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200 000 Euro teurer als geplant

200 000 Euro teurer als geplant

Mit Kosten von rund 1,5 Millionen Euro ist das Projekt etwa 200 000 Euro teurer geworden als geplant. Dennoch feierten der Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsbetrieb Altenburg (Waba) und die Stadtverwaltung vergangene Woche zusammen mit Anwohnern den Abschluss der Arbeiten.

Altenburg.

 

Von Thomas Haegeler

 

"Ich möchte Ihnen danken für die Strapazen, die Sie hier ausgehalten haben und mich für die erlittene Ungemach entschuldigen", erklärte Waba-Chef Martin Wenzel am Mittwochnachmittag zur Eröffnung des Baustellenfestes auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Ehrenberg. Dafür erntete er zustimmendes Nicken von vielen der etwa 25 anwesenden Bewohnern des Altenburger Ortsteils, die später noch von Steppkes der Känguru-Schule Unterstützung erhielten.

 

Zwar kann man Wenzels Wortwahl für zu hochgestochen halten. Doch angesichts der Einschnitte, die die Ehrenberger von August 2012 bis jetzt hinnehmen mussten, erscheint sie passend. Denn über ein Jahr waren die Ortslage und die Häuser der etwa 1100 Einwohner kaum passier- und nur über massive Umwege erreichbar. Schließlich wurde in den knapp anderthalb Jahren nicht nur an der Schloßstraße, der Stünzhainer Straße, Am Friedhofsberg und An den Rotbuchen gearbeitet, sondern parallel auch in der Paditzer Straße und weiteren wichtigen Zufahrten.

 

Nun liegen aber unter den genannten Straßen etwa 900 Meter neuer Schmutzwasserkanal, 1,2 Kilometer neuer Regenwasserkanal und 500 Meter neue Trinkwasserleitungen zwischen Zschechwitz und Ehrenberg, die es ermöglichen, dass 210 Häuser an die vollbiologische Reinigung der Kläranlage Altenburg angeschlossen sind. Dorthin gelangt das Schmutzwasser über die zentrale Pumpstation in Paditz. Das Regenwasser hingegen wird in die nahe Pleiße geleitet. Außerdem wurden eine störanfällige Trinkwasserzuleitung sowie neue Kabel für die Stromversorgung und die Beleuchtung in der Stünzhainer Straße verlegt und die alte Wohngebietskläranlage An den Rotbuchen entsorgt.

 

Als "besonders wichtig" bezeichnete Altenburgs Bürgermeisterin Kristin Knitt, dass "vom Waba nicht der ursprüngliche Straßenzustand wiederhergestellt wurde, sondern in Zusammenarbeit mit der Stadt eine einheitliche neue Deckschicht entstanden ist, auf der besser und leiser gefahren werden kann." Als Gründe für den Bauverzug von mehreren Monaten nannte sie vor allem die Verzögerungen durch den langen Winter und die Tatsache, dass der Boden "fester als gedacht" war, weil der Untergrund Am Friedhofsberg aus Felsen besteht.

 

"Das wussten wir bereits zur Anwohnerversammlung Mitte vergangenen Jahres", sagte Wenzel. "Aber den Winter und das Hochwasser konnten wir nicht vorhersehen." Ein weiterer Grund für die längeren Arbeiten war, dass man bei der Kanalverlegung unter der Bahnbrücke auf eine Hauptsignalleitung der Bahn gestoßen war. "Da hält man erst mal die Luft an", erinnerte sich Waba-Projektleiter Ulrich Vanheiden. "Denn das hätte auch zu einem Baustopp führen können. Dennoch mussten wir genau nach den Anweisungen der Bahn handeln, was auch strikt kontrolliert wurde."

 

Allein hier verlor man einige Wochen - und Geld. "Es kamen hier 20 000 Euro und dort noch mal 10 000 Euro hinzu", erklärte Wenzel. "Das läppert sich." Am Ende habe das Projekt mit 1,5 Millionen Euro (ohne neuen Straßenbelag) etwa 200 000 Euro mehr als geplant gekostet.

 

Ob und wann es in Ehrenberg mit den noch ausstehenden Arbeiten am Rest der Schloßstraße weitergeht, kann der Waba-Geschäftsführer aber noch nicht sagen: "Wann und wie, hängt davon ab, ob die Mittel im Stadthaushalt wie geplant zur Verfügung stehen. Die Entscheidung, ob wir hier erst mal einen Schlussstrich ziehen, oder ob es weitergeht, fällt im Januar. Ich fände es gut, wenn wir Ehrenberg zu Ende bringen würden, weil sich einwohnermäßig etwas tun soll. Aber wir haben auch an anderen Stellen wie Drescha oder Zschernitzsch noch genug zu tun."

Haegeler, Thomas

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