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6,4 Millionen Euro fürs Stromnetz

6,4 Millionen Euro fürs Stromnetz

Über 380 Millionen Euro hat der Netzbetreiber Envia in seinem Versorgungsgebiet 2012 investiert. Rund 6,4 Millionen Euro davon im Altenburger Land. Gegenüber den Kommunen des Envia-Landes zog das Unternehmen kürzlich auf dem Flugplatz in Nobitz Bilanz und gab unternehmerische Ausblicke.

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Der Gößnitzer Bürgermeister Wolfgang Scholz und sein Amtskollege aus Göpfersdorf, Klaus Börngen (r.), sind vom E-Auto noch nicht überzeugt, haben aber Spaß beim Ausprobieren.

Quelle: Mario Jahn

Rund 30 Vertreter aus den Städten und Gemeinden waren der Einladung zum Tag der Kommunen gefolgt, der erstmals in Thüringen stattfand.

 

Einen Vormittag lang drehte sich auf dem Flugplatz in Nobitz alles um Strom und Gas. Die Envia Mitteldeutschland und die Mitgas hatten Bürgermeister und Räte zu dem jährlichen Treffen eingeladen. "Die Kommunen sind ja an der Envia mit 42 Prozent beteiligt. Da ist es wichtig, dass die Bürgermeister wissen, was wir tun und an welchen Themen das Unternehmen gerade dran ist", erläuterte Konstanze Lange, Regionalbetreuerin bei der Envia. Entsprechendes treffe auch für die Envia-Tochter Mitgas zu. Nur dass die kommunalen Beteiligungen am Gasversorger nicht so hoch seien.

 

Viele Gemeindechefs des Altenburger Landes waren gekommen, ebenso einige ihrer Kollegen aus Sachsen. Und alle waren gespannt auf die harten Zahlen des Unternehmens. Denn die Envia stellt eben nicht nur die Versorgung mit Energie sicher, sondern sie sorgt auch stetig für Einnahmen der kommunalen Etats. Und zwar über die Dividendenzahlung für die Anteile am Konzern und die sogenannte Konzessionsabgabe, die die Envia an die Kommunen zahlt, weil diese dem Energieversorger das Recht einräumen, Strom und Gast über das Gemeindegebiet zu transportieren.

 

Insgesamt hat die Envia-Gruppe im vergangenen Jahr 67 Millionen Euro Dividende und 79,3 Millionen Euro Konzessionsabgaben an die Kommunen in ihrem Zuständigkeitsbereich ausgeschüttet. Die Kommunen des Altenburger Landes erhielten davon rund 714 000 Euro Dividende und 1,9 Millionen Euro Konzessionsabgaben.

 

Zudem wurden Investitionen in die Netze oft als gemeinschaftliche Baumaßnahme mit den Städten und Gemeinden realisiert. So wurden etwa in Tegkwitz oder Falkenhain (OVZ berichtete) neue Leitungen in den Ortschaften verlegt. Dies nutzten die Kommunen, um gleichzeitig die Straße zu sanieren, was die Baumaßnahmen unterm Strich für beide preiswerter machte.

 

2012 wurden insgesamt im Envia-Versorgungsgebiet, das West-Sachsen, Süd-Sachsen-Anhalt und Süd-Brandenburg sowie das Altenburger Land in Thüringen umfasst, 381 Millionen Euro investiert. Die größten Projekte hier waren in Löbichau die Installation einer fernsteuerbaren Trafostation für 88 600 Euro, der Netzausbau in Drogen nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) für 125 000 Euro, die Verlegung von Erdkabeln für Mittel- und Niederspannung in Gößnitz und Treben für 528 000 Euro beziehungsweise 125 000 Euro sowie der seit 2011 laufende Umbau des Umspannwerks Altenburg für etwa 5,1 Millionen Euro.

 

Wie wichtig eine enge Zusammenarbeit von Energieversorger und Kommunen ist, hat sich nicht zuletzt während des Juni-Hochwassers gezeigt. Wie die Envia-Mitarbeiter betonten, verbessere das Unternehmen ständig den Hochwasserschutz der eigenen Anlagen. Außerdem hat die Envia, die zum RWE-Konzern gehört, natürlich auch für die Opfer der Flut gespendet. Insgesamt wurden vom Unternehmen 214 000 Euro an 101 hochwassergeschädigte Kommunen verschenkt.

 

Die Veranstaltung in Nobitz wurde auch für einen Blick in die energetische Zukunft und die des Unternehmens genutzt. Zukünftig stehen die Erneuerbaren Energien im Mittelpunkt, so Konstanze Lange. "Vor allem gilt es, das Problem der Speicherung zu lösen." Darüber hinaus benannte sie auch problematische Entwicklungen der Energiewende. "Wenn wir durch immer mehr autarke Haushalte oder gar Kommunen, die sich selbst versorgen, weniger Strom verkaufen, dann steigen die Kosten für den Endkunden, weil die Ausgaben für den Erhalt und die Wartung der Netzinfrastruktur nicht weniger wird", argumentiert die Regionalbetreuerin. Das bedeute ebenso für die Kommunen, dass sie dann mit weniger Einnahmen aus Konzession und Dividende rechenen müssen.

 

Die Zukunft war auch Thema in der Pause, da hatten die Bürgermeister die Chance auf eine Testfahrt mit dem Elektroauto. Eine solche Anschaffung lohne sich, meinte der Bürgermeister von Kitzscher, Maik Schramm (parteilos). Seit zwei Jahren hat die sächsische Kleinstadt ein Elektroauto und nur gute Erfahrungen gesammelt.

Jörg Reuter

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