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200 Seiten für die Zukunft der Altenburger Unterstadt

Masterarbeit 200 Seiten für die Zukunft der Altenburger Unterstadt

Die Entwicklungsmöglichkeiten des Gründerzeitquartiers zwischen Altenburger Bahnhof und Kanalstraße wurde von Studenten der Technischen Universität Berlin untersucht. Die Ergebnisse stellten sie nun den Altenburgern vor. Vor fast 60 Bürgern erklärten sie, was nötig und möglich sei, um das teilweise heruntergekommene Viertel voranzubringen.

Volles Haus im Lindenau-Museum bei der Präsentation der Arbeit zur Zukunft der Unterstadt.

Quelle: Jörg Reuter

Altenburg. Das Quartier vom Altenburger Bahnhof bis zur Kanalstraße war lange ein Vorzeigeviertel der Skatstadt. Doch vor allem in der Kanal- und Fabrikstraße ist der einstige Glanz ab. Leerstand, Sanierungsstau und verwilderte Brachen verschandeln das Gründerzeit-Ensemble. „Das in seiner Bausubstanz nahezu unverändert erhalten ist“, betonten am Montagabend die Studenten bei der Präsentation ihrer 200 Seiten umfassenden Masterarbeit über die Entwicklungsmöglichkeiten der Unterstadt.

Fast ein Dreivierteljahr hatten sich 20 angehende Stadtplaner der Technischen Universität Berlin intensiv damit wissenschaftlich auseinandergesetzt (die OVZ berichtete). Ihre Ergebnisse stellten sie nun im Lindenau-Museum vor und stießen dabei auf sehr großes Interesse. Fast 60 Bürger, Anwohner, Verwaltungsmitarbeiter und Stadträte waren gekommen, um zu hören, wie es mit dem Quartier weitergehen könnte. Doch bevor darauf eingegangen wurde, erläuterten die Studenten ihre Bestandsaufnahme. Sie erklärten, dass entlang der Wettiner-, der Fabrik-, der Wenzel- und der Kanalstraße 44 denkmalgeschützte Gebäude stehen, was ein enormes Potenzial bedeute. Für die städtische Entwicklung ist jedoch hinderlich, dass viele Grundstücke in privater Hand sind. Rund 25 Prozent der Eigentümer leben noch nicht einmal in Altenburg.

Problematisch, weil zum einen die Kommune nicht über privates Land verfügen kann und zum anderen in aller Regel Eigentümer ohne Bezug zur Stadt wenig Interesse an deren Einwicklung zeigen würden. Doch gerade privates bürgerschaftliches Engagement sei neben dem städtischen nötig, um das Quartier voranzubringen. So schlugen die Studenten unter anderem vor, um der Tristesse in der Kanalstraße zu begegnen, Blumenkübel aufzustellen und die Schaufenster der verwaisten Läden als Ausstellungsflächen etwa für Schülerarbeiten oder Kunst zwischenzunutzen. Und das Gelände des Gaswerkes wäre ein idealer Ort für einen parkähnlichen öffentlichen Raum.

„Für uns ist das eine tolle Arbeitsgrundlage und der Anfang von Veränderungen dort. In den kommenden Tagen wollen wir die 200 Seiten komplett auf der Stadthomepage veröffentlichen“, so Jürgen Fröhlich, Leiter der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt. Er lobte die Arbeit in den höchsten Tönen, die auch ein Zeichen an die Bürger ist, dass ihr Quartier nicht vergessen wird. Diese kündigten – angespornt von den Vorschlägen der Studenten – sogleich an, einen Anwohnerverein zu gründen, um ihr Viertel voranzubringen. Der Vorsitzende des Bauausschusses der Stadt, Peter Müller (Pro Altenburg), dämpfte aber Hoffnungen auf Geld aus dem Stadtsäckel. „Ohne zusätzliche Mittel für eine Landesgartenschau in Altenburg kann hier gar nichts gemacht werden.“

Von Jörg Reuter

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