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Abgespeckt und aufgewertet: Heute startet 35. Wenzelpokal im Handball

Abgespeckt und aufgewertet: Heute startet 35. Wenzelpokal im Handball

Kaum ein anderes Handball-Turnier Thüringens kann auf solch eine Tradition verweisen wie der Altenburger Wenzelpokal. Er erlebt in diesem Jahr seine 35. Auflage.

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Handball satt steht ab heute im Goldenen Pflug an. Neben der Jagd auf die begehrten Wenzelpokale treten die Aufbau-Frauen im DHB-Pokal an.

Quelle: Mario Jahn

Allerdings wird sich die Mammut-Veranstaltung aus dem Vorjahr nicht wiederholen, und parallel noch ein Frauen-Leistungsklassen-Turnier stattfand. Kurzum: Es wurde abgespeckt, aber auch aufgewertet. Denn das Turnier liefert die perfekte Erwärmung der Fans für das DHB-Pokalspiel der Aufbau-Frauen gegen Berlin am Sonntag (15.30 Uhr), bei dem sie klarer Außenseiter sind.

 

Anstatt in drei Hallen und an drei Tagen konzentriert sich das Geschehen diesmal auf den morgigen Samstag, an dem im Goldenen Pflug acht Männer- und vier Frauenteams um die Wenzel spielen. Die als Pokalverteidiger startenden Aufbau-Männer bekommen es dabei in der schwereren Vorrundengruppe mit dem HV Böhlen, Concordia Delitzsch und Eintracht Berlin zu tun. In Staffel zwei geht es "heimischer" zu. Dort treffen Landesliga-Aufsteiger Aufbau II, der HV Meuselwitz. der Bornaer SV und die Generation Aufbau aufeinander, um die beiden Plätze fürs Halbfinale auszuspielen. Gespannt sein darf man dabei auf das letztgenannte Team, in dem sich - wie jedes Jahr - ehemalige Aufbau-Spieler zusammenfinden.

 

Abgespeckt ist diesmal das Frauen-Turnier. In diesem muss sich der Pokalverteidiger Otrokovice gegen die Teams aus Schneeberg, Miltitz und von Aufbau II beweisen. Dabei werden sich die Gastgeberinnen nach ihrem überraschenden Thüringenliga-Aufstieg erstmals in der Formation zeigen, wie sie dann in zwei Wochen das Abenteuer in der höchsten Spielklasse des Freistaates unter ihrem neuen Trainer Carsten Weidauer angehen wollen. Für genügend Spannung dürfte damit gesorgt sein.

 

Wer allerdings denkt, dass nur am Samstag im Goldenen Pflug Handball gespielt wird, der irrt gewaltig. Eingerahmt wird der Wenzel am Freitagabend von der Turnier-Eröffnung mit jeweils einem Frauen- (18.45 Uhr ) und einem Männer-Vorrundenspiel (19 Uhr). Um 20 Uhr folgt dann das Test-Rückspiel zwischen den Männer-Teams des SV Aufbau und des LSV Ziegelheim. Am Sonntag wird es zudem noch ein Spiel zwischen Aufbau I und der Aufbau Generation geben (11 Uhr), bevor um 15.30 Uhr die große Stunde der Aufbau-Frauen mit dem DHB-Pokalspiel gegen die Spreefüxxe schlägt.

 

Dabei ist klar, dass das Team von Trainer Volker Friedrich krasser Außenseiter ist. Im Vergleich zum Vorjahr sehen die Vorzeichen anders aus: Während damals in der ersten Runde Viertligist Wolfsburg zu Gast war, trifft man nun gleich in Runde eins auf einen Zweitligisten. Daneben sind vom drittliga-reifen Team, das es in der vergangenen Saison bis ins Achtelfinale schaffte, nur noch sieben Spielerinnen an Bord. Zudem gibt es mit Chef-Coach Friedrich, Co-Trainer Sascha Beier und Mannschaftsbetreuer Rick Wurzbach eine komplett neue Führungsriege.

 

Doch damit nicht genug. Da sich mit sieben Spielerinnen keine Saison bestreiten lässt, sind auch zehn neue Handballerinnen dazugestoßen. Wie sich das Team in der relativ kurzen Vorbereitungszeit gefunden hat, wie schlagkräftig man zum Saisonauftakt ist und wer es aus dem 17-Frauen-Kader in die Aufstellung schafft, können sich die Handball-Fans übermorgen anschauen. Friedrich sieht im Pokalspiel "eine interessante Herausforderung für das gesamte Team. Außerdem ist es ein Highlight für den Verein und für die Stadt Altenburg".

 

Aber nicht nur beim Gastgeber, auch bei den Berlinerinnen hat sich einiges getan: Sieben Neuzugänge musste Trainer Dietmar Rösicke integrieren. Besonders hervorzuheben ist Christine Beier. Die Nationalspielerin wechselte vom insolventen Frankfurter HC an die Spree und führt das Team nun als Kapitän an. Die abwehrstarke Rückraumspielerin traf in der vergangenen Saison 134-mal und war drittstärkste Feldschützin der 1. Bundesliga.

 

Daneben ragen zwei Ausländerinnen heraus: die 24-jährige Weißrussin Alexandra Sviridenko, die im Spielaufbau die Fäden zieht, sowie die Polin Martyna Rupp (23), die wegen ihrer enormen Sprungkraft zuletzt in der ersten polnischen Liga für Furore sorgte. Noch bekannt sein dürfte den Altenburgerinnen dagegen die 22 Jahre alte Ungarin Viktória Várkonyi, die 2011 noch beim HC Salzland spielte. Trainer Rösicke zeigt sich nur verhalten optimistisch: "Wir haben mitverfolgt, dass Altenburg einen höherklassigen Gegner nach dem anderen aus dem Pokal geworfen hat. Das hat uns beeindruckt. Wir sind gewarnt ."

Lutz Pfefferkorn/Annekathrin Ru

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