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Altenburg 29-Jähriger gesteht sexuellen Missbrauch von Mädchen in Meuselwitz und Berlin
Region Altenburg 29-Jähriger gesteht sexuellen Missbrauch von Mädchen in Meuselwitz und Berlin
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04:21 29.03.2018
Vor dem Landgericht Gera muss sich seit Mittwoch ein 29-Jähriger wegen sexuellen Missbrauchs verantworten. Quelle: dpa
Gera

67 Datenträger, 12 520 Bilder und 730 Videos mit zum Teil kinderpornografischem Inhalt - diese Masse an Daten hat die Polizei vor zwei Jahren in der Wohnung eines heute 29-Jährigen in Meuselwitz beschlagnahmt. Seit dem gestrigen Mittwoch muss sich der Mann vor dem Landgericht Gera verantworten. Denn bei der Durchsicht des Materials wurden auch Bilder und Videos gefunden, die der Angeklagte selbst angefertigt hat.

Der Beschuldigte ließ am Mittwoch zwar vor allem seinen Verteidiger für sich sprechen, gestand die Taten aber größtenteils. Zuvor hatten sich Gericht, Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung darauf verständigt, dass bei einem Geständnis der Strafrahmen zwischen dreieinhalb und viereinhalb Jahren Haft liegen werde. Laut Anklage soll der 29-Jährige die Mädchen zwischen 2012 und 2017 in etwa 40 Fällen missbraucht, dabei fotografiert und gefilmt haben und das Material auch anderen angeboten haben. Die Opfer waren damals vier Jahre und älter. Für einen Teil der Fälle wurde das Verfahren eingestellt, weil sich genaue Daten nicht mehr feststellen ließen. Die beiden Mädchen müssen nicht vor Gericht aussagen.

Angeklagter wird als fürsorglich beschrieben

Der Beschuldigte, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, saß bei der Verlesung der Anklage regungslos neben seinem Verteidiger. Thema war am Mittwoch vor allem die Frage, ob der Angeklagte auch in die Mädchen eindrang. Im Fall des Berliner Opfers existieren dazu eindeutige Videos. Als Richter, Nebenklage, Staatsanwaltschaft und Verteidigung das Material sichteten, wollte der Angeklagte lieber auf seinem Platz sitzen bleiben, stützte das Gesicht – wie fast den kompletten Verhandlungstag – auf seine rechte Hand und drehte den Kopf weg von Zuschauern und Presse.

Weniger klar ist der Fall bei dem missbrauchten Kind aus Meuselwitz. Der Beschuldigte lernte den Vater des Mädchens vor zehn Jahren übers Internet kennen, schilderte der Vater vor Gericht. Irgendwann trafen sie sich, freundeten sich an. Als „fürsorglich“ habe er den Angeklagten kennengelernt, sagte der heute 28-Jährige, der gemeinsam mit seiner Frau, der Mutter des Mädchens, auch als Nebenkläger auftritt.

Weil der Angeklagte in seiner Heimatstadt Berlin Probleme hatte, habe er ihm angeboten, eine Zeit lang bei ihnen in Meuselwitz zu wohnen, erzählte der Vater. Dabei habe sich auch der Kontakt zwischen dem Angeklagten und der Tochter des Paares intensiviert. Später zog der Angeklagte in eine Wohnung im Erdgeschoss des Hauses in der Otto-Engert-Straße in Meuselwitz, in dem die kleine, junge Familie im zweiten Stock eine Wohnung hatte.

„Weil wir Freunde waren, war die Kleine regelmäßig bei ihm“, erzählte der Vater. Die beiden hätten zum Beispiel zusammen gebacken und gegessen, die Tochter habe den Beschuldigten gemocht. Normal fanden die Eltern auch die Tatsache, dass der Angeklagte im Internet immer wieder Bademode für das Kind bestellte. „Wir waren oft zusammen schwimmen, sie ist schnell gewachsen und wollte immer wieder neue Sachen haben“, erinnerte sich die Mutter, eine 27-jährige Frau mit kurzen, dunklen Haaren. Sie ahnten nicht, dass ihre Tochter die Bademode auch in der Wohnung ihres Freundes anprobierte, dass er sie dazu drang , die Beine zu spreizen, Fotos von ihr machte, im Badeanzug und auch komplett nackt. Dass er sie berührte und missbrauchte.

„Was passiert, kann ich nicht mehr rückgängig machen“

Bei der Polizei gab das Mädchen an, der Angeklagte sei auch in sie eingedrungen. Er bestreitet das. Laut Gutachten ist unwahrscheinlich, aber nicht ganz auszuschließen, dass der Angeklagte mehrfach in das Mädchen eingedrungen ist. Nach der Anhörung der Eltern sagte der Angeklagte: „Was passiert ist, kann ich nicht mehr rückgängig machen. Aber ich hoffe, dass die beiden Mädchen das vernünftig verarbeiten können.“ Dann wandte er sich direkt an seine damaligen Freunde: „Der Vertrauensbruch tut mir Leid.“ Der Prozess wird im April an mehreren Verhandlungstagen fortgesetzt.

Von Sophie Aschenbrenner

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