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Altenburg Älter als gedacht: Am 3. Oktober wird in Nobitz das 850. Ortsjubiläum gefeiert
Region Altenburg Älter als gedacht: Am 3. Oktober wird in Nobitz das 850. Ortsjubiläum gefeiert
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00:18 31.01.2016
Nach so einer Überraschung übt sich der Nobitzer Gemeinderat in Spendierlaune. (Symbolfoto) Quelle: Mario Jahn
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Nobitz

Am 3. Oktober wird nicht nur der Tag der Deutschen Einheit gefeiert. In diesem Jahr kommt ein weiteres Jubiläum hinzu: Nobitz wurde erstmals am 3. Oktober 1166, also vor 850 Jahren, urkundlich erwähnt Dies geht aus einer alten Urkunde hervor, die in der sächsischen Landesbibliothek Dresden aufbewahrt wird. Bislang ging man davon aus, dass es Nobitz seit dem Jahr 1197 gibt, so wie in einer anderen historischen Urkunde, dem Bosauer Zehntregister, vermerkt.

„Natürlich wollen wir dieses für uns etwas unerwartete Jubiläum standesgemäß feiern“, so Bürgermeister Hendrik Läbe (SPD) zur Gemeinderatssitzung am Mittwoch. Vereine und Institutionen sind nun dazu aufgerufen, sich selber in das Fest einzubringen, für das jetzt ein koordinierendes Festkomitee ins Leben gerufen wird. Zudem bewilligte der Gemeinderat für die Organisation 5000 Euro – weiteres Geld will der Bürgermeister über Sponsoren einwerben.

Schon etwas verrückt klingt die Geschichte, wie das 870 Einwohner zählende Nobitz sozusagen über Nacht zu seinem Jubiläum kam. Denn bislang galt 1197 als Gründungsjahr des Dorfes. Aber Heimatforscher Rainer Schulze fand im vergangenen Jahr bei seinen Recherchen Überraschendes heraus. „Laut einer in Dresden lagernden historischen Urkunde soll schon 1166 das Jahr der Ersterwähnung sein. Und diese Urkunde ist zudem auf das Datum 3. Oktober ausgestellt“, erläuterte Läbe.

Ein Experte musste die jahrhundertealten Dokumente genau begutachten, um herauszufinden, welches Gründungsjahr tatsächlich das richtige ist. In dem Frohburger Historiker Karl-Heinz Kessler fand sich so ein Fachmann, der auch im Altenburger Land durch eine Vielzahl von Arbeiten einen Namen hat. Kessler nahm den für Laien heutzutage kaum verständlichen Inhalt beider Urkunden genau unter die Lupe. Diese Akribie war auch vonnöten, weil in so alten Schriftstücken die Ausdrücke der Orte „Nobitz“ und „Nöbdenitz“ sehr ähnlich waren und schnell zu Verwechslungen hätten führen können. Aber Wissenschaftler Kessler beließ es nicht bei einer bloßen Begutachtung der Inhalte, sondern prüfte parallel dort aufgeführte Personen und ihre Bezüge zu den gesuchten Orten und zog weitere Unterlagen bei. Das Ergebnis ist zwar nicht eindeutig, aber klar: „Zu 80 Prozent besteht die Gewissheit, dass Nobitz am 3. Oktober 1166 erstmals urkundlich erwähnt wird, was heutzutage in der Regel als Gründungstag gefeiert wird“, so Läbe. In gut neun Monaten soll das ordentlich gefeiert werden.

Von Jörg Wolf

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