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26 Bewerber für 15 Leinawald-Eichen

Holzbildhauer-Pleinair 26 Bewerber für 15 Leinawald-Eichen

Es ist wieder mal soweit. Auf der Wiese vor dem Kulturgut Quellenhof in Garbisdorf liegen 15 Bäume, die darauf warten, bearbeitet zu werden, damit sie als Skulpturen in die regionale Kunstgeschichte eingehen. Am Wochenende begann in Garbisdorf das 17. Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinair.

Peter Schönhoff (l.) ist der Nestor des Pleinairs. Jedes Jahr ist er dabei, auch wenn er seit Jahren nicht mehr zur Säge greift.
 

Quelle: Klaus Peschel

Garbisdorf.  Es ist wieder mal soweit. Auf der Wiese vor dem Kulturgut Quellenhof in Garbisdorf liegen 15 Bäume, die darauf warten, bearbeitet zu werden, damit sie als Skulpturen in die regionale Kunstgeschichte eingehen. Am Wochenende begann in Garbisdorf das 17. Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinair.

Die Laudatio auf die Veranstaltung hielt Peter Schönhoff. Das künstlerische Multitalent aus dem sächsischen Niederschindmaas gehört zu den Mitbegründern des Pleinairs. Das zog 2008 von Göpfersdorf nach Garbisdorf um. Seitdem ist sein Beginn mit der Eröffnung einer Ausstellung grafischer Arbeiten der beteiligten Künstlerinnen und Künstler verbunden.

Zur Vernissage begutachteten die zehn Männer und fünf Frauen nicht nur das ihnen zugedachte Holz, sie inspizierten auch die „Flachware“ in der Galerie im Quellenhof, mischten sich unter das zahlreich erschienene Volk und lauschten den Worten des Laudators. Zu sehen sind in der Ausstellung auch die 15 Blätter, die nach Abschluss des Pleinairs als Grafikmappe käuflich erworben werden können. Peter Schönhoff meinte in seinem Vortrag spöttisch, dass diese Mappe „für immer und ewig künden wird von der künstlerischen Omnipotenz einstiger Garbisdorfer Mitmacher“.

Ironie beiseite. Die bisher vorliegenden Grafikmappen zu den Göpfersdorfer Pleinairs dokumentieren in der Tat die Entwicklung eines Kunstereignisses, das aus dem Wieratal nicht mehr wegzudenken ist. Wie anerkannt das Pleinair und eine Teilnahme an ihm inzwischen gefragt ist, davon zeugen die 26 Bewerbungen für dieses Jahr. Es stehen aber in jedem Jahr nur 15 Eichen aus dem Leinawald zur Verfügung. Neun Absagen musste die Jury erteilen. „Das fiel ihr nicht leicht“, sagte Günter Lichtenstein bei der Begrüßung der Gäste im Quellenhof.

Der Göpfersdorfer Heimatverein als Veranstalter ist darauf bedacht, dass jedes Jahr neue künstlerische Sichten in das Pleinair eingehen. In diesem Jahr sind es vier Neue, die im Freilichtatelier zugange sind. Wichtig ist den Veranstaltern weiterhin künstlerische Vielfalt und Experimentierfreude. Das meint, die Künstlerinnen und Künstler, die in Garbisdorf zur Kettensäge greifen, sind entweder Bildhauer, die auch nicht vor einer Grafik zurückschrecken, oder Maler und Grafiker, die sich auch mal an eine Skulptur wagen. „Das ist eine interessante Mischung, die den Reiz des Zusammenwirkens auf dem Kunstacker ausmacht“, so Lichtenstein.

Zwei Wochen haben die Künstler Zeit, um zu zeigen, was in den Eichentorsi aus dem Leinawald drinsteckt. Ein Prometheus, eine Nymphe, ein Denker, der Neid, die Gier oder doch nur der Weinreinträger? Der wäre wohl der Wichtigste unter den genannten Gestalten. Peter Schönhoffs Worte machten sich zur Vernissage lustig über die Titelei im Kunstgeschehen im Allgemeinen und auf dem Kunstacker in Garbisdorf im Besonderen. Und Schönhoff fand keine Widerworte bei seinen Kollegen. „Die Gegenwart ist so spannend, man muss sie nur zu nehmen wissen“, gab er seinen jungen Künstlerkollegen mit auf den Weg.

Seien wir also gespannt darauf, was in zwei Wochen auf der Wiese vor dem Quellenhof zu sehen sein wird. Auch zuvor sind im Freilichtatelier in Garbisdorf jederzeit Gäste willkommen. Beste Gelegenheit ist an den Pfingsttagen. Im Rahmen des offenen Ateliers wird an diesen Tagen außerdem eine Grafikbörse im Quellenhof veranstaltet.

Die Finissage des 17. Göpfersdorfer Holzbildhauer-Pleinairs beginnt am 10. Juni um 17 Uhr. Die Kehrbrigade Chemnitz wird mit einer Klangperformance aufwarten. Musik kommt von John Kirkbride. Und 15 kleine Skulpturen werden unter den Hammer kommen. Das sind die guten Geister, die versteigert werden, um das Pleinair zu finanzieren.

Von Klaus Peschel

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