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Altenburg 50 Jahre Freibad: In Altkirchen steppt der Bär
Region Altenburg 50 Jahre Freibad: In Altkirchen steppt der Bär
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11:03 28.08.2017
Jubelstimmung: Besucher und Akteure des Freibades feierten am Samstag das 50-Jährige. Quelle: Mario Jahn
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Altkirchen

„Herzlichen Willkommen im schönsten Freibad im Altenburger Land!“ So begrüßte Roland Heincke, der 1. Vorsitzende des Fördervereins „Attraktives Freibad Altkirchen“ die Gäste am Samstagnachmittag. Hunderte waren gekommen, um das 50-jährige Bestehen der Freizeitstätte zu feiern und ein Festprogramm zu erleben, das sich gewaschen hatte.

Dabei war vor einem halben Jahrhundert an den Bau eines Freibades gar nicht gedacht worden. Mitte der 60er-Jahre herrschte in Altkirchen eine schlechte Wasserversorgung, was im Brandfall den Einwohnern zum Verhängnis geworden wäre. Die Lösung: Ein Löschteich musste her, zentral im Ort. Mit der Idee, eine Kombination aus Löschteich und Freibad entstehen zu lassen, lagen die damaligen Initiatoren Helmut Franke und Gerhard Thieme goldrichtig. Jeder aus dem 560-Seelen-Dorf wurde angehalten, mit anzupacken – und so konnte bereits am 2. September 1967, neun Wochen nach Baubeginn, das Altkirchener Freibad mit einer großen Fete eröffnet werden.

Große Verbundenheit der Bevölkerung

Diese Verbundenheit der Bevölkerung hielt an. Immer wieder gab es Zuspruch aus den Reihen ortsansässiger Firmen und der Gemeinde – nur die staatlichen Mittel gingen irgendwann aus. So spielte die Kommune 2011 mit dem Gedanken, das Bad zu schließen. Keine Option für 42 Bürgerinnen und Bürger, die kurzerhand einen Förderverein gründeten, um aus eigener Kraft tätig zu werden. Viele Erhaltungsmaßnahmen wurden durch Finanz- und Sachspenden realisiert. So kam 2012 das neue Sprungbrett von der DHfK aus Leipzig und eine neue Kinderrutsche aus einem befreundeten Freibad in Bayern. 2013 übernahm der Förderverein mit nun schon knapp 70 Mitstreitern komplett den Betrieb des Freibades von der Gemeinde.

Wie sehr sich die Altkirchener mit ihrem Freibad verbunden fühlen, war auch am Wochenende zu erleben. „Ich war schon zur Eröffnung hier. Und dann immer wieder im Sommer – erst mit Freunden und später mit der Familie und den Enkeln“, erzählte eine 74-jährige Festbesucherin. Und auch Vereinsvorsitzender Roland Heincke schwärmt von den vergangenen 50 Jahren. „Ich erinnere mich an viele Badfeste und die Unterstützung aus der Bevölkerung“, formulierte er in seiner Festansprache.

Vereine helfen sich gegenseitig

Das Fest am Samstagnachmittag vereinte Generationen und bot Attraktionen für Jung und Alt. Die Freiwillige Feuerwehr Altkirchen grillte, der Verein Altenburger Bauerhöfe bot Gebackenes, die Fußballer des LSV Altkirchen versuchten sich im Synchronschwimmen, der Modelleisenbahnclub Gößnitz und die Schlepperfreunde Jauern mischten ebenfalls mit. Vereine helfen sich gegenseitig – in Altkirchen funktioniert das ganz gut.

Das Wetter hat durchgehalten, das Programm war ein voller Erfolg: Hunderte Gäste gaben sich zum 50. Geburtstag des Altkirchener Freibades ein Stelldichein. Zu den Höhepunkten zählte die witzige Modenschau.

Bereits am Freitagnachmittag war die Jubiläumsfeier eröffnet worden. Mit den Schiffsmodellbauern aus Schmölln und deren beleuchteten Schiffen, die auf dem Becken ihre Runden zogen, gab’s einen echten Hingucker. Danach startete mit gut 300 Gästen das Flutlichtbaden. Der Samstag stand dem nicht nach. Schon mittags öffneten die beiden Museen des Ortes, wo die Dorfgeschichte und die Entwicklung der Umgebung gezeigt wurden – eingerahmt von alten Landwirtschaftsmaschinen, Haushaltsgeräten und natürlich vielen Bildern. Um 15 Uhr dann der erste Programmhöhepunkt. Extra aus Leipzig angereist, zeigten die Sachsenmeisterinnen der DHfK im Synchronschwimmen ihr Können und überzeugten auf ganzer Linie. Es folgten Spaßstaffel und Kinderdisco, eine außergewöhnliche Modenschau mit witzigen Kostümierungen und die Tanzgruppe Energy Diamonds. Und die bereits erwähnten Männer des Fußballvereins LSV Altkirchen nahmen beim Synchronschwimmen all ihren Mut zusammen – und ernteten begeisterten Applaus. Ein gelungener Festtag mit einem gelungenen Festprogramm, das zum Glück nach morgendlichen Regenschauern nicht ins Wasser fallen musste.

Kurzfilm-Kino auf der Freibadwiese

Eingerahmt wurde der Tag durch diverse Kinderattraktionen, wie Schminken, Hüpfburg, Kinderspiele und Basteln. Aber auch die Erwachsenen kamen beim Bierglasschieben und anderen Geschicklichkeitsspielen nicht zu kurz. Für die Vorführung von Kurzfilmen über das Bad, entstanden vor 50 und vor 30 Jahren, wurde eigens ein kleines Kino auf der Freibadwiese eingerichtet. „Vielen Dank an all die Helfer“, sagte Fördervereins-Chef Roland Heincke, vor allem auch mit Blick auf Bürgermeister Andy Franke, der selbst Mitglied im Verein ist.

Denn die Förderer sind auf jede weitere Unterstützung angewiesen, und das schon in naher Zukunft. Das Bad bedarf einer Sanierung, für die über 20 000 Euro benötigt werden. Dieser Betrag wird vor allem durch Spenden aufgetrieben, die mühsam zusammengesammelt werden müssen, denn für Zuschüsse von staatlicher Seite besteht wenig Hoffnung. Mit mittlerweile knapp 80 Mitgliedern hat der Verein weiterhin Zulauf und blickt optimistisch in die Zukunft. Dass das Bad noch lange bestehen bleibt und im Sommer zum Dorfmittel- und Treffpunkt avanciert, daran haben die Altkirchener keinen Zweifel.

Von Lena Rath

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