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"2015 entscheidet sich die Zukunft des Theaters"

"2015 entscheidet sich die Zukunft des Theaters"

"Das Jahr 2015 wird ein neues Schicksalsjahr für unser Theater." Dieser Satz in der Neujahrsrede des Altenburger Oberbürgermeisters Michael Wolf (SPD) hat in der Zuhörerschaft für einige Verwirrung gesorgt.

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Michael Wolf

Quelle: Mario Jahn

Denn eigentlich steht die Einrichtung bis Ende 2016 auf einem stabilen Fundament. Die OVZ sprach mit dem Stadtoberhaupt, derzeit zugleich Aufsichtsratschef der Theater GmbH, über die Hintergründe.

 

Die Finanzierung des Altenburg-Geraer Theaters ist noch zwei Jahre lang vertraglich gesichert. Was ist denn dann an 2015 so schicksalhaft?

 

Wir können doch nicht erst Mitte nächsten Jahres darüber nachdenken, wie es in der Finanzierungsperiode von 2017 bis 2020 weitergeht. Deshalb entscheidet sich schon jetzt die Zukunft, ja vielleicht sogar das Schicksal unseres Theaters.

 

In der Vorwoche hat es dazu ein erstes Gespräch von Trägern aller Thüringer Theater mit dem neuen Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff von der Linkspartei gegeben. Welchen Eindruck hatten Sie von diesem Treffen? Sieht es gut aus für das Altenburg-Geraer Theater? Schließlich soll es Hoff ja selbst als das "Ostthüringer Theaterwunder" bezeichnet haben.

 

Das Gespräch verlief in einer äußerst angenehmen Atmosphäre. Ich war ehrlich gesagt sehr überrascht, wie viel Zeit sich der Minister genommen hat, um sich über die aktuelle Situation an den einzelnen Häusern zu informieren. Außerdem hatten wir die Gelegenheit, eigene Vorstellungen über die künftige Struktur unserer Theater einzubringen. Mehr konnte man von einem ersten Treffen nicht erwarten.

 

Das heißt, es hat noch keine konkreten Aussagen über die künftigen Finanzierungsmodelle gegeben, oder?

 

So schnell geht das beim besten Willen nicht. Eine zweite Runde ist für den Sommer anberaumt, und möglichst bis Herbst sollen die neuen Theaterverträge fertig sein.

 

Aber die Rahmenbedingungen hat sich die neue Regierung im Koalitionsvertrag ja selbst gesteckt.

 

Richtig. Die Thüringer Theater und Orchester sollen in ihrer Struktur erhalten bleiben. Zugleich sollen die Kulturausgaben aber stabilisiert werden. Eine Steigerung wie unter Minister Matschie wird es nicht mehr geben. Wie das am Ende funktionieren soll, ist allerdings noch unklar. Ohne zusätzliches Geld vom Freistaat geht es angesichts der klammen Kommunalkassen nicht.

 

Sie beklagen in diesem Zusammenhang seit vielen Jahren, dass nicht alle Regionen in die Theaterfinanzierung einbezogen werden. Glauben Sie, dass sich unter der neuen Regierung etwas ändert?

 

Zumindest hoffe ich es. Ich verstehe nach wie vor nicht, warum Thüringen sich nicht am sächsischen Modell der Kulturraumfinanzierung orientiert. Wenn dies nicht geschieht, müssen wir unternehmerische Entscheidungen zum Personalabbau treffen. Und der Freistaat wird die Abfindungen zahlen müssen.

 

Welche Prämissen setzen Sie für das Altenburg-Geraer Theater in der Zeit ab 2017?

 

Wir wollen weiter ein weltoffenes, international ausgerichtetes Theater sein, stehen zu einem produzierenden Fünf-Sparten-Haus, brauchen eine auskömmliche Finanzierung des Staatsballetts, wollen die Spielfähigkeit des Altenburger Landestheaters erhalten und brauchen hier Geld zumindest für eine Teilsanierung. Und wir wollen 2017 zum Flächentarifvertrag zurückkehren.

 

Das überrascht jetzt aber schon. Viele Jahre waren Aufsichtsrat und Gesellschafter der Auffassung, dass nur ein Haustarifvertrag das Überleben des Theaters sichert. Woher kommt der Meinungsumschwung?

 

Erstens steigert der Flächentarif unsere Leistungsfähigkeit. Und nur mit einem solchen Vertrag lassen sich strukturelle Veränderungen umsetzen.

 

Das heißt im Klartext betriebsbedingte Kündigungen?

 

Das will ich nicht ausschließen, wenn das Geld nicht mehr reicht.

 

Und was erwarten Sie inhaltlich vom Theater selbst?

 

Ich wünsche mir mehr zeitgemäße Theaterkost, um die jüngere Generation für unser Theater zu begeistern. Aus diesem Grund bin ich schon sehr gespannt auf das Barbarossa-Musical im Mai.

 

Interview: Ellen Paul

Ellen Paul

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