Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Altenburg 37,4 Grad: Kreis verpasst Hitzerekord nur knapp
Region Altenburg 37,4 Grad: Kreis verpasst Hitzerekord nur knapp
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:37 13.08.2015
Anzeige
Altenburg

Von Thomas Haegeler und Jörg Wolf

Denn am Freitag zeigte das Thermometer der Wetterstation im Starkenberger Ortsteil Tegkwitz satte 37,4 Grad Celsius im Schatten. Das ist die zweithöchste Temperatur, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) im Landkreis jemals gemessen hat. Zudem gilt derzeit erstmals seit 2003 die höchste Waldbrandwarnstufe.

Damit schrammte das Altenburger Land nur knapp am bestehenden Hitzerekord vorbei. Dieser liegt bei 38,4 Grad Celsius und wurde am 20. August 2012 ebenfalls in Tegkwitz aufgestellt. Aber auch wenn diese Marke noch ein Grad über dem Wert vom vergangenen Freitag liegt, bekommt dieser 7. August den Titel bisher wärmster Tag des Jahres. Denn laut DWD kam das Quecksilber im Kreis bislang nicht über 35,6 Grad Celsius (Juli) hinaus. "Ich glaube, das knacken wir auch nicht so schnell", sagte eine DWD-Sprecherin gestern auf OVZ-Nachfrage. "Selbst wenn es heißt bleibt." Gestern ging es nochmals auf 34 Grad rauf. Bis Ende der Woche sollen die Tageshöchstwerte auch nicht unter der 30-Grad-Marke liegen, weswegen der DWD weiter vor Hitze warnt (siehe Kasten).

Das Thermometer haben auch der stellvertretende Chef des Forstamtes Weida, Andreas Ott, und seine Mitstreiter in diesen Tagen ständig im Auge. Die anhaltende Hitzewelle setzt den Wäldern arg zu. "Aktuell gilt für das Altenburger Land durchgängig die höchste Waldbrandwarnstufe fünf", so Ott. Letztmals hat der 53-jährige Forstexperte - immerhin schon seit 32 Jahren im Dienst - eine solch hohe Waldbrandgefahr vor zwölf Jahren erlebt. "Anders als im Jahr 2003 kommt heute hinzu, dass die höchste Stufe flächendeckend für den gesamten 4500 Hektar umfassenden staatlichen Waldbestand im Altenburger Land gilt." Diese extreme Trockenheit habe sich allerdings über mehrere Wochen angedeutet. "Weil es in der jüngeren Vergangenheit zwar durchaus Regenschauer gab, die aber in der Summe zu gering ausfielen und ohnehin schon Trockenheit herrschte."

Allerdings wurden einige Bestimmungen für so eine Extremsituation gelockert. Waren 2003 die Wälder im Falle der höchsten Brandgefahr komplett tabu, so dürfen auch derzeit Leina, Kammerforst, Luckaer Forst und Deutsches Holz, wie die größten Wälder im Altenburger Land heißen, von Ausflüglern per pedes sowie dem Fahrrad betreten oder befahren werden. "Aber ausschließlich auf den ausgewiesenen Wegen. Deren Verlassen ist untersagt", erklärt der Forstamts-Vize. Ohnehin ständig verboten sei das Befahren der Forstwege mit Autos oder das Parken außerhalb von ausgewiesenen Parkplätzen.

"Und dass offenes Feuer im Wald in jeglicher überhaupt nicht geht, versteht sich von selbst", erklärt Ott vorsorglich. Selbstverständlich seien derzeit auch die Mitarbeiter des Forstamtes dazu angehalten, entsprechende Regelverstöße zu ahnden. Wie erst kürzlich, als sich einige Autofahrer, die ihr Gefährt wild am Rand des Kammerforsts abgestellt hatten, Knöllchen einfingen.

Bislang sei es im Altenburger Land zu keinem Waldbrand gekommen, sagt Ott und klopft dreimal auf Holz. Diese extreme Dürre im Wald ist jedoch quasi die nahtlose Fortsetzung eines durchwachsenen Jahres für die Forstleute: Erst vor wenigen Tagen waren die vom April-Sturmtief Niklas hinterlassenen Schäden im Bestand, vor allem im Leinawald, beseitigt. Und fast auf dem Fuße folgt nun die Rekordhitze. Was übrigens auch die Witterung ist, bei der sich der Borkenkäfer pudelwohl fühlt, da die Bäume durch Hitzestress geschwächt sind. Wie gut sich die Augustpopulation dieses Schädlings entwickelt, vermochte Ott aktuell noch nicht genau zu sagen. © Seite 12

Thomas Haegeler und Jörg Wolf

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Ursache für die massiven und gefährlichen Umweltverseuchungen liegen im einstigen Teerverarbeitungswerk. "Das ist der Fakt, dass es keine anderen Schadstoffquellen außer das TVW gibt" sagte Kathleen Zuber, verantwortliche Gesellschafterin des Ingenieurbüros UEZ-Consult, am Freitagabend.

12.08.2015

Bei einem Verkehrsunfall sind am Sonnabendvormittag zwei Menschen leicht verletzt worden. Wie die Polizei gestern mitteilte, kam es gegen 10.30 Uhr auf der Verbindungsstraße zwischen den zwei Kreisverkehren der Münsaer Straße zu einem Crash.

10.08.2015

Mit Einführung der neuen AboPlus-Karte lässt es die OVZ so richtig krachen. Alle Abonnenten können sich auf ein großes, dreiwöchiges Gewinnspiel mit attraktiven Preisen freuen, für das am 17. August der Startschuss fällt.

10.08.2015
Anzeige