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Altenburg 560 Kilometer auf 20 Metern
Region Altenburg 560 Kilometer auf 20 Metern
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20:14 20.10.2013

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Die von Anthony Lowe geschaffene fantasievolle 360-Grad-Darstellung Mitteldeutschlands fand von der ersten Minute an großes Interesse der Besucher.

Und die kamen nicht nur aus Altenburg. Ulrich und Anita Henke waren aus Schkölen angereist. Sie hatten aus der Zeitung von dem ungewöhnlichen Projekt erfahren und waren neugierig geworden. "Nachher wollen wir auch noch durch die Altstadt bummeln", kündigte Ulrich Henke an.

Peter und Barbara Singer hatten ihre Motorrad-Jacken noch über dem Arm, als sie sich in die Besucher-Schlange einreihten. Auch sie nutzten das schöne Wetter für einen Abstecher nach Altenburg: "Das Projekt interessiert uns, solche Panorama-Darstellungen sind ja in Mode gekommen", so die beiden Geraer, die schon öfter in Altenburg waren, beispielsweise zur Filmpremiere im Kino und zu Theateraufführungen. "Die Stadt ist schön geworden", meinte Barbara Singer.

Ein bisschen Geduld brauchten aber alle Interessenten. Denn obwohl die Museums-Mitarbeiter immer mal ein Auge zudrückten, so haben doch mehr als 20 Leute oben in der "Flasche" keinen Platz - und können Anthony Lowes Kunstwerk auch nicht richtig genießen. Sechs Meter hoch und 20 Meter lang bespannen die farbenprächtigen Bahnen des Zürchauer Künstlers die Mauern des Wohn- und Wehrturmes aus dem 11. Jahrhundert. Musik, Lichteffekte und Geräusche komplettieren die 120 Quadratmeter große 360-Grad-Darstellung Mitteldeutschlands, die künstlerisch verdichtet, verfremdet und doch wiedererkennbar einen in der Realität 560 Kilometer umspannenden Rundblick bieten - von Eisenach bis zur Sächsischen Schweiz, von Leipzig bis Chemnitz, und Altenburg mittendrin.

Rund 70 000 Euro kostete das Kunstwerk einschließlich Installation. Gut doppelt so viel wie geplant, wie Schlossvereins-Vorsitzender Peter Friedrich bei der Begrüßung der ersten Gästen noch einmal erinnerte. Immer neue Auflagen verzögerten und verteuerten das Projekt. "Aber nun ist es geschafft", freute sich der langjährige Vereins-Chef. Für zehn Jahre wird das Werk als Dauerleihgabe dem Schloss zur Verfügung gestellt, was wegen der Förder-Regularien notwendig ist. Danach soll es endgültig übereignet werden.

Und noch zwei waren an diesem Sonnabendnachmittag höchst zufrieden: der Künstler und ein neues, gerade aufgenommenes Schlossvereins-Mitglied. Anthony Lowe: "Ich hoffe, dass das Ding stabil läuft", meinte er mit Blick auf die fein austarierte Bild-, Licht- und Tonkomposition. "Und ich hoffe, dass es überregional Leute anziehen wird."

Michaele Sojka: "Schon immer mal habe ich darüber nachgedacht, Mitglied im Schlossverein zu werden. Jetzt als Landrätin kann ich mich vielleicht ganz konkret nützlich machen", begründete die Linken-Politikerin ihren Aufnahmeantrag.

Günter Neumann

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