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270 Spalatiner als Musical-Mitspieler

270 Spalatiner als Musical-Mitspieler

Musical-Inszenierungen durchreisender Ensembles sind in Altenburg immer wieder einmal zu erleben. Doch was am Mittwochabend und gestern Vormittag im Goldenen Pflug über die Bühne ging, fiel gänzlich aus dem Rahmen des Gewohnten.

Altenburg.

Denn das Musical "Street Light" inszenierte die Band Gen Rosso praktisch neu - zusammen mit dem Christlichen Spalatin-Gymnasium.

 

Was sich dahinter verbirgt, ist ein pädagogisches Projekt des Netzwerkes Bildung unter dem Titel "Stark Macher Schule", das Schülerinnen und Schüler befähigen will, ihre Stärken und kulturellen Fähigkeiten zu erkennen und zu nutzen. Eingebunden sind Hochschulen und Sozialinstitute und vor allem die internationale Band Gen Rosso, die aus zehn Musikern und Sängern besteht.

 

Sie ist führend bei dem Projekt, das in einer Woche an Schulen durch die Inszenierung des Rock-Musicals "Street Light" realisiert wird. Finanziell wird es gefördert durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds sowie im konkreten Fall des Spalatin-Gymnasiums auch durch des Bistum Dresden-Meißen der katholischen Kirche.

 

Auch in Altenburg hatte es sich die Band mit ihrem kompletten Equipment in der Schule für eine Woche heimisch gemacht und mit Lehrern und Betreuern 270 Schüler in 15 Workshop-Gruppen aufgeteilt, die mit jeweils einem Thema die Aufführung vorbereiteten. Hier ging es nicht darum, Kunst zu erleben, sondern Kunst mit einer größtmöglichen Vielfalt zu produzieren. Das alles zu koordinieren und reibungslos ablaufen zu lassen, war auch für Schulleiterin Birgit Kriesche eine ungewohnte Herausforderung. Wie die beiden Veranstaltungen bewiesen, aber eine erfolgreich gemeisterte.

 

Vor der Musicalaufführung konnten sich einige Workshops produzieren. Das geschah am Mittwoch vor den Eltern und am Donnerstag vor Schülern anderer Schulen, die den Saal einschließlich Tribüne gefüllt hatten.

 

So ließ der Workshop Musik und Geräusche die Veranstaltungen am Anfang wirkungsvoll lichtumstrahlt "erschallen", die Samba-Gruppe erstürmte mit 20 Trommlern und Paukern die Bühne und exerzierte einen wahren Trommelwirbel, der Workshop Catering sollte Auskunft geben, wie er täglich 300 Personen kulinarisch in der Mensa Spalatina versorgte. Und die Mitglieder der Breakdance-Gruppe erhielten Beifall für gewagte Einlagen.

 

Dem Musical selbst liegt ein Ereignis in Chicago aus dem Jahre 1969 zugrunde, bei dem der Afro-Amerikaner Charles Moats erschossen wurde. Schauplatz ist ein berüchtigter Stadtteil, wo Jugendbanden ihre Kriege austragen und Gewalt und Hoffnungslosigkeit das tägliche Leben bestimmen.

 

Charles ist Mitglied einer Band. Er will mit den anderen die Spirale der Gewalt durchbrechen und mehr aus seinem Leben machen. Das gelingt ihm nur bedingt, denn zwei Morde prägen die Handlung. Die vollzieht sich jedoch selten auf der Bühne, sondern größtenteils in kleinen Dialogen und vor allem in den Liedern, deren Texte auf Video-Schirmen eingeblendet werden.

 

Manche Texte mit teilweise religiös-optimistischem Inhalt stehen im schroffen Gegensatz zum realen Geschehen. "Die machen wir fertig, ab heute bin ich das Gesetz, es gibt keine Gnade!" Und die Forderung nach Gewaltlosigkeit und friedlichem Zusammenleben erschöpft sich oft in Losungen und allgemeinen Aussagen wie "Die Liebe überwindet alle Grenzen", "Reiß den Hass aus deinem Herzen, hör in dich hinein", "Gewalt hat keine Zukunft, der Frieden ist der Weg".

 

Das Musical wird getragen durch die Musik. Sie bestimmt das Geschehen, ist rockig und romantisch, aggressiv und elegisch und wird von den Sängern ausgezeichnet interpretiert. Die über zweistündige Aufführung wirkt nie langweilig, besonders dank der Spalatiner, die das Geschehen mit großen Gruppen bereichern und alles zeigen, was sie gelernt haben. Hunderte von Schülerinnen und Schülern auf und vor der Bühne zu bewegen, ist eine Meisterleistung, denn nie wird das Geschehen verzögert. Sie sprechen im Chor, sie tanzen, singen und trommeln mit Freude und Einsatz. Und sie haben sicher gelernt: Stark sein kann man auch ohne Gewalt.

Manfred Hainich

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