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Ab morgen kein Umweg mehr

Ab morgen kein Umweg mehr

Wer seit seiner spektakulären Wiedereröffnung nach 41 Jahren Dornröschenschlaf das Wahrzeichen Altenburgs besichtigen will, steht bislang vor verschlossenen Türen.

Altenburg.

Nur über den Umweg Schlossmuseum und dann auch nur einmal täglich mit einer Führung sind die Roten Spitzen seit Ende April erlebbar. Das soll sich ab morgen ändern. Vor allem Proteste der Bürgerbewegten von Pro Altenburg, die sogar Befürworter in den Reihen der SPD fanden, dürften daran großen Anteil haben.

 

 

 

Pünktlich zum Altstadtfest, so verheißt gestern eine Pressemitteilung aus dem Rathaus, ändern sich die Öffnungszeiten in den Roten Spitzen. So hält das ehemalige Kloster seine Pforten am Samstag und Sonntag durchgängig in der Zeit von 9.30 bis 17 Uhr geöffnet. Nach dem obligatorischen Ruhetag bestehen dann ab Dienstag generell Besichtigungsmöglichkeiten täglich außer montags in der Zeit von 9.30 bis 12 Uhr und von 13 bis 16.30 Uhr. Dann ist auch der Erwerb der Eintrittskarte vor Ort möglich und die Gäste können ohne Führung das Areal allein erkunden.

 

Dem vorausgegangen war eine harsche Kritik der Bürgerinitiative Pro Altenburg, die in einer Presseerklärung Ende vergangener Woche die aktuelle Verfahrensweise als Besucher-Gängelei brandmarkte (OVZ berichtete). "Die jetzige Situation wird weder der Bedeutung der Roten Spitzen noch dem bisher geleisteten Aufwand gerecht", hieß es. Und: Man erwarte vom Oberbürgermeister schnelles Eingreifen.

 

Das allerdings war nicht die erste Forderung dieser Art. Schon in der Juli-Sitzung des Stadtrates hatte der Fraktionsvorsitzende von Pro Altenburg, Peter Müller, verlangt, dass jemand vor Ort sein müsse, um die Tickets zu verkaufen und die Besucher einzulassen. "Die Dienstleistung geht zum Kunden und nicht umgekehrt. Ich möchte deshalb, dass kurzfristig ein Umdenken einsetzt", so Müller, der dafür völlig überraschend von den Sozialdemokraten Unterstützung erhielt. "Die SPD-Fraktion würde das ebenfalls begrüßen", beschied Torsten Rist.

 

Oberbürgermeister Michael Wolf (SPD) wollte damals allerdings davon noch nichts wissen. "Wir müssen lernen, dass der Turm von Babel auch nicht an einem Tag erbaut wurde. Wir müssen auch mal Geduld haben", bemühte das Stadtoberhaupt die Geschichte. Und gleich noch den Sport: "Wenn man die Tour de France gewinnen will, muss man einzelne Etappen gewinnen." Die Einweihung des Informationszentrums sei von vornherein nur die erste von mehreren Ausbau- und Nutzungsetappen gewesen.

 

Inhalt plus Logistik sei in der Kürze der Zeit einfach nicht stemmbar gewesen, erklärte Wolf auf OVZ-Nachfrage. So brauche man für eine Vor-Ort-Öffnung zumindest eine provisorische Toiletten-Anlage. Außerdem gebe es zurzeit keinen Empfangsraum. Und es fehle an Personal. Solange müsse es eben über das Schloss laufen. Es gehe angesichts der angespannten Haushaltslage alles eben nur Schritt für Schritt.

 

Und jetzt offenbar doch schneller als ursprünglich gedacht. Dank einer zeitweiligen personellen Verstärkung könnten die verlängerten Öffnungszeiten des Baudenkmales zumindest bis zum Saisonende angeboten werden, teilt die Stadtverwaltung gestern mit. Zudem habe sich erfreulicherweise der Förderverein "Quartier Rote Spitzen" angeboten, sich zu besonderen Anlässen und an den Wochenenden in die Besucherbetreuung einzubringen. Auch für den Tag des offenen Denkmals am 8. September wurden bereits mit dem Förderverein Vorabsprachen getroffen, um Teilbereiche der Roten Spitzen ohne Eintrittsgebühr zugänglich zu machen. © Kommentar

 

iLetzter Einlass für die Besichtigung der Roten Spitzen ist immer eine halbe Stunde vor Schließung. Bei Interesse an einer Führung wird um eine telefonische Anmeldung im Schloss- und Spielkartenmuseum (% 03447 512712) gebeten.

Ellen Paul

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