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Altenburg 30 Jahre Kindergarten in Langenleuba-Niederhain
Region Altenburg 30 Jahre Kindergarten in Langenleuba-Niederhain
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00:16 30.05.2017
Computer hin, Hightech-Spielzeug her: Mit diesen Holzklötzchen wird im Kindergarten Sonnenschein seit 30 Jahren gern gespielt. Quelle: Mario Jahn
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Langenleuba-Niederhain

Auch in der westlichen Welt wussten 1987 nur wenige Leute an Universitäten etwas mit dem Begriff Internet anzufangen. Inzwischen surfen sogar Mädchen und Jungen in Kindergärten im weltweiten Netz. „Für unsere große Gruppe haben wir auch einen Tablett-PC, der wird aber nur zu bestimmten Zeiten genutzt“, sagt Sylvia Lange. Und in ihrem Büro ist sie natürlich heute auf Computer und Netz angewiesen. Darüber hinaus habe sich – wenn die Kita-Leiterin gedanklich 30 Jahre zurückgeht in das Jahr, als der Niederhainer Kindergarten in sein heutiges Domizil zog – bei der Arbeit mit den Mädchen und Jungen nicht soviel geändert.

Nach wie vor ist den Eltern am wichtigsten, dass sich ihre Sprösslinge wohlfühlen und gern in den Kindergarten gehen. In dem die Kleinen unverändert bestmöglich auf die Schule und das Leben vorbereitet werden sollen. Klar, so betont die 52-Jährige, heute sei das Arbeiten viel freier und flexibler. Nicht zuletzt, weil die politische Indoktrination weggefallen ist. Außerdem kämen die Mädchen und Jungen heute mit anderen Interessen und Wünschen – und auch ihre Helden tragen andere Namen als in den 1980er-Jahren.

Doch unverändert verbringen die Mädchen und Jungen die meiste Zeit des Tages drinnen und draußen mit Spielen. „Das ist auch ganz wichtig, denn dabei entwickeln sie am besten ihre Fähigkeiten“, weiß Sylvia Lange, die 2012 in die Niederhainer Einrichtung wechselte und seit 2013 Chefin ist. Und dafür stehen bei den Kleinen heute wie 1987 Bausteine hoch im Kurs. Mit einem Teil der Klötzchen haben wohl schon die Eltern der jetzigen 56 Kinder in der Gartenstraße gespielt, kann gemutmaßt werden. So alt ist ein Teil der unverwüstlichen Bauklötze.

Die Villa in der Gartenstraße, die als Kita genutzt wurde, war Mitte der 1980er-Jahre zu klein. Damals wurden beispielsweise im große Gruppenraum auf 27 Quadratmeter 22 Kinder betreut. „Die Sanitäranlagen ließen sich auch nicht mehr erneuern und die Bausubstanz war insgesamt nicht mehr die beste“, erzählt Bürgermeister Carsten Helbig (SPD). Darum haben sich 1985 die Verantwortlichen entschieden, ein komplett neues Gebäude in der Bahnhofstraße zu errichten. Im Herbst 1987 zogen die Kinder ein. Seit nunmehr 30 Jahren werden sie hier Generation für Generation betreut.

„Und das ist doch wohl ein Grund zum feiern“, findet die Leiterin. Und zwar gleich ein ganze Woche lang – vom 12. bis 16. Juni. Am Montag geht es für die Steppkes mit einem Umzug durchs Dorf los. Am Dienstag gibt‘s ein Theaterstück von angehenden Erziehern für die Kinder. Am Donnerstag steht eine Fahrt mit dem Kohrener Landexpress auf den Programm, und Freitag sind alle Interessierten auf einen kurzweiligen Nachmittag zur Jubiläumsfeier in die Kita Sonnenschein eingeladen.

Die für dieses Jahr geplante Renovierung wird da noch nicht umgesetzt sein. „Das hat ja auch nichts mit dem Jubiläum zu tun. Wir investieren jedes Jahr in unseren Kindergraten. Im aktuellen Haushalt beispielsweise stehen dafür 20 000 Euro bereit“, erklärt Helbig. Weitere rund 385 000 Euro steuert die Kommune jährlich zum Unterhalt bei. Enorme Summen, die sein müssten und deren Ausgabe sinnvoll sei. „Für die gesamte Ortschaft ist die Einrichtung sehr wichtig. Deshalb wollen wir, dass die Kita auch zukünftig in Trägerschaft der Gemeinde bleibt“, so Helbig. Zumal eine Einrichtung in freier Trägerschaft nur unwesentlich preisgünstiger sei, jedoch die Leute vor Ort kaum noch Mitsprachemöglichkeiten hätten, begründet der Bürgermeister.

Das war vor der Wende anders. Die Entscheidung, dass ein neuer Kindergarten gebaut wird, fiel ganz allein auf Kreisebene und überraschte seinerzeit sogar die Kitaleitung. Diese war natürlich nicht traurig über die Aussicht, in moderne großzügigere Räume zu ziehen, denn der Bedarf war da. Bis zu 80 Mädchen und Jungen sollten im neuen Haus Platz finden. Aktuell hat die Kita Sonnenschein eine Kapazität von 65 Kindern. „Wir betreuen inzwischen auch Krippenkinder ab Null, für die mehr Platz nötig ist“, so Sylvia Lange.

Von Jörg Reuter

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