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Ab heute geht’s um alles: Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat des Theaters vor schweren Entscheidungen

Ab heute geht’s um alles: Gesellschafterversammlung und Aufsichtsrat des Theaters vor schweren Entscheidungen

Noch herrscht Ruhe am Altenburg-Geraer Theater. Erst Mitte September wird sich nach einer langen Sommerpause der Vorhang wieder heben. Doch mit der Ruhe ums Theater ist es ab sofort vorbei.

Altenburg. Von Ellen Paul

Hauptsächlich steht eine neue sogenannte "unternehmerische Entscheidung" auf der Tagesordnung beider Gremien. Denn der jüngste Flächentarifabschluss im öffentlichen Dienst ließ das ab 2013 zu erwartende jährliche Defizit von 2,2 Millionen Euro um eine weitere halbe Million anwachsen (OVZ berichtete). So reicht es nicht mehr aus, Schauspiel und Puppentheater abzuwickeln und 20 Orchesterstellen abzubauen.

Es droht - für den Fall, dass kein neuer Haustarifvertrag und keine Zuschuss-Erhöhung zustande kommen - noch mehr dem Rotstift zum Opfer zu fallen. Dem Vernehmen nach müssten statt der bis jetzt geplanten 45 mindestens 60 Stellen gestrichen werden. Was das bedeutet, mag sich noch keiner so recht vorstellen. Schon jetzt gibt es deutschlandweit kein zweites Haus vergleichbarer Größenordnung, das mit so wenig Personal ein solches Pensum bewältigt. Während es beispielsweise in Weimar drei Sparten und zwei Spielstätten mit 420 Mitarbeitern gibt, zeichnen in Altenburg-Gera 295 Mitarbeiter für fünf Sparten sowie sieben Spielstätten - und das in zwei Städten - verantwortlich.

Deshalb ruhen die Hoffnungen jetzt auf den Tarifverhandlungen, die in der dritten Septemberwoche wieder aufgenommen werden sollen. Insgesamt vier Gewerkschaften sitzen mit am Verhandlungstisch, die bisher alle Kompromissbereitschaft signalisiert haben sollen. Aber nicht um jeden Preis. "Wir könnten nicht damit leben, wenn die Verzichtsschere in den nächsten Jahren noch weiter auseinander ginge", wird beispielsweise der stellvertretende Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), Andreas Masopust, in einer Zeitung zitiert. Die Träger - das sind der Landkreis Altenburger Land und die Städte Altenburg und Gera - müssten finanziell noch mal nachlegen, verlangt er und schließt im Fall von betriebsbedingten Kündigungen einen neuen Haustarifvertrag kategorisch aus.

Doch bis jetzt sind es selbst für die im Frühjahr ausgehandelte Aufstockung der jährlichen Zuschüsse durch die kommunalen Gesellschafter und den Freistaat um rund 1,2 Millionen Euro nur Lippenbekenntnisse. Weder die Stadträte in Altenburg und Gera noch der Kreistag haben ihre anteilige Erhöhung bislang beschlossen. Vor allem im Kreistag ist völlig ungewiss, ob sich dafür eine Mehrheit findet. Auch aus Gera kommen keine ermutigenden Signale. Zumal der Beitrag mittlerweile nicht mehr reicht.

Alle Blicke richten sich deshalb nach Erfurt, in der Hoffnung, dass die Landesregierung bereit ist, noch eine Schippe draufzulegen. Doch bislang ist von dort nichts zu hören. Im Gegenteil. Im Kultusministerium scheint man angesichts immer neuer Geld-Forderungen aus Altenburg und Gera ziemlich genervt.

Mittlerweile drängt für alle Entscheidungen aber die Zeit. Zwar hat man sich vertraglich darauf geeinigt, die Kündigungsfristen zu verkürzen, um mehr Raum zum Verhandeln zu haben. Dennoch wird noch vor der nächsten Tarifverhandlung mit der Sozialauswahl begonnen, hatte Altenburgs Oberbürgermeister und amtierender Aufsichtsratschef Michael Wolf (SPD) vor der Sommerpause erklärt. Und seine neue Geraer Amtskollegin Viola Hahn (parteilos) nahm sogar das Wort "Insolvenz" wieder in den Mund. Diese sei noch lange nicht abgewendet.

Ab heute geht es deshalb um alles. Im Falle des Scheiterns der Verhandlungen bliebe vom Altenburg-Geraer Theater in seiner jetzigen Form nicht mehr viel übrig. "Sie würden es nicht wiedererkennen", hatte Wolf schon vor Monaten den Stadträten prophezeit.

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