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Altenburg Abenteuer mit Mensch und Tier – von Lothar Werner amüsant aufgeschrieben
Region Altenburg Abenteuer mit Mensch und Tier – von Lothar Werner amüsant aufgeschrieben
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14:00 13.11.2016
In seinem Buch hat Lothar Werner viele seiner Erinnerungen festgehalten. Dabei geht es nicht nur um seine tierischen Patienten. Quelle: Mario Jahn
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Langenleuba-Niederhain

Eine Autobiografie ist es nicht, was Tierarzt Lothar Werner in diesem Buch niedergeschrieben hat, es ist eher ein kleiner historischer Abriss. Denn der seit vielen Jahrzehnten in Langenleuba-Niederhain lebende, promovierte Veterinär berichtet auf insgesamt 174 Seiten was er, seine Familie, Kollegen und Freunde in den Jahren der DDR und später der BRD so alles erlebt haben. Und das tut er nicht bierernst, sondern mit einem Augenzwinkern.

Inspiriert, das Buch „Die langen Jahre der Vergangenheit“ zu schreiben, hat den 76-Jährigen sein 50-jähriges Praxisjubiläum, das 2016 anstand, erzählt er. In vielen Gespräche hätten ihn Freunde schon lange vorher ermutigt, seine Erinnerungen in einem Buch festzuhalten. „Das habe ich dann auch getan und gut ein Jahr daran geschrieben. Fertig war das Buch im März, und im Juni ist es dann erschienen“, berichtet Lothar Werner.

Nur über seine Arbeit und die Erlebnisse mit großen und kleinen Tieren zu schreiben, wäre aus seiner Sicht für den Leser langweilig geworden. Deshalb hat er deutsche Zeitgeschichte durch die Brille eines Tierarztes betrachtet und das lebhaft, anschaulich sowie humorvoll niedergeschrieben. Der Leser kann den im gesamten Wieratal bekannten Tierarzt dabei durch die zurückliegenden Jahrzehnte begleiten. Er berichtet von seinem Studium der Veterinärmedizin in Leipzig, der Reservistenausbildung bei der Armee, über die Zeit des Mauerbaus und hin und wieder über eines seiner vielen Abenteuer als Arzt mit seinen großen und kleinen tierischen Patienten.

Von den Großtieren hat er sich im Alter von 70 Jahren verabschiedet, doch Kühe und Schweine haben ihn in seinen Träumen noch lange verfolgt, verrät er. Für Kleintiere ist seine Praxis am Rande des Leinawaldes jedoch nach wie vor täglich zwei Stunden geöffnet.

Teilhaben lässt der gebürtige Leipziger den geneigten Leser aber auch an denkwürdigen Reisen oder dem Kampf mit Behörden. Festgehalten hat der Autor zudem die Erlebnisse mit einem angeschossenen russischen Soldaten vor seiner Haustür, nächtliche Tauchgänge im eigenen Pool oder das Verfestigen von Erde in Badehose und Abfahrtsski.

Auf humorvolle Weise berichtet er außerdem davon, dass nach seiner zusätzlichen Ausbildung zum Heilpraktiker manchmal sogar Mensch und Schäferhund einträchtig nebeneinander in der Praxis saßen und auf eine Behandlung warteten.

Miterleben können die Leser außerdem, wie Werner als junger Mensch Kreuzottern von Ost- nach Westberlin schmuggelte, oder einen Beutel Kakerlaken in einem Polizeirevier ausschüttete. Später schmuggelte er Schuhe nach Polen, um sie dort zu verkaufen. „Mancher, der das Buch gelesen hat, meinte, dass ich ja ein ziemlich schlimmer Finger gewesen sei“, erzählt Werner und lacht.

Bei einer Lesung zum jüngsten Sektfrühstück in der Bibliothek in Langenleuba-Niederhain hat er sein Buch erstmals im Dorf vorgestellt. „Die Besucher haben mehrfach herzlich gelacht, und ehemalige Mitarbeiterinnen fanden sich gut getroffen“, so der Autor, den viele zudem als langjähriges Gemeinderatsmitglied kennen. „Ich finde das Buch sehr amüsant, denn viele Personen, die darin benannt sind, kenne ich persönlich“, meint beispielsweise Bürgermeister Carsten Helbig.

Denn nach vorheriger Absprache mit den Betroffenen durfte Werner die echten Namen verwenden. Er selbst gönnt sich allerdings ein klein wenig Anonymität und zeichnet mit Johannes L. Werner auf dem Buchcover, nutzt also seinen zweiten, weniger bekannten Vornamen.

Erschienen ist das Buch im Novum Premium Verlag und kostet 21,90 Euro. Unter ISBN 978-3-95840-143-3 kann es im Buchhandel bestellt werden.

Von Marlies Neumann

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