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46 Flüchtlingskinder können in Altenburg nicht zur Schule gehen

OB schlägt Alarm 46 Flüchtlingskinder können in Altenburg nicht zur Schule gehen

Die Skatstadt kämpft nicht nur seit geraumer Zeit gegen die einseitige Verteilung der Flüchtlinge, sondern nunmehr auch mit den Folgen der überproportionalen Zuweisung von Asylbewerbern nach Altenburg. „Wir sind in unseren Schulen an die Kapazitätsgrenzen gekommen. Derzeit können 46 Flüchtlingskinder nicht unterrichtet werden“, schlägt OB Wolf Alarm.

Flüchtlingskinder in der Wilhelm-Busch-Schule in Altenburg.

Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Die Skatstadt kämpft nicht nur seit geraumer Zeit gegen die einseitige Verteilung der Flüchtlinge, sondern nunmehr auch mit den Folgen der überproportionalen Zuweisung von Asylbewerbern nach Altenburg. „Wir sind in unseren Schulen an die Kapazitätsgrenzen gekommen. Derzeit können 33 Flüchtlingskinder im Grundschulalter und 13 im Regelschulalter nicht unterrichtet werden, obwohl sie es laut Gesetz eigentlich müssten“, schlägt der Altenburger Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) Alarm.

„Denn nach drei Monaten Aufenthalt besteht eigentlich die Pflicht, die Flüchtlingskinder zu unterrichten“, erläutert der zuständige Dezernent im Rathaus, Robby Tänzer. Doch das sei momentan nicht möglich. „Dabei sind wir sehr interessiert daran, den Kindern und Jugendlichen Bildung zukommen zu lassen.“ Es scheitert seinen Aussagen zufolge nicht an den Räumlichkeiten, sondern am Lehrermangel beziehungsweise dem Fehlen der Transportbescheinigungen, um die Kinder in Schulen des Umlands zu unterrichten.

Denn dort gebe es noch entsprechende Kapazitäten, rechnet der OB vor. Die Altenburger Grundschule „Martin Luther“ zählt derzeit beispielsweise acht Klassen mit insgesamt 198 Schülern. Das ist eine Klassenstärke von durchschnittlich 25 Schülern. Damit ist die Obergrenze erreicht, sagt Wolf. Die Grundschule in Windischleuba hingegen zähle in acht Klassen lediglich 135 Schüler – ein Durchschnitt von nur 17 Schülern pro Klasse.

Um aber Kinder aus Altenburger Flüchtlingsfamilien in Windischleuba oder anderen Gemeinden unterrichten zu lassen, müsste das zuständige Schulamt Ostthüringen mit Sitz in Gera entsprechende Scheine für die Beförderung mit Schulbussen ausstellen. „Denn ohne diese müsste die Stadt Altenburg finanziell für den Transport der Kinder aufkommen. Dazu sind wir aber nicht bereit. Denn es würde die Lasten bei der Betreuung von Asylbewerbern für Altenburg weiter einseitig erhöhen“, sieht sich Wolf am Ende der Kompromissbereitschaft.

Doch diese Bescheinigungen aus Gera lassen seit Wochen auf sich warten. Eine für Mittwoch anberaumte Beratung ist vom Schulamt wieder abgesagt worden. Begründung: In Thüringen sind Osterferien und demzufolge auch zahlreiche Mitarbeiter der Behörde im Urlaub. Schulamtsleiter Berthold Rader habe ihm in dem Schreiben aber auf jeden Fall Unterstützung zugesagt, informiert Wolf.

Selbige sei zurzeit auch vom Landratsamt kaum zu erhalten, da das Schulverwaltungsamt des Landkreises gerade von Altenburg nach Schmölln umzieht.

Am Montag soll es nun eine Krisensitzung mit dem Schulamt Ostthüringen sowie den beiden Schulverwaltungsämtern des Landkreises und der Stadt geben. „Das will ich noch abwarten. Wenn es da kein Ergebnis gibt, bleibt mir nichts anderes übrig, als richtig Krach zu schlagen. So jedenfalls kann es nicht weitergehen“, moniert Wolf. Er erwartet von Ministerin Birgit Klaubert (Linke), dass sie diese Angelegenheit zur Chefsache macht. Es könne nicht sein, dass man die Stadt Altenburg einfach mit diesen Problemen sitzen lässt.

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In der Regelschule „Dietrich Bonhoeffer“ gibt es zwei so genannte Starterklassen mit 30 Schülern – voll ausgelastet also. Im Förderzentrum Schmölln wären es nach Information aus dem Altenburger Rathaus hingegen gerade mal acht Schüler. Auch hier seien die Lasten ungleich verteilt, so Wolf.

Von Ellen Paul

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