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Altenburg 600 000 Euro Förderung: Altenburger Projekt Stadtmensch startet durch
Region Altenburg 600 000 Euro Förderung: Altenburger Projekt Stadtmensch startet durch
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15:19 18.09.2018
Die Hauptakteure des Stadtmensch-Projektes haben sich im Frühjahr erstmals für das Festival zusammengefunden. Quelle: Mario Jahn
Altenburg/Frankfurt/Main

Riesenerfolg für das Team des Stadtmensch-Projektes: Beim Wettbewerb „Stadt gemeinsam gestalten. Neue Modelle der Quartiersentwicklung“ des Bundesinnenministeriums holte das Projekt einen von vier Hauptpreisen und kann in den kommenden drei Jahren mit einer Förderung in Höhe von mehr als 600 000 Euro rechnen. Unter bundesweit über 100 Bewerbungen setzten sich die Altenburger durch. Am Dienstag – im Rahmen des 12. Bundeskongresses Nationale Stadtentwicklung – nahmen die Initiatoren Susann Seifert von der Farbküche, Anja Fehre und Christian Horn vom Schloss- und Kulturbetrieb sowie Valentin Rühlmann vom Jugendforum in Frankfurt am Main die Ehrung entgegen. Zu den Stadtmensch-Partnern gehört außerdem das Paul-Gustavus-Haus.

Der Erfolg hat zunächst überrascht

„Ehrlich gesagt hatte ich nie mit so einem Erfolg gerechnet“, sagt Susann Seifert, die maßgeblich an der Bewerbung des Projektes mitwirkte. Denn das Vorhaben sei schon „sehr ambitioniert“ gewesen. „Als dann aber die Nachricht kam, dass wir den Sprung unter die besten zehn Projekte geschafft haben, hat es schon gekribbelt und dann wollten wir es unbedingt schaffen“, erzählt Seifert. Christian Horn unterstrich, dass diese Förderung „eine große Verantwortung und Herausforderung für alle Beteiligten“ bedeute. „Aber wir wissen , was wir können.“

Unter Beweis gestellt haben das die Akteure bereits. Schon das Stadtmensch-Festival Ende Mai in Altenburg hat für einiges Aufsehen gesorgt. In unterschiedlichen Projekten waren Anwohner und Gäste der Stadt aufgerufen, eigene Kreativität zu entwickeln und dabei auch eigene Grenzen zu überschreiten. Die Ideenpalette war breit: Es wurde gemeinsam getanzt und der triste Bahnhofstunnel mit Graffiti zur Galerie gestaltet, es gab einen von Kindern betriebenen Friseursalon und eine fotografische Porträtserie zum Thema Ehrenamt. Schon vor dem auf ein Wochenende beschränkten Festival war klar, dass das Projekt Stadtmensch keine Eintagsfliege bleiben sollte. Im Gegenteil: Die Bevölkerung soll langfristig animiert werden, sich mit eigenen Ideen ins Stadtleben einzubringen, selbst Akzente zu setzen.

Fördergeld steht für drei Jahre zur Verfügung

Mit dem Geld aus dem Ministerium wird der weitere Weg geebnet. Die reichlich 600 000 Euro sollen die finanzielle Grundlage für die kommenden drei Jahre bieten, um das Stadtmensch-Vorhaben zu einer dauerhaften Institution zu entwickeln und damit den öffentlichen Raum in Altenburg nicht nur baulich neu zu gestalten, sondern auch Anregungen aus der Einwohnerschaft umzusetzen.

Oberbürgermeister André Neumann (CDU), einer der engagiertesten Unterstützer des Projektes, ist begeistert: „Ich freue mich riesig, dass es mit der Förderung geklappt hat. Hier hat sich gezeigt, was man erreichen kann, wenn sich viele ganz stark für eine Sache einsetzen. Zumal der Stadtmensch ja genau die Richtung verfolgt, die wir einschlagen wollen: weg vom Stein-auf-Stein-Denken hin zu einem lebendigen Miteinander aus bürgerschaftlichem Engagement, Unternehmertum und Stadt“, so Neumann.

Zentraler Anlaufpunkt entsteht am Markt 10

Ab 2019 soll in den folgenden drei Jahren am Altenburger Markt 10 neben der Tourismusinformation Altenburger Land ein zentraler Anlaufpunkt geschaffen werden, in dem Jedermann seine Anliegen und Anregungen kundtun kann. Weiterhin sind bauliche Maßnahmen und damit Aufwertungen am Paul-Gustavus-Haus, Teilen des Schlosses als Geschichtswerkstatt sowie am Reichenbachschen Palais am Weibermarkt vorgesehen. In letztgenanntes Objekt wollen unter anderem die Farbküche und weitere Kreativ-Anbieter einziehen.

Von Jörg Wolf

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