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Adieu und auf Wiedersehen - Herzbube Wolfgang Schwalm verlässt mit seiner Herzdame das Altenburger Land - doch nicht für immer

Adieu und auf Wiedersehen - Herzbube Wolfgang Schwalm verlässt mit seiner Herzdame das Altenburger Land - doch nicht für immer

"Hinter jedem Abschied" ist nicht nur einer der bekannten Titel der Wildecker Herzbuben, sondern auch ein Thema, mit dem sich Wolfgang Schwalm derzeit selbst beschäftigt.

Ehrenberg.

 

 

 

 

Von Monique Pucher

Die goldenen Schallplatten im Flur seiner Ehrenberger Wohnung sind bereits verstaut, als nächstes will Wolfgang Schwalm einen Schrank abbauen und ihn mit dem Hänger in sein neues Zuhause fahren. "Immer Stück für Stück", sagt der Volksmusik- und Schlagerstar, der in den kommenden Wochen dem Altenburger Land Auf Wiedersehen sagt, um seine Zelte in der Nähe von Eisenach aufzuschlagen. "Aber ich bleibe meinen Freunden und vor allem meinem Orchester treu", verspricht er.

Dass Wolfgang Schwalm und seine Lebensgefährtin irgendwann das Altenburger Land wieder verlassen würden, war beiden von Anfang an klar. "Schon vor geraumer Zeit hatte meine Frau eine Versetzung beantragt", erzählt der 58-Jährige. Für zahlreiche Auftritte in den alten Bundesländern müsse er Hunderte von Kilometern zurücklegen. Der Wunsch war einfach da, etwas mehr in die Mitte Deutschlands zu ziehen.

In einem kleinen Dorf, etwa zwölf Kilometer von Eisenach entfernt, hat sich das Paar ein Haus gemietet, mitten im Wald, idyllisch gelegen. "Man erwartet uns dort schon", verrät der Musiker, der sich aufgrund seiner Prominenz nicht verstecken kann.

Dennoch geht er auch mit einem weinenden Auge, hat sich der gebürtige Hesse doch wunderbar in Ehrenberg eingelebt. "Ich werde den Ort sehr vermissen, vor allem unseren Freundeskreis. Aber ich bin der Meinung, wenn man etwas weiter auseinander wohnt, hat man eher die Chance, sich zu treffen. Dann sagt man eine Verabredung nicht mal einfach so ab."

Nicht nur seinen Freunden wird Wolfgang Schwalm in bester Erinnerung bleiben, auch seinen Fans, die ihn bei zahlreichen Auftritten zujubelten. Unvergessen bleiben die Orchesterkonzerte, der Chor der 555 anlässlich des Prinzenraub-Jubiläums oder seine Besuche in verschiedenen Senioreneinrichtungen. Auch Ehrenbergs Bürgermeisterin Marina Baumann, zugleich Leiterin eines Seniorenklubs in Altenburg, wird ihren berühmten Einwohner vermissen. "Es ist sehr schade, dass er geht. Seine Gesangseinlagen waren immer toll und ich weiß von vielen, dass sie traurig sind über seinen Wegzug."

Mit seiner Musik brachte sich "Herzilein" - wie er in Ehrenberg gern genannt wird - einmal sogar politisch ein und unterstützte in diesem Jahr musikalisch Demonstranten vor dem Altenburger Rathaus, die für eine Gemeindefusion von Saara und Nobitz auftraten.

Trotz der räumlichen Entfernung bleibt er dem Altenburger Land treu, vor allem dem 1. Ostthüringer Blasorchester in Nobitz, dem er sich vor einigen Jahren angeschlossen hat und dort sogar stellvertretender Vorsitzender ist. "Ich bin froh, dass ich dort musizieren darf, es ist eine so tolle Truppe, deshalb kann ich gar nicht anders, als weiter mitzumachen", meint Schwalm, der das Ensemble als Trompeter verstärkt. Einmal im Monat möchte der Vollblutmusiker - einst gelernter Elektroinstallateur - bei den Proben anwesend sein und bei den wichtigen Konzerten mit auf der Bühne stehen. Zwar hätten die Herzbuben nach wie vor Priorität, aber "sein" Orchester, wie er selbst betont, könne er nicht im Stich lassen.

Bis Januar kann das bekannteste Mitglied bei den Proben noch regelmäßig anwesend sein, dann rollt endgültig der Möbelwagen gen Südthüringen. Angst, sich in Eisenach nicht heimisch zu fühlen, hat der Sänger nicht. "Vielleicht wird am Anfang, ähnlich wie hier, etwas Skepsis herrschen, aber das legt sich schnell. Schließlich bin ich auch nur ein Mensch wie du und ich."

Von seinem neuen Wohnort aus will er seinen Mix aus großen Auftritten mit seinem Partner Wilfried Gliem und kleinen, persönlichen Konzerten weiterführen. Auch eine neue CD ist für Frühjahr 2013 geplant. "Es ist natürlich fantastisch, vor Tausenden von Menschen zu spielen, für Stimmung zu sorgen und anschließend den Jubel zu genießen. Ebenso schön finde ich aber auch die Auftritte in Seniorenheimen. Das ist so eine vertraute und private Atmosphäre, das möchte ich nicht missen."

An 220 Tagen im Jahr gibt der Volksmusikant seine kräftige Stimme oder seine Künste als Trompeter zum Besten. 150 Konzerte davon bestreitet er als Wildecker Herzbube. Das soll sich so lange nicht ändern, "bis einer von uns beiden tot auf der Bühne umfällt", scherzt Schwalm.

Wer Wolfgang Schwalm noch einmal im Altenburger Land erleben will, hat am 24. November beim Nobitzer Schlachtefest die Gelegenheit. Und auch am Heiligen Abend möchte er es sich nicht nehmen lassen, in der Stünzhainer Kirche mit weihnachtlichen Weisen aufzutreten.

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