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200 Menschen demonstrieren gegen Asyl-Pläne in Wintersdorf

200 Menschen demonstrieren gegen Asyl-Pläne in Wintersdorf

Mehr als 200 Personen demonstrierten am Samstagabend in Wintersdorf gegen die Pläne eines Kaufinteressenten, im dortigen Hotel Flüchtlingskinder unterzubringen.

Der Aufruf zu dieser Versammlung war über die sozialen Netzwerke erfolgt. Zusammengefunden hatten sich die Protestierer vor dem ehemaligen Gemeindeamt und dem gleich gegenüberliegenden Hotel.

Die Polizei war mit mehreren Beamten im Einsatz und verfolgte das Geschehen, das ohne Zwischenfälle blieb. "Weil die Versammlung kurzfristig stattfand, galt sie als Eilversammlung", erklärte Andreas Pöhler, Leiter der Polizeiinspektion Altenburger Land, der selbst mit vor Ort war. Der Versammlungsleiter habe sie dann vor Ort noch angemeldet, das lasse das Gesetz zu, erklärte der Polizeichef. Nach etwa 20 Minuten hatte sich die Zusammenkunft, die nach Einschätzung der Polizei ruhig verlief, aufgelöst.

"Die Bürger haben ihren Unmut über die Asylpolitik zum Ausdruck gebracht. Das nehme ich sehr ernst", betonte gestern Ortsteilbürgermeister Thomas Reimann (UWW) auf Nachfrage. "Der Protest ist ein Zeichen dafür, dass die Leute eine andere Meinung zu Flüchtlingen haben als die Politik." Die Bundesregierung - so behauptete Reimann - habe mit ihrer "verfehlten Asylpolitik" zum großen Teil solche Demonstrationen zu verantworten, und nicht das Landratsamt, dem Konzeptlosigkeit vorgeworfen werde.

Er sieht in der Versammlung aber nicht nur den Protest gegen die Unterbringung von Flüchtlingen in Wintersdorf, sondern auch die Angst der Bürger. "Und die haben sie vor allem vor den vielen jungen Männern, die nach Deutschland kommen."

Die Demonstranten seien nicht nur aus Wintersdorf, sondern auch aus umliegenden Orten gekommen, informierte gestern der Polizeichef. Laut Reimann waren zum Beispiel Luckaer, Rositzer und Kriebitzscher dabei. "Ich weiß nicht, was diese Leute in Wintersdorf zu suchen haben. Sie sollen in ihren Wohnorten protestieren, denn es sollen ja überall Flüchtlinge untergebracht werden."

Mit einigen vernünftigen Winters- dorfen, die bei der Demo dabei waren, habe er inzwischen Gespräche geführt. Dabei und durch diese Aktion am Sonnabend sei ihm klar geworden, dass es dringend notwendig ist, mit den Leuten zu reden.

Wenn er mehr zu den Flüchtlingen und deren Verteilung wisse, werde er eine Bürgerinformation durchführen, so Reimann. Das habe er den besorgten Menschen angeboten.

Aus der Osterländer Volkszeitung vom 29.09.2015

Marlies Neumann

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