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Altenburg 750 Gäste trinken und essen in der Tenne für einen guten Zweck
Region Altenburg 750 Gäste trinken und essen in der Tenne für einen guten Zweck
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17:56 25.09.2016
Hoch die Gläser: Zum 15. Mal wird beim Oktoberfest der Rotarier auf die Gemütlichkeit angestoßen. Quelle: Mario Jahn
Altenburg

„Oans, Zwoa, G’suffa!“ Den Trinkspruch der Münchner Wiesn haben auch die Altenburger locker drauf. Das stellten um die 750 ausgelassen feiernde Damen und Herren in der ausverkauften Tenne der Altenburger Brauerei am Sonnabend wieder eindrucksvoll unter Beweis. Dorthin hatte der Rotary Club Altenburg alle feierfreudigen Fans der weiß-bauen Glückseligkeit zum traditionellen Oktoberfest eingeladen.

„Mittlerweile ist unser rotarisches Oktoberfest schon eine Institution und erlebt die 15. Auflage“, meint der aktuelle Präsident des derzeit 39 Mitglieder zählenden Vereines, Frank Quaas. Und beileibe nicht nur er, sondern auch alle engagierten Rotarier und die meisten Besucher hatten für die bayuwarische Sause sozusagen Dienstkleidung angelegt: Die Herren feierten zumeist stilecht in Lederhosen und die Damen im feschen Dirndl mit bayerischem Gerstensaft aus Maßbierkrügen, Haxn, Hendl, Radi & Co. Und echt voralpenländischer Stimmungsmusik der „Argeter Buam“.

Wenn die Rotarier ein Oktoberfest zelebrieren, dann muss möglichst alles auch richtig stilecht sein. Dafür scheuen die engagierten Partymacher um Oktoberfest-Organisationschef Hubert Wolf keine Mühen für den guten Zweck. Da ist beispielsweise Konrad Selder. Der Notar aus Altenburg stammt eigentlich aus Oberbayern, fand vor 24 Jahren seine neue Heimat in der Skatstadt. Aber Original soll eben Original bleiben. Und die Zutaten dafür gibt es halt oft nur in Bayern. Jedes Jahr düst Selder deshalb mit dem Auto in seine alte Heimat und holt den in Altenburg gereichten Leberkäse und die Brühwürste beim Metzger seines Vertrauen in Miesbach ab. „Heute früh um neun war ich zurück mit jeweils 40 Kilo Leberkäse und Regensburger. Die einfache Fahrt dauert um die vier Stunden. Aber das mache ich gerne“, lacht Selder. Mit seiner Frau „heilte“ der Notar übrigens auch eine Panne mit dem Leberkäse, als der noch nicht original aus Bayern kam: Einmal hatten die Macher gar vergessen, die herzhafte Wurstspezialität zu backen. Das holten Selder und seine Frau dann schnell am heimischen Herd in Altenburg in einer stundenlangen Zusatzschicht nach. Gelernt ist eben gelernt. Und auch Haxn wie Hendl brutzelten auf einem echt bayerischen Grill. Na gut, Freistadt südlich von Nürnberg liege zwar in Franken, „aber diese Kunst der Zubereitung wird ja auch dort beherrscht“, betont der Bayer.

Geschmeckt hat übrigens alles sehr gut, wie auch die Brotzeitteller, die zuvor 14 Rotarier in einer Sonderschicht liebevoll für jeden Tisch zusammen stellten. „Dafür treffen wir uns immer schon am frühen Nachmittag beim Fruchtexpress in Windischleuba, um gemeinsam zu schnippeln“, meint Mike Langer, Sprecher der hiesigen Rotarier, der an diesem Abend wie andere Klubmitglieder auch den Service übernahm, um den Gästen das Essen an die Tische zu bringen. „Und wir werden dabei auch immer professioneller. Haben wir erst gut zwei Stunden gebraucht, so waren wir jetzt schon nach gut einer Stunde durch.“

Gemundet hat natürlich auch das Bier aus dem Hause Leikeim, wovon hunderte Maß über den Tresen gingen. Und damit Euro um Euro für einen guten Zweck in die Kasse zu spülen. Mit sechs Euro pro Maß war das Bier in Altenburg übrigens ein Schnäppchen im Vergleich zum Original an der Isar, wo die Maß heuer um die 10,60 Euro kostet. Bis weit in den Morgen hieß es immer wieder aus der Tenne: Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit! „Das ging bis zwei Uhr in der Frühe“, berichtet gestern Mike Langer.

Auf jeden Fall liege der Reinerlös für einen guten Zweck wieder im fünfstelligen Bereich. „Die genaue Summe steht aber erst in einigen Tagen fest.“ Darauf freuen können sich Schüler, Lehrer und Förderverein der Regenbogenschule, in der Schüler mit geistigen Behinderungen betreut werden. Dort, in Altenburgs Norden, soll nun bald ein Sommerhaus entstehen.

Von Jörg Wolf

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