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Altenburg 3700 Haushalte im Dunkeln: Kupferdiebe legen Stromnetz rund um Nobitz lahm
Region Altenburg 3700 Haushalte im Dunkeln: Kupferdiebe legen Stromnetz rund um Nobitz lahm
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16:39 11.07.2016
n mehreren Nobitzer Ortsteilen war der Strom ausgefallen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Nobitz

„Das war schon ein sehr massiver Ausfall“, konstatiert der Sprecher des hiesigen Energieversorgers EnviaM mit Sitz in Chemnitz, Stefan Buscher. Denn zwischen 4.30 und 14.45 Uhr waren am Sonntag rund um Nobitz um die 3700 Haushalte ohne elektrische Versorgung. Umso fassungsloser wirkt der Sprecher, wenn er vom Auslöser dieser großen Störung spricht. „Offenbar hatten Unbekannte am frühen Sonntagmorgen bei Schelchwitz versucht, eine so genannte Kabelaufführung zu stehlen, die Freileitung und Erdkabel verbindet. Auf dieser Leitung liegen 20 Kilovolt“, unterstreicht Buscher. „Die vermeintlichen Diebe haben sich in große Lebensgefahr gebracht. Nur weil sie offenbar sofort bemerkten, dass das Kabel Strom führt und davon abließen, ist nichts geschehen. Ein Stromschlag mit so einer Spannung wäre wohl in jedem Fall tödlich.“

Wie die Polizei mitteilt, haben die Langfinger auf der Baustelle an der Bundesstraße 7 an der frisch verlegten Leitung offenbar einen Kurzschluss verursacht, der einen Brand in einem Kabelschacht nach sich zog.

Die gescheiterten Kupferdiebe türmten zwar. Aber sie verursachten mit der beschädigten Starkstromleitung eine unheilvolle Kettenreaktion. Buscher: „Offensichtlich sorgte diese von Menschenhand ausgelöste Störung zu zwei weiteren Störungen in zwei anderen Kabelnetzen, auf die wir umgeschaltet hätten, um alle Kunden schnell wieder mit Strom versorgen zu können. Diese weiteren Kurzschlüsse und die sich anschließende Suche zogen sich in die Länge. Dafür können wir uns bei unseren Kunden nur entschuldigen.“

Erst gegen 14.45 Uhr waren am Sonntag alle Störungen ausfindig gemacht und behoben, konnten alle Haushalte wieder ans Netz gehen. „Betroffen waren unter anderem Kunden in Ehrenhain, Zehma, Mockzig, Lehndorf, Mockern, Göhren, Altkirchen, Großstöbnitz und Saara“, zählte Buscher auf. Nach Polizeiangaben seien zudem die Ortschaften Ehrenberg, Paditz, Stüntzhain und Schelchwitz in Teilen mehrere Stunden von Stromausfällen betroffen gewesen.

Auch die Nobitzer Feuerwehr rückte mit 14 Kameraden aus, um nach den vermeintlichen Kabelbränden zu fahnden, fand aber keine.

„So eine Art von Buntmetalldiebstahl ist zwar lebensgefährlich. Aber er kommt leider immer wieder vor“, so Buscher.

Die Polizei sucht mittlerweile Zeugen, die Aussagen zur Tat und den Tätern machen können. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Altenburger Land unter Tel. 03447/4710 entgegen.

Von Jörg Wolf

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