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Altenburg 26. Kaiserkirmes in Rositz gut besucht
Region Altenburg 26. Kaiserkirmes in Rositz gut besucht
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11:58 10.10.2016
Volles Parkett: Die Sudetendeutschen tanzten bei der Kaiserkirmes zu böhmischer Blasmusik. Quelle: Nicole Rathge-Scholz
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Rositz

Der Saal des Rositzer Kulturhauses war prall gefüllt zur Kaiserkirmes der Sudetendeutschen am Samstagnachmittag. „Es sind knapp 200 Leute gekommen, mit so vielen haben wir gar nicht gerechnet“, freut sich Kreisobmann der Kreisgruppe Altenburger Land, Otto Oertler. Offiziell wurde die Kaiserkirmes um 14 Uhr eröffnet, aber bereits ab 13 Uhr wurden die Kolatschen verkauft. „ Das sind kleine runde Kuchen, die sehr beliebt bei uns sind“, erklärt Oertler. Bäcker Martin aus Gößnitz hatte 550 Stück gebacken, die binnen kürzester Zeit alle waren.

Neben den Sudetendeutschen und ihren Familien waren auch zahlreiche Ehrengäste gekommen – wie die Bürgermeister von Rositz, Lucka, Meuselwitz und Mumsdorf. Auch Mike Mohring, Fraktionsvorsitzender der CDU im Erfurter Landtag, war zugegen und richtete einige Worte an das Publikum. „Ich möchte mich bei Ihnen für Ihr Engagement bedanken, dass Sie Ihre Kultur auch in Ihrer neuen Heimat pflegen und diese somit nicht in Vergessenheit geraten lassen.“

Seit der Wende treffen sich die Sudetendeutschen im Kulturhaus Rositz, um gemeinsam das traditionelle Erntedankfest zu feiern. Die Breitentaler Musikanten begleiten dieses Fest bereits 22 Jahre. „Sie spielen böhmische Blasmusik und singen Lieder, die passend für unsere Landsleute sind“, erklärt Otto Oertler, der bereits stets im Februar schon mit der Organisation des Festes beginnt. 24 Mitglieder der Kreisgruppe sorgen dafür, dass die Bühne in jedem Jahr so toll mit Erntedankgaben geschmückt ist.

In diesem Jahr bereicherte ein junges Tanzpaar aus Zwickau die Veranstaltung. Angelina Vorratz (15) und Jacob Banitz (14) tanzen erst seit einem Jahr gemeinsam und waren im Vorfeld sehr aufgeregt. Sie zeigten die lateinamerikanischen Tänze Rumba, Cha-Cha-Cha und den Jive. „Es hat alles gut geklappt bis auf den Jive, da haben wir uns mal kurz vertanzt. Aber wir haben ihn erst vor kurzem neu dazu gelernt und es war eine Premiere für uns, diesen heute zu präsentieren“; sagt Angelina.

Nach den jungen Zwickauern konnten auch die Gäste ihr Tanzbein zu böhmischer Blasmusik schwingen. „Ich bin das zweite Mal hier beim Treffen“, erklärt Angela Pichler aus Meuselwitz. „Es ist immer schön, man trifft Bekannte und tauscht Neuigkeiten aus. Über die Vergangenheit wird kaum mehr geredet, weil da schon alles gesagt ist“, erklärt die Sudetendeutsche, die damals aus der Nähe von Marienbad kam. „Wir waren damals der letzte Transport, ich war zehn Jahre alt und sehe es im Detail noch genau wie damals vor meinen Augen“, erklärt sie und weiß, wie die heutigen Flüchtlinge sich fühlen. „Der Krieg war zu Ende und wir waren eben die Leidtragenden“, erzählt die 79-Jährige, für die es nie in Frage kam, zurück in die Ecke um Marienbad zu ziehen.

Bis kurz vor 18 Uhr genossen die Sudetendeutschen die gemeinsame Zeit. „Dieses Treffen ist eine Art Heimattreffen, denn man sieht sich das ganze Jahr nicht, da alle verstreut in verschiedenen Dörfern und Städten wohnen“, erklärt Oertler und verrät das der älteste Gast an diesem Tage 96 Jahre alt ist.

Von Nicole Rathge-Scholz

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