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Abenteuer einer kleinen Meerjungfrau – gefeierte Premiere in Altenburg

Kinder- und Jugendballett Abenteuer einer kleinen Meerjungfrau – gefeierte Premiere in Altenburg

Wenn das Kinder- und Jugendballett des Altenburg-Geraer Theaters zu einer Ballettpremiere ins Landestheater ruft, dann ist das Umfeld des Musentempels regelmäßig zugeparkt und das Haus bis in den 2. Rang voll. So wieder einmal geschehen zur gefeierten Premiere für „Die kleine Meerjungfrau“. Am Donnerstag gibt es die zweite und vorerst letzte Aufführung.

Die großen Schwestern der kleinen Meerjungfrau (Emma Heilmann, Mitte).
 

Quelle: Sabina Sabovic

Altenburg.  Wenn das Kinder- und Jugendballett des Altenburg-Geraer Theaters zu einer Ballettpremiere ins Landestheater ruft, dann ist das Umfeld des Musentempels regelmäßig zugeparkt, der Vorplatz lange vor Beginn dicht bevölkert, im Haus selbst geht es lauter als sonst zu – und das vom Parkett bis in den 2. Rang. Richtige Theaterstimmung eben, die man sich so bei jeder Vorstellung wünscht. Bei fast 100 Tänzerinnen ist das kein Wunder, denn jede einzelne hat Familienangehörige oder Bekannte im Schlepptau. Das Theater ist voll.

So wieder einmal geschehen am Pfingstsonntag. „Die kleine Meerjungfrau“ des dänischen Märchendichters Hans Christian Andersen war zu erleben. Das ist ein guter Anlass, um das zehnjährige Bestehen des Kinder- und Jugendballetts, das in Altenburg seinen Standort hat, zu begehen.

In Andersens Sammlung „Märchen für Kinder“, veröffentlicht 1837, wird von der großen Sehnsucht der kleinen Meerjungfrau erzählt, die tief unten im Meer wohnt. Obwohl ihre Unterwasserwelt eine Welt voller Zauber und Magie ist, will die kleine Meerjungfrau erfahren, was da an der Oberfläche ist, geht hinauf, rettet einen Prinzen und verliebt sich ihn. Um deshalb ein Mensch zu werden, bittet sie die Meerhexe um Hilfe. Diese gibt ihr Beine und Füße und fordert dafür ihre Stimme. Stumm erreicht sie ihren Prinzen nicht mehr. So bekommt sie keine unsterbliche Seele und wird auf dem Meer zu Schaum werden.

Das alles ist nicht einfach auf die Bühne zu bringen. Dieser Märchenstoff ist vielseitig bearbeitet worden – als Schauspiel, als Film und als Musical. Claudia Kubsch, die Leiterin des Kinder- und Jugendballetts, hat gemeinsam mit ihrer Choreografin Dagmar Stollberg Großes geleistet. Sie haben mit Hingabe an das Original ein Ballett erarbeitet, das nicht nur die Motive der Handelnden deutlich macht, sondern auch fast allen kleinen Balletteusen – und das sind immerhin fast 100 – die Möglichkeit zu Auftritten gibt. So sind keine Pas de deux zu erwarten, wohl aber über ein Dutzend Corps de ballet, in denen alle Altersgruppen ihre Auftrittsmöglichkeiten haben und öffentlich zeigen können, was sie an Balletttanz und Bewegungen gelernt haben. Das ist erfreulich viel, und erstaunlich sind die vielfältigen Choreografien, die sowohl altersbedingt als auch inhaltlich abgestimmt sein müssen. Sie wurden alle vom Publikum mit Beifall bedacht, teilweise frenetisch.

Solch eine Aufführung mit so viel Tänzerinnen hat immer auch den Charakter einer Gala. Es ist ein Ballettereignis für die ganze Familie, märchenhaft und romantisch inszeniert, von dem ein großer Zauber ausgeht. Ballett lebt nicht nur vom Tanz und der Bewegung, sondern auch von der Ausstattung in Form von Kostümen und Bühnenbild. Für letztere war Hilke Förster zuständig. An die 250 Kostüme mussten in der Schneiderei gefertigt werden. Die Bühne war stets situationsgerecht ausgestattet – einschließlich moderner Lichteffekte und eines bühnenweiten Lichtzaubers. Unterstützung erhielt Förster von drei Studentinnen der Bauhaus-Universität Weimar, die sogar die Kostüme für das Seepferdchen, die Qualle und die Meerhexe mit Lichteffekten kreierten, wobei das Letzte das Nonplusultra aller Kostüme darstellte.

Das tänzerische Niveau war bei den älteren Jahrgängen teilweise bühnenreif. Aus Platzgründen können hier nur zwei Solisten genannt werden. Emma Heilmann war die Primaballerina. Sie tanzte die Meerjungfrau als höchst zerbrechliches Wesen und folgte dem Prinzen mit kindlicher Begeisterung. Ihre Solotanzeinlagen waren erstaunlich. Josephine Charlotte Streu verkörperte die Meerhexe. In Mimik und Gesten verkörperte sie das Böse überzeugend. Die Einheit von Kostüm, Maske und tänzerischem Vermögen schuf eine eindringliche Figur. Roman Schreiber gab dem Meergott Würde und dem teils turbulenten Leben im Meer eine ordnende Hand.

Der Beifall für alle Tanzgruppen wollte kein Ende nehmen. Es war der verdiente Lohn des Publikums für alle, die Anteil hatten an dem großen Erfolg. Ein Besucher schrieb am Ende spontan in das Gästebuch: „Mit Herz, Liebe und Verstand aus Meisterhand.“

Einen Misston in die allgemeine Freude brachte das Fehlen eines Programmzettels mit den Namen aller Beteiligten. Die Nachfragen waren allgemein stark. Das Theater bedauert das Fehlen, das durch ein internes Missverständnis zustande kam. Zur zweiten Aufführung am Donnerstag werde der Programmzettel auf jeden Fall zur Verfügung stehen, versichert die Marketingabteilung.

Karten für die Aufführung am Donnerstag (8. Juni) um 18 Uhr an der Theaterkasse (Tel. 03447 585177) oder in der Altenburg-Information am Markt 10 (Tel. 03447 574942). Die Abendkasse öffnet eine Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Von Manfred Hainich

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