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2010 werden in Altenburg die Hunde gezählt

Serie 25 Jahre OVZ-Schlagzeilen 2010 werden in Altenburg die Hunde gezählt

In der Skatstadt sind momentan rund 1500 Hunde registriert. Vor sieben Jahren führte die Stadt die erste und bis heute einzige Hundezählung durch. Seitdem ist die Zahl praktisch konstant. Laut Aussagen der Stadtverwaltung gibt es derzeit weder Probleme mit Tieren, noch mit Haltern. Lediglich drei Hunde sind gemeldet, die als gefährlich gelten.

Einer von 1500: Hunderüde Bolle genießt beim Spaziergang am Großen Teich den Goldenen Herbst,obwohl er hier an der Leine bleiben muss.

Quelle: Jens Paul Taubert

Altenburg. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser – dieses Sprichwort stand wohl 2010 Pate, als die Stadt Altenburg eine Hundezählung durchführen ließ. Unter der Überschrift „Wenn der Fahnder klingelt“ kündigte die Osterländer Volkszeitung am 5. Februar die Aktion an. Ziel war es, herauszufinden, wie viele Tiere nicht gemeldet sind, mithin keine Steuern gezahlt werden. Im Rahmen der Rückblickserie zum 25-jährigen Bestehen der OVZ blickt Ordnungsamtschef Lutz Meyner auf die Entwicklung seitdem zurück und berichtet über die heutige Situation.

„Damals waren 1412 Hunde gemeldet. Die Zählung hat dann weitere 150 Hunde ausgemacht, die nicht gemeldet waren“, so Meyner. Aktuell seien bei der Stadt 1550 Tiere steuerbehördlich gemeldet und 1468 Hunde ordnungsbehördlich angezeigt. Dazu kämen drei sogenannte gefährliche Hunde. „Mit der Einführung des Tiergefahrengesetzes 2012 müssen in Thüringen alle Hunde gechippt und beim Ordnungsamt angezeigt werden“, erläutert Meyner. Das heiße für Hundehalter, sie müssen seitdem ihre Tiere sowohl steuerlich als auch ordnungsbehördlich im Rathaus melden. „Hausintern dürfen wir aber die Daten nicht austauschen. Oft glauben die Halter aber, wenn sie ihr Tier einmal bei uns angezeigt haben, ist alles erledigt“, begründet Meyner, wie seiner Meinung nach die Differenz zustande kommt.

Überhaupt stellt der Ordnungsamtschef den Hundehaltern der Stadt gute Noten aus: „Im Großen und Ganzen halten sich alle an die Regeln. Auch deshalb gibt es in Altenburg momentan kaum oder keine Probleme mit Hunden.“ Das bezieht Meyner auch auf deren Hinterlassenschaften. Obgleich hin und wieder Tretminen auf dem Gehsteigen der Stadt zu finden sind, räume das Gros der Hundehalter den Dreck ihrer Vierbeiner weg, wofür jeder Tüten zum Aufsammeln der Häufchen dabei haben muss. „Natürlich kontrollieren wir auch, ob die Hunde den vorgeschriebenen Chip tragen und die Halter ein Behältnis für den Kot der Tiere mitführen“, betont Meyner. Wer vom Ordnungsamt ohne Tüte, Chip oder Steuermarke erwischt wird, muss mit mindestens 20 Euro Bußgeld rechnen.

Die Tüten müssen im übrigen von Zuhause mitgebracht werden. Die zwischenzeitlich aufgestellten Tütenspender mit Entsorgungsmöglichkeit wurden wieder abgeschafft. „Das hat sich nicht bewährt bei uns. Die Tüten wurden zweckentfremdet genutzt, zum Beispiel als kostenlose Mülltüte. Und in den Behältern wurde alles mögliche entsorgt“, erinnert sich Rathaussprecher Christian Bettels.

Und er stellt klar: Bezahlte Hundesteuern berechtigen nicht zum Verschmutzen der Stadt. In Altenburg beträgt die Hundesteuer zwischen 70 und 90 Euro pro „normalen“ Hund, für als gefährlich eingestufte Tiere werden zwischen 400 und 600 Euro pro Vierbeiner fällig. Als gefährlich würden Hunde gelten, deren Rasse vom Gesetzgeber als solche eingestuft ist, sagt Meyner und zeigt die Positivliste, auf der Pitbull, Staffordshire und Co aufgeführt sind.

Darüber hinaus würde bei verhaltensauffälligen Tieren ein Wesenstest angeordnet, der dann jeden Hund als potenziell gefährlich einstufen kann. Vorfälle oder gar Unfälle mit Hunden habe es aber zum Glück in den vergangenen Jahren in der Skatstadt nicht gegeben.

Die eingenommene Hundesteuer – Katzen und andere Haustiere können übrigens steuerfrei gehalten werden – fließe komplett ins Stadtsäckel und ist nicht zweckgebunden für die Vierbeiner. Dennoch gebe die Stadt auch Geld für Hunde aus. Beispielsweise wurden vier Hundewiesen angelegt, im Stadtteil Nord gibt es zwei, eine weitere ist am Schloss und die mit 3500 Quadratmetern größte befindet sich am Festplatz. Letztere ist eingezäunt und deshalb so beliebt. Meyner berichtet, dass sogar Hundehalter aus Zwickau kommen, um ihren Tieren hier Auslauf zu gönnen.

Zwar nimmt der Ordnungsamtschef an, dass es nach wie vor in Altenburg eine Dunkelziffer an Hunden gibt, die nirgendwo gemeldet sind, doch die Hundezählung 2010 war einmalig. „Und es ist auch keine erneute Zählung geplant“

Anmeldeformulare sowie die Hundesteuersatzung sind online zu finden unter http://www.altenburg.eu

Von Jörg Reuter

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