dass man kaum die Hand vor Augen sieht. Dazu fegt ein eisiger Wind um die Ecken. Kein Wunder – der Herbst geht langsam zu Ende. Oskar Hasenbein ist wiedermal ganz allein auf der Straße in Romschütz unterwegs. Am Tor zum Friedhof hält der Teenager inne. Einmal Durchatmen dann überwindet er sich und geht weiter zur Kirche. „Ich hatte immer ziemlich Schiss, wenn ich allein im Dunkeln über den Friedhof musste“, erzählt der 69-jährige Romschützer und lacht.

Damals – 1960 – war er gerade mit seinen Eltern in das Dörfchen gezogen. In seiner Familie gehörten regelmäßige Kirchenbesuche zu den Selbstverständlichkeiten. Der Pfarrer in Romschütz nahm sich des zugezogenen Jungen an. Oskar Hasenbein half bei der heiligen Messe und bald war er fürs Glockenläuten verantwortlich. „Die Kirche ist mir sehr wichtig. Schon in meiner Kindheit und Jugend ist sie mir ans Herz gewachsen“, meint der studierte Anlagenbauer. Wie schon seine Eltern vor ihm, engagiert auch er sich im Gemeindekirchenrat – inzwischen seit zig Jahren. Unter anderem übernahm er dort die Funktion des Bauausschussvorsitzenden.

„Na ja, und so hat es sich ergeben, dass ich mich um die Sanierung der Kirche gekümmert habe.“ In den Anfangsjahren schrieb Hasenbein Jahr für Jahr Fördermittelanträge, bis es dann 2006 klappte. Endlich konnte die Kirchgemeinde die dringend nötigen Reparaturen an ihrem Gotteshauses in Angriff nehmen. Im ersten Bauabschnitt wurden bis 2008 Fassade, Fenster und Dach gemacht. Oskar Hasenbein übernahm die Bauleitung, kümmerte sich weiterhin um Fördermittel und Spenden, denn zu sanieren gab es weiterhin genug. Und er packte kräftig selbst mit an. „In dieser Zeit war ich unter der Woche bestimmt dreimal auf der Kirchen-Baustelle, und an Wochenenden habe ich freitags und sonnabends auf dem Gerüst gestanden, und nicht selten auch noch am Sonntag“, erinnert sich Hasenbein. Seine Familie fand das nicht nur toll, gibt er zu.

Nachdem die Außenhaut in Schuss gebracht war, ging’s im Inneren weiter. Erst war die Aufarbeitung der Poppe-Orgel dran, dann kümmerten sich Restauratoren unter Leitung von Johannes Schaefer um die Bemalung, die Kanzel, das Gestühl, die klassizistische Eingangstür, das alte Taufbecken und so weiter.

Die Sanierung der markanten Oktagon-Kirche, die 1737 von Freiherr Bachoff von Echt gestiftet und deren barocke Bemalung in den 1920er- und 1930er-Jahren durch eine damals zeitgemäße ersetzt wurde, erfolgte nach dem Grundsatz: Was da ist, wird erhalten. Das heißt, im Innenraum wurde nicht versucht, den barocken Urzustand wiederherzustellen – vielmehr wurden die Verzierungen aus dem 20.Jahrhundert erneuert. Im September 2014 meldete die Kirchgemeinde dann, die Sanierung ist abgeschlossen. Hasenbein schwärmt : „Sie ist toll geworden. Und ich bin richtig stolz, dass wir das geschafft haben.“

Ein ganzes Stückweit kann er sich den Erfolg zuschreiben. Dieser Auffassung war im vergangenen Jahr auch bereits der Landkreis und verlieh ihm und der Kirchengemeinde für die gelungene Sanierung den Denkmalpreis des Altenburger Landes. Kürzlich zog der Freistaat nach und zeichnete die Beteiligten mit dem Thüringer Denkmalschutzpreis 2016 aus (die OVZ berichtete). Das Land würdigt damit das besondere Engagement und die Hartnäckigkeit von Hasenbein und seinen Mitstreitern, die alles in allem über 20 Jahre am Ball geblieben sind, um die Sanierung abzuschießen.

„Was heißt fertig? An der Kirche gibt es immer etwas zu tun. Erst

habe wir die erneuerten Fenster im Turm eingebaut. Als nächstes muss an der Kirche noch der Sockel gemacht werden. Dann hätte ich auch gern das Mausoleum wieder in seinen Originalzustand versetzt. Und wir haben ja auch noch die Kirche in Gödern, die ebenfalls dringend saniert werden muss“, sprüht Hasenbein vor Ideen und Tatendrang.

Von Jörg Reuter

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