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360-Grad-Rundreise

360-Grad-Rundreise

Anderthalb Jahre nachdem die Idee publik wurde und nach diversen Termin-Verschiebungen für die Einweihung ist es nun offenbar so weit: Am 19. Oktober soll der Flaschenturm im Altenburger Schlossensemble erstmals seine Pforten öffnen, um wahrhaft Spektakuläres zu präsentieren - ein 120 Quadratmeter großes Rundbild.

Altenburg.

Geschaffen hat es der Zürchauer Künstler Anthony Lowe.

 

 

 

Der Maler und seine beiden Mitstreiter, der Beleuchter Mario Bösemann aus Jena und der Musikkünstler Falk Zenker aus Weimar, sind auf der Zielgeraden. Auch wenn die Installationen rund um das Panorama noch nicht komplett fertig sind, an manchem noch getüftelt wird, hängt das gewaltige Rundbild bereits. Es ist 20 Meter lang und sechs Meter hoch und wiegt stattliche 300 Kilogramm. Das im Turm in Form zu bringen, war ein Kraftakt. Derzeit ist Anthony Lowe fast jeden Tag vor Ort. Auf die Feinheiten kommt es jetzt an, und die können manchmal recht schwierig sein.

 

Nach fast zwei Jahren Arbeit an der gewaltigen Grafik, die die Besucher auf eine Reise durch Mitteldeutschland entführt, sind die Kräfte zwar noch nicht aufgebraucht. Doch die Arbeit strengt an. Dabei ist es jetzt besonders wichtig, die Details zu beachten, weiß Anthony Lowe. Und immer wieder kommt Unverhofftes. Zuletzt Mitte des Monats, als der Wind, der durch eines der stets offenen Fenster wehte, der Gemälde-Plane zusetzte. Auch wenn das Problem gelöst werden konnte, kostete es Zeit. Derzeit sind Lowe und Bösemann damit beschäftigt, die verschiedenen Lichtstimmungen einzurichten. Schließlich soll auf der Reise von Eisenach bis in die Sächsische Schweiz, auf die der Besucher mitgenommen wird, ein ganzer Tag simuliert werden - vom Morgengrauen bis in die Nacht.

 

"Es wird eine Reise durch die Heimat", sagt Anthony Lowe. Keine wie man sie kennt und vielleicht annimmt. Schließlich verschwimmen die Entfernungen und Proportionen und bilden nicht die Realität ab. 45 Orte hat der Künstler bereist und Tausende Fotos aufgenommen. Am Computer hat er sie bearbeitet, Gebäude aus der Umgebung gelöst, sie verschoben oder verzerrt. Neben dem Altenburger Land finden sich auch Gera und Erfurt in dem Panorama genauso wie Dresden und Leipzig wieder. Musik und Licht sollen mit dem riesigen Panorama verschmelzen. Eine Show entsteht, die Stimmungen erzeugt. Alles entspricht, so der Maler, einer Version des frühen Kinos.

 

Eine Reise durch Mitteldeutschland in einem 360-Grad-Städte- und Landschaftspanorama festzuhalten, ist ein ambitioniertes Vorhaben. Der aus England stammende und seit über 20 Jahren im Altenburger Land lebende Anthony Lowe hat sich der Herausforderung gestellt. Es ist sein erstes öffentliches Projekt.

 

Dass es ausgerechnet den Flaschenturm ziert und damit das Altenburger Residenzschloss weiter aufwertet, freut Schlossdirektor Thomas Knechtel natürlich besonders. "Es erhöht unsere Attraktivität. Wir haben dann in Altenburg ein Mini-Gasometer", spielt er auf das große Vorbild in Leipzig an, wo derzeit bekanntlich die Völkerschlacht als Riesen-Panorama von Yadegar Asisi zu sehen ist. Vor allem dem Schlossverein, so Knechtel, sei er zu Dank verpflichtet, der sich maßgeblich für die Finanzierung stark machte. Stiftungen und Mäzene wurden "angebaggert", Spenden gesammelt. Wie hoch der dadurch zusammengekommene Beitrag insgesamt ist, will der Vorsitzende, Peter Friedrich, der OVZ vor der Einweihung nicht sagen. Den städtischen Anteil beziffert Thomas Knechtel auf 10 000 Euro.

 

Ein erstes großes Lob noch vor der offiziellen Eröffnung hat das Projekt schon von prominenter Stelle erhalten. Der Ehrenvorsitzende des Schlossvereins, Thüringens Ministerpräsident a.D. Bernhard Vogel, stattete dem Flaschenturm am Rande des Benefizballs einen Besuch ab (OVZ berichtete). "Er war begeistert, obwohl das Ganze zu dem Zeitpunkt noch eine Baustelle war", strahlt Thomas Knechtel.

 

Die feierliche Eröffnung des Riesen-Panoramas war mehrfach verschoben worden. Es gilt vor allem neue Brandschutzauflagen zu erfüllen. Beispielsweise ist das riesige Gemälde auf einen nicht brennbaren Stoff gedruckt. So wurde aus der angekündigten Eröffnung im April nichts, ebenso wenig konnten die danach avisierten ersten Sommermonate gehalten werden. Doch nun soll es in drei Wochen endlich so weit sein. Künstler und Schlossdirektor klopfen dreimal auf Holz.

Ellen Paul

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