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Altenburg 800 Zuschauer erleben in Altenburg eine Benefiz-Boxnacht voller Emotionen
Region Altenburg 800 Zuschauer erleben in Altenburg eine Benefiz-Boxnacht voller Emotionen
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11:24 30.05.2016
Bei den Kämpfen stehen auch Lokalmatadoren im Ring. Quelle: Mario Jahn
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Altenburg

Nach dem letzten Gong eine knappe Stunde nach Mitternacht gab’s im Goldenen Pflug kein Halten mehr: Fans und Verantwortliche herzelten überschwänglich ihren per einstimmigem Punkturteil erklärten Champion Mario Platz. Der Rositzer setzte mit seinem K1-Kampf gegen den Rumänen Ion Barsan um die internationale Deutsche Meisterschaft in der Klasse bis 77 Kilogramm den krönenden Schlusspunkt der zweiten Altenburger Benefiz-Boxnacht in der Stadthalle. Alles in allem 16 Kämpfe standen dort unter der Regie der German Boxing Association (GBA) auf dem Programm: Sowohl traditionelles Boxen von Amateuren und Profis, aber auch Kämpfe im K1, einer speziellen Kampfsportdisziplin, in der verschiedene Techniken aus Karate, Thai-Boxen und traditionellem Faustkampf erlaubt sind, waren zuvor zu erleben.

Fünf Stunden lang flogen am Sonnabend im Goldenen Pflug in Altenburg bei der Benefiz-Boxnacht die Fäuste. Rund 800 Zuschauer besuchten die Veranstaltung.

Und erleben wollten dies um die 800 Zuschauer, die wie die Akteure im Ring beileibe nicht nur aus Altenburg und dem Kreis gekommen waren. Solche Kampfabende üben eben einen besonderen Reiz aus. Mittendrin in dem Gewimmel war Peter Petzold an diesem Abend eigentlich überall und nirgendwo zu finden. Der Chef vom Fightclub Rositz war Hauptorganisator dieser Kampfnacht. Und er strahlte angesichts der vollen Zuschauerränge: „Die Resonanz bei den Leuten ist super. Das ist umso wichtiger, weil die Einnahmen der Aktion unserer Oase und damit einem guten Zweck zugute kommen“, meinte Petzold strahlend, der in Rositz dieses Asyl für alte und gequälte Tiere gründete und betreibt. Nicht nur Tiere finden dort eine sichere Heimat. Die Oase steht auch Menschen jeden Alters mit gesundheitlichen und sozialen Problemen offen, um sich sinnvoll mit den dort untergebrachten vierbeinigen Dauergästen zu beschäftigen und ein paar erholsame Stunden finden zu können.

Dass Fighter wie Verantwortliche nicht nur im Seilquadrat mächtig auszuteilen verstehen, sondern auch ein großes Herz haben, bewiesen sie an diesem Abend. Denn in einer Kampfpause wurde Michaela Buder in den Ring gebeten. Das Mädchen, gerade 17 Jahre jung, hat einen besonders schweren Schicksalsschlag erlitten. Die junge Boxerin aus Petzolds Stall ist an Knochenkrebs erkrankt. Ihr musste deshalb ein Unterschenkel amputiert werden. Peter Petzold rief vor gerade einmal vier Wochen befreundete Boxställe und Institutionen sowie den Verband GBA zur Spendenaktion auf, um dem Mädchen eine Sportprothese zu finanzieren. Nur einen Monat nach dem ersten Aufruf konnte Michis großer Traum erfüllt werden. Übergeben werden konnten nicht nur die gut 6000 Euro, die so eine Prothese kostet. Weiterhin kam auch noch Geld für ein Trainings-Laufband und die weitere ärztliche Betreuung der 17-Jährigen zusammen, so dass Michi nach ihrer Genesung weiter als Aktive in den Ring steigen kann. „Ich bin so glücklich und werde mich jetzt richtig ins Zeug legen“, versprach Michaela sichtlich gerührt angesichts der über 10 000 Euro. „Gerechnet habe ich mit so einen Resultat nicht. Das zeigt aber auch, dass die Kämpfer eine richtig große Familie sind und Herz haben“, meinte sie sichtlich nach Worten suchend.

Auch sportlich hielt die fünfstündige Boxnacht, was die Macher versprochen hatten: Effektvoll in Szene gesetzt wurden die Akteure im Ring mit harten Beats und Showlicht sowie den unverzichtbaren Nummerngirls vor jeder Runde. Und obwohl das sportliche Niveau der angetretenen Akteure bei so einem Stilmix sicher unterschiedlich war, gab es richtige Hochkaräter. Allein fünfmal ging es in den Kämpfen um Titelehren. Neben Lokalmatador Mario Platz hatte der gastgebende Fightclub Rositz mit Noah Krause und Danny Juszcak zwei weitere Akteure im Ring, die ihre Kämpfe durch technischen K.o. für sich entschieden.

„Es ist alles gut aufgegangen“, freute sich Peter Petzold am frühen Sonntagmorgen sichtlich geschafft, aber zufrieden.

Von Jörg Wolf

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